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GastroGuide-User: Nolux
hat Flugplatz-Gaststätte in 55743 Idar-Oberstein bewertet.
vor 2 Wochen
"Hier gibt es angeblich die besten Spießbraten aus ganz Idar-Oberstein..."

Geschrieben am 17.07.2021 | Aktualisiert am 17.07.2021
Besucht am 11.07.2021 Besuchszeit: Abendessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 40 EUR
Was hab ich nicht schon alles gehört über das legendäre Flugplatz Restaurant in Göttschied. Selbst unsere Petra hier, zu Beginn noch fast Vollzeit Vegetarierin, empfiehlt die hauptsächlich für gegrillte Fleischwaren berühmt berüchtigte Lokalität. Hier gibt es original Obersteiner Spießbraten in diversen Varianten. Dass man hier wirklich auf einem Flugplatz is(s)t merkt man dann auch an der Speisekarte. Immer wieder tauchen Namen aus dem Fliegerjargon auf (mein Highlight: Der „Triebwerk Salat“ – allerdings wird der nicht wie zu erwarten mit Huhn serviert, das wäre der „Airport Salat“, sondern mit Thunfisch, Bio Eiern und Sardellenfilets) und die Spezialitäten vom Buchenholzgrill sind nach dem internationalen Nato-Alphabet wie z. B. Lima, Sierra oder Foxtrott (sic!) benannt. Und ankommende Piloten bestellen auch schon mal gerne direkt aus der Luft, um bestenfalls gleichzeitig mit dem Essen am Tisch zu landen.
 
Flugplatzansicht mit Gaststätte
 
Wir waren zu viert an diesem Sonntagnachmittag. Natürlich vorher reserviert, nahmen wir Draußen auf der Terrasse Platz. Davor hat man auch noch die Möglichkeit mehr im Grünen zu sitzen, direkt am Rollfeld. Flugbewegungen gab es nicht wenige. Da konnte man längere Wartezeiten schon mal eher verkraften und den Flugzeugen zuschauen. Aber auch für Kinder gibt es angrenzend einen weitläufigen Spielplatz.
 
Wir nahmen am Tisch Platz. Outdoor Möbel der eher einfachen Sorte, Plastikstühle. Der Tisch spärlich bedeckt. Bis auf den Aschenbescher eigentlich gar nicht, Besteck wird nach Bestellung geliefert. Dafür aber anständiges.
 
Ordentliches Werkzeug
 
Wie erwähnt, es dauert alles ein wenig länger hier, trotz dreier Service Leute und dem Grillmeister, der seine Grillwunder meist selbst serviert. In ruhiger und lässiger Art.
Mit den Karten wurde auch gleich ein erster Getränkwunsch angefragt. Die Erdinger und Bitburger Schirme ließen ja schon nichts Gutes erwarten (und das im Kirner Land...). Dabei hatte ich so Lust auf ein frisch gezapftes Weizen. Schnell ein Blick in die Karte, und, oh Wunder, dort gibt es Neumarkter Lammsbräu. Kannte ich nicht. Doch leider war das Weizen aus, es gab nur noch Pils und die glutenfreie Variante. Das Pils (0,33 / 3,30€) machte jedenfalls neugierig, also wurde das für den ersten Durst geordert.
 
Bleibt Zeit um nach einer potentiellen Weinbegleitung zu schauen. Da gibt es tatsächlich vom Bio Weingut Hahnmühle (Mannweiler-Cölln / Nahe) ein paar ausgesuchte Weine zu recht humanen Preisen. Doch im offenen Bereich sagte mir nichts wirklich zu und für eine ganze Flasche war ich nicht in der Stimmung. Meine Leidenschaft wollte am Tisch auch niemand teilen.Egal, erst mal das Pilsken. Kam im Fläschchen, zum selbst einschenken.

Beinahe leckeres Lammsbräu

Sah gut aus, roch lecker nur war es schwach auf der Brust und vor allem in Abgang. Kaum war es geschluckt war es auch schon weg. Also geschmacklich. Schade. Hatte große Hoffnung. Somit folge später doch noch ein Erdinger Weizen (0,5 / 4,50€). Not, und Teufel und so...
 
