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Nachdem wir angekommen waren, und uns über das holprige Pflaster gekämpft hatten, wurden wir bereits am Eingang freundlich von einem sehr kräftigen Kellner, dessen Name Mike an der Brust prangte, in Empfang genommen. Er bot Wastel natürlich seine Hilfe an, und begleitete uns zu dem Tisch an dem Wastel auch das letzte Mal schon gesessen hatte. Hier konnte er gut sitzen und hatte Platz für seinen Ferrari.
Die Speisekarten brachte er sogleich mit, sodass wir sofort erst einmal nach den Getränken stöbern konnten. So bestellten wir nach wenigen Minuten:
Getränke:
· 3x 0,5ér Duckstein für je 6,50 €
· 1x 0,2ér Grauburgunder vom Weingut Seebrich/Rheinhessen für 7,90 €
Nun hatten wir erst einmal Zeit die Speisekarte zu studieren. Diese ist ganz gut aufgestellt. So gibt es 6 Vorspeisen von 8,90 € bis 15,90 € sowie 26 Hauptgerichte welche sich alle zwischen 22 und 30 Euro bewegen. Einzig die Fischplatten für zwei sind mit 57 Euro dabei und das Rumpsteak mit 33 Euronen. An letzterem merkt man, es wird nicht nur Fisch serviert, auch die Fleischesser und Salatliebhaber kommen auf ihre Kosten.
Mike war nun nach wenigen Minuten mit den Getränken wieder an unserem Tisch, wir wussten was wir wollten. Also orderten wir:
Vorspeisen:
· 1x Tomatensuppe mit Sahnehaube und Baguette für 8,90 €
· 2x Mediterrane Fischsuppe aus Tomaten, Weißwein, Fisch und Kräutern gekocht, dazu Baguette für je 9,90 €
Hauptspeisen:
· 1x Scholle „Müllerin Art“ (ca. 450 gr.)mit zerlassener Butter, Petersilie und Salzkartoffeln für 28,90 €
· 1x Meerestrio, 3 Sorten gebratenes Fischfilet auf Blattspinat mit Hollandaise und Bratkartoffeln für 25,90 €
· 1x Gebratene Dorschfilets auf Rahmwirsing mit Bratkartoffeln für 29,90 €
· 1x hausgemachter Labskaus „Matrosen Art“ aus Rinderbrust, Speck, Rote Beete und Kartoffeln, garniert mit Zwiebeln, Gewürzgurke und Rollmops, dazu Spiegelei für 24,90 €
Die Bestellung hatten wir hinter uns, also erst mal das obligatorische Prost und das Foto unseres fast hundertjährigen für die GG-Community.
Nun konnten wir also bei dem leckeren Duckstein über die Lichterparade reden, welche dann auch wieder bei uns am Fenster vorbeizog, als die Bauern den Heimweg antraten. Und natürlich konnte ich mich jetzt auch mal im Restaurant umsehen.
Das Restaurant ist modern eingerichtet, schön hell gestrichen, als Kontrast ein dunkler Boden und dunkle Möbel. Die rustikalen tische bieten ausreichend Platz für Speisen und Getränke, auf den weich gepolsterten Sitzen lässt es sich aushalten, da kann man das ein oder andere Stündchen verbringen.
Das Restaurant ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, wovon zwei eher wie ein schmaler Schlauch sind. Man versucht halt auch den letzten Platz auszunutzen. Ich denke, gerade in der Hochsaison wird das auch alles gut besetzt sein. Alles ist sauber, auch die ebenerdigen Toiletten. Gleich vorn am Eingang ist der große Tresen, den eine ältere Dame gut im Griff hat, und hier hintereinander die Getränke zapft. Mike ist dann fürs Austragen zuständig.
Und so brachte er uns nach 20 Minuten unsere Vorsuppen an den Tisch. Meine Frau hatte sich die Tomatensuppe ausgesucht. Und ihr wurde hier in einem tiefen Schälchen eine heiße, sehr gut schmeckende Suppe vorgesetzt.
Da war ix mit Pülverchen aus der Tüte, diese Suppe war aus frischen Tomaten püriert. Das sah man, das schmeckte man. Kräftig tomatig im Geschmack, noch viele kleine Tomatenstückchen drin. Dazu ein kleines, frisch getoastetes Baguette.
Lucie und ich, wir hatten uns für die Mediterrane Fischsuppe entschieden. Und die war mal völlig anders, als ich sonst do die Fischsuppen hier auf der Insel kenne.
