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GastroGuide-User: Carsten1972
hat Restauration Brüderlin in 76593 Gernsbach bewertet.
vor 2 Monaten
"Einstieg in den Ortenauer Weinpfad"

Geschrieben am 06.05.2019 | Aktualisiert am 06.05.2019
Besucht am 27.04.2019 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 75 EUR
Samstagabend in Gernsbach, was wollt ihr da?

So wurden meine Frau und ich in Baden Baden am Bahnhof vom Fahrer empfangen, als wir in den Bus nach Gernsbach stiegen und unser Fahrziel verkündeten. Wir wollten wandern, von Sonntagmorgen in 5 Etappen bis Diersburg bei Offenburg, auf dem Ortenauer Weinpfad. Und eben dafür hatten wir zuvor unser Auto zuvor in Diersburg geparkt und waren per Bus und Bahn nach Baden Baden gefahren. Da es am Sonntagmorgen früh losgehen sollte, hatten wir in Gernsbach eine Hotelübernachtung eingeplant. Einquartiert hatten wir uns im empfehlenswerten Hotel "Stadt Gernsbach", ein Hotel ohne Gastronomie, deswegen fragten wir dort nach einer Empfehlung. Die freundliche Dame empfahl uns die Restauration Brüderlin.

Es war noch Zeit für einen ausgiebigen Rundgang durch den Ort, die Innenstadt bietet einige Sehenswürdigkeiten. Nach begutachten aller kulinarischen Angebote blieben wir dem Rat unserer Gastgeberin treu und wandten uns dem Haus zu, in dem die Restauration Brüderlin residiert.

Alteingesessen war der Betrieb, seit 1892 betreibt die Familie das Restaurant. Tradition ist der Begriff, der einem beim Betreten des Gastraumes in den Sinn kommt.

Hier haben schon viele Generationen von Gernsbachern ihre Füße unter die Tische gestellt. Selbst die Kuckucksuhr krächzte etwas altersschwach die Uhrzeiten von der Wand. Aber auch die jetzige Generation kommt zum Brüderlin. Mit Glück bekamen wir noch einen kleinen Tisch für zwei Personen zugewiesen.

Die beiden jungen Damen im Service reichten uns die Karten und zwei Riegeler Landbiere sollten den ersten Durst löschen. Beim Bier dann ein Blick in die Karten.

Typische badische Wirtshaus Karte, würde ich meinen. Um saisonale und Tages-Angebote ergänzt, bei uns dann Ende April natürlich Spargel. Die Weinkarte bietet badische Weine an, da bleibt man regional. Für uns ein Wein aus Gernsbach selber, vom Weingut Iselin, was mit seiner Vinothek im wunderschönen alten Rathaus von Gernsbach residiert. Der 2017er Riesling konnte überzeugen.

Gegessen haben wir auch, vorweg für uns beide eine Spargelsuppe von der Saisonkarte, aber nicht klassisch, sondern klar.

nicht abgebunden mit einer Mehlschwitze, war das eine leichte Vorspeise. Das Spargelaroma kam gut zur Geltung in der Bouillion, aber trotzdem war das ungewohnt. Meine Frau fremdelte etwas mit dieser Zubereitung, ich fand es eigentlich ganz spannend. Reichlich blanchierte Spargelschnitze ergänzten den Sud. Leichte Vorspeise, nicht unbedingt regionale Küche.

Im Hauptgang für meine Frau dann regionale Küche von der Tageskarte. "Geschmelzte" Mautaschen sollten es für die gebürtige Schwäbin sein.

Und das im Badischen! Interessant, wieder so ein gerolltes Ding, dass kenn ich aus Schwaben nicht. In Scheiben geschnitten, war es klassisch angebraten und mit Eiern und Zwiebeln gegart worden. Frau Carsten1972 bemängelte die nicht ausreichend klein geschnittenen und gegarten Zwiebeln, fand sich aber sonst in Ihrer Wahl bestätigt. Und grob geschnittene Zwiebeln lassen sich ja auch besser zur Seite räumen, insofern ein Vorteil im Nachteil. Auch ich fand etwas in der Tages-Karte.

Ochsenschwanzfleisch in Burgundersauce sollte es sein. Hier war es meine Neugier, die mich zur Bestellung trieb. Die entsprechende Suppe kennt man, aber geschmorter Ochsenschwanz? Never heard of this.........serviert wurde ein wirklich verlockend aussehendes und duftendes Schmorgericht, ganz schlicht begleitet von gekochten Kartoffeln. Die Sauce sollte auf Basis von Rotwein erstellt worden sein, also auch sehr klassisch. Ein appetitlicher Glanz war erkennbar, reichlich die Fleischportion auf dem Teller. Das Fleisch selber war sehr durchzogen und entsprechend saftig. Im Resultat ein feines Schmorgericht aus Rindfleisch, lecker mit den Kartoffeln. Für uns Beide kam zu den beiden Gerichten noch jeweils ein in Baden (wie wir im laufe der Woche erfuhren) unvermeidlicher begleitender Salatteller, der auch gut zubereitet war, wobei meine schwäbische Begleiterin die ganze Woche den Kartoffelsalat im Salatteller vermisste, den wollen sie im Ländle immer dabei haben.

Und weil wir beim wandern in Bezug auf Kalorienzufuhr auch sündigen dürfen, teilten wir uns noch ein Dessert.

Flüssiger Schokokuchen, dass wollte die liebe Ehefrau! Und so kam die süße Sünde auf den Tisch. Das "coeur fluide" lief beim anstechen warm über den Teller. Eine Kugel Eis dazu, ein bisschen Sahne, und wir genossen den kulinarischen Tages(Abend)Abschluss in Gernsbach.

Kann ich zum Fazit kommen. Die jungen Damen im Service, ebenso wie die öfters mal im Gastraum nach dem rechten schauende ältere Dame aus der Küche haben uns einen schönen, angenehmen Abend bereitet. Wanderer (oder auch andere), kommst du nach Gernsbach, machst du nichts verkehrt, wenn du im Hotel Stadt Gernsbach nächtigst und im Restaurant Brüderlin speist. Empfehlung von meiner Seite für beide Betriebe.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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