Für den Durst war also gesorgt. Was essen wir? Natürlich musste es vom Buchenholzgrill sein, an diesem Tag der im Inneren des Restaurants. Die Außenfeuerstelle blieb kalt. Hier wird alles gleichermaßen als Spießbraten bezeichnet was vom Grill kommt. Ob Nackensteak oder ganzes Filet vom regionalen Landschwein, oder Entrecote, Rumpsteak oder Filet von der regionalen Kuh. Alles immer rund um 350 Gramm Rohgewicht. Gargrade werden / wurden keine abgefragt. Laut Karte kommen diese Specials mit Brot und Rettichsalat.

Auszug Speisekarte (hochkant)

Wir bestellten dann zweimal "Lima" (eine ganze Schweinelende zart und mager, ein Gedicht), einmal "Sierra" (Schweine-Kamm, Hunsrück, saftig gebraten, lokale Herkunft, Landmetzgerei Wolf) und für mich "Eco" (sic!) (Entrecote vom Weiderind aus der Hunsrück / Eifel Region) für 27,90€ die Portion.
 
Der Rettichsalat kam natürlich vorweg, dazu ein eher langweiliges Graubrot und ein Schälchen mit roten Zwiebeln.
 
Brot und rohe rote Zwiebeln
 
Der Salat schmeckte nach Rettich, mit viel frisch geschrotetem Pfeffer (evtl auch Senfsaat?), war ansonsten aber eher belanglos ohne große geschmackliche Tiefe. Da half auch das Sahne lastige Dressing nichts (Zitat Speisekarte: "mit feinster Sahnesauce angerichtet..."). Dennoch frisch und dann auch mal was anderes als dieser immer wieder auftauchende, verfluchte Eisbergsalat. 3*
 
Rettichsalat "mit feinster Sahnesauce"
 
Es dauerte eine Weile, dann lieferte der Grillmeister, die mit Spannung erwarteten Fleischteller.
 
"Eco" - Entrecóte vom Weiderind
 
Sieht dann erstmal relativ unspektakulär aus. Zusätzlich bestellten wir noch Brat-, bzw Pellkartoffeln und Pommes. Die gebratenen (3,90€) für mich, serviert in einer separaten Schale. Die waren ordentlich mit Speckwürfelchen gebraten und wurden ihrem Namen gerecht.
 
Bratkartoffeln
 
Doch auch hier fehlte Salz. Das Fleisch dagegen - auch wenn es auf dem Bild nicht so ausschaut, war schon knapp zwei Zentimeter dick - konnte die Herkunft vom Buchenfeuer nicht leugnen. Ein wunderbares Aroma war durch und durchgezogen. Saftig, sehr schön medium mit guter Pfeffernote und auch nur ein Stückchen musste ich wegschneiden weil zu sehnig.
 
Komposition / ordentlicher Gargrad
 
Da gab es mal nix wirklich zu beanstanden. Ein schönes Stück Fleisch und jeden Cent wert. 4*
 
Ja, dann war er schon weg, der berühmte Idar-Obersteiner Spießbraten. Ich muss zugeben, die Erwartungen waren doch ein bisschen höher. Keine Frage, das war, bis auf die Salzarmut, alles lecker. Am Ende aber auch nur ein Stück gegrilltes Fleisch. Allerdings vom offenen Holzfeuer, und nicht die Light Variante Gasgrill. Das wäre ja dann auch kochen ;-) Alles in allem ein Lokal, das man auch ein weiteres Ma(h)l besuchen könnte.

Zahlen durften wir separat und jeder bekam seinen eigenen, anständigen Bon. Das lob ich mir. Was Ambiente und Sauberkeit betrifft gibt es eigentlich nichts zu meckern. Die Toiletten waren in einem fast tadellosen Zustand. Allein das Papier zum Hände abtrocknen war leer. Der Service könnte etwas präsenter sein, hatte allerdings auch einiges zu tun, spätestens als drei Herren mit Luxemburger Sportflugzeug eintrafen. Doch das ist eine andere Geschichte...
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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