All der Fisch, welcher in der Küche verarbeitet wird, fand sich hier als kleine und auch große Stückchen in der Suppe wieder. Dazu eine frisch pürierte, milde Tomatensoße mit Weißwein abgeschmeckt und Kräutern versetzt. Wow, war das lecker. So kann man also auch eine Fischsuppe anrichten. Auch hier gab es das frisch geröstete Baguette dazu.
Eine halbe Stunde nach unseren leckeren Vorsüppchen kamen dann unsere Hauptspeisen. Der zeitabstand war ideal, so konnte man sich etwas unterhalten, und die Vorsuppen konnten sich etwas setzen.
Unser ältester hier im Bunde, unser Wastel bestellte sich natürlich wieder den größten Fisch am Tische. Es sollte die Scholle „Müllerin Art“ sein, welche mit einem Gewicht von ca. 450 Gramm angepriesen wird.
Als Müllerin Art kannte ich sie noch nicht, aber was da bei Wastel auf dem Teller lag, konnte sich sehen lassen. Denn die große Scholle bedeckte fast den ganzen Teller. Auf der Haut knusprig angebraten, war auch die Innenseite der Scholle gut und schön braun gebraten. Dabei schien sie auch nicht trocken zu sein. In einem extra Schälchen wurde die Butter gereicht, und auch die Salzkartoffeln wurden extra gereicht.
Lucie hatte sich heute auf der Tageskarte die Gebratenen Dorschfilets auf Rahmwirsing mit Bratkartoffeln ausgesucht. Vier dicke Filets vom Dorsch wurden ihr hier gereicht, alle ebenfalls sehr gut von beiden Seiten angebraten, im inneren noch schön weich. Dazu ein riesiger Haufen vom frischen, ich denke mal selbst angerichteten Rahmwirsing. Dieser war herrlich cremig und gut im Geschmack.
Gut im Geschmack waren auch die Bratkartoffeln, welche in einem extra Schälchen gereicht wurden. Und ja, diese Bratkartoffeln verdienen zu Recht ihren Namen. Schön knusprig, goldgelb gebraten, mit Zwiebel und Speck, gut gewürzt. Dabei auch einige dunkle Röststellen, so stell ich mir Bratkartoffeln vor.
Meine Frau hatte sich heute für das Meerestrio entschieden. Dies waren 3 Sorten gebratenes Fischfilet, welches heute aus Dorsch, Rotbarsch und Seelachs bestand.
Alle Filets, es gab von jedem Fisch 2 Filets, waren auch hier schön goldgelb gebraten und nicht zu sehr gewürzt, sodass man auch die verschiedenen Fischsorten deutlich schmecken konnte. Unter dem Fisch war frischer Blattspinat angerichtet, welcher auch sehr herzhaft gewürzt war.
Oben auf dem Fisch war die Hollandaise. In meinen Augen wurde der Fisch damit leider ertränkt, meiner Frau gefiel es so. Geschmäcker sind verschieden. Mit Lucie teilte sie sich die Bratkartoffeln in der extra Schüssel.
Für mich stand eigentlich schon vornweg fest, was es für mich geben sollte, und klar, wenn man an der Küste ist, sollte man schon wenigstens einmal Labskaus essen.
Hier gab es ihn als „Matrosen Art“. Komischer Name, da das ja ein ursprüngliches Essen der Matrosen ist. Wie es sich gehört, war der Labskaus hier hausgemacht. Dazu gab es gepökelte Rinderbrust, welche reichlich in dem Haufen „Moppelkotze“ wie das Labskaus ja auch gern genannt wird, vorhanden war. Dazu dann natürlich noch würziger Speck und Rote Beete, und das Ganze mit Kartoffeln zu einem Brei püriert.
Und dieser Brei hier war richtig lecker würzig, kräftig in der Farbe und schön heiß. Garniert wurde das Ganze mit frischen, roten Zwiebelringen, einer Gewürzgurke und natürlich einem Rollmops. Hier weiß ich allerdings nicht wie das Original ist, denn andernorts wird er auch gern mit Matjes garniert. Und was natürlich nicht fehlen darf, ist obenauf das Spiegelei. Hier hätte man allerdings auch gern zwei Eier braten können.
Oh man war das ein leckeres essen und ein schöner Abend. Da durften dann natürlich drei Jubi zum Preis von je 3,90 € nicht fehlen. Wastel, Lucie und meine Frau machten dieses Mal Prost, ich musste ja noch den fahrbaren Untersatz in den Westen der Insel bewegen.
Unser Fazit: wir ließen zu viert 181,30 € im Restaurant Zum Haifisch in Burg auf Fehmarn. Nicht unbedingt günstig, aber ein freundlicher und lustiger Wirt, leckeres Essen, gemütliches Ambiente. Ich verstehe gar nicht warum Opi Hartwig hier nie her wollte.