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GastroGuide-User: simba47533
simba47533 einen Beitrag zum Restaurant im Hotel Sengscheider Hof in 66386 Sankt Ingbert geschrieben.
vor 2 Jahren
"Hier ist die Abgeschiedenheit ein Trumpf"

Geschrieben am 21.07.2022 | Aktualisiert am 21.07.2022
Der Sengscheider Hof ist mit 103 Jahren jünger und angesagter denn je. Sein 100. Geburtstag fiel Corona zum Opfer; Tage vor dem terminierten Fest wurde das öffentliche Leben komplett heruntergefahren. Deshalb blieb der runde Geburtstag ds Traditionhauses auch weitgehend unbemerkt.Dabei gibt es eine Menge zun erzählen über das Hotel und sein Restaurant im kleinen Sankt Ingberter Weiler fast direkt an der Autobahn A6.

Als Alex Toussaint im Jahr 1991 das Lokal, damals noch "Petermanns Waldschänke", in Sengscheid übernahm, war das ein klassisches Ausflugslokal mit sogenannter gutbürgerlicher Küche., Bloß, Toussaint hatte anderes mit der Küche im Sinn.In der vierten Generation stand er damals dem Betrieb vor, und seine Ausbildung zeigte in eine ganz andere Richtung. Toussaint hatte in Baiersbronn gelernt, er stand damals gemeinsam mit Harald Wohlfahrt in der Küche der "Traube Tonbach", als diese ihre ersten zwei Sterne erkochte. Eine Weile fuhr er zweigleisig; er liess das Traditionshaus im angestammten Gebäude zunächst bestehen und 100m weiter baute er ein neues Hotel-Restaurant. Wirtschaftlich gesehen machte dieser Weg allerdings keinen Sinn. So baute er das alte Restaurant um, als Restaurant blieb nurmehr das neue, während im alten Restaurant Superior-Zimmer, die anspruchsvollen Hotelgästen zur Verfügung stehen, eingerichtet wurden.Toussaint:" Es gab schon Gäste, die sich beschwerten, weil man hier in Sengscheid am frühen Morgen einen Hahn krähen hört. Aber so viel Natur muss sein, und die meisten geniessen diesen ländlichen Frieden, der überraschend wenig von der nahen Autobahn A6 beeinträchtigt wird".

"Wir leben im Wesentlichen vom Hotel", allerdings gehört zum Hotel unbedingt auch das Restaurant", so Manager Andres Dänekamp. Und da beginnt auch schon die dem "Sengscheider Hof" eigene kleine Konfliktsituation -  sicherlich ein Luxusproblem, aber immerhin, es beschäftigt die Herren Toussaint und Dänekamp. Bei 45 Zimmern, da hat man täglich bis zu 40 Anreisen. Diese Gäste haben oft hunderte von Kilometern mit dem Auto hintersich. Die wollen etwas essen und sollen, so Dänekamp, im Restaurant Platz finden. Dann gibt es viele Stammgäste aus St.Ingbert oder Saarbrücken. die ebenfals immer wieder gerne in den Sengscheider Hof zum Essen kommen; auch die Simbas waren schon da :-)). Und dann ist da Axel Toussaint, der einen kompromisslos klaren Kurs in seiner Küche fährt. Keine Convenience, alles wird selbst und frisch gemacht."Das bedeutet enormen Aufwand in der Küche, und den kann man nicht beliebig ausweiten". Da passiert es dann häufiger, dass Reservierungswünsche nicht funktionieren. "Wir können die Hausgäste nicht wegschicken, die wären dann zu Recht sehr verärgert", erzählt Axel Toussaint. Deshalb muss man als Nicht-Hausgast seinen Tisch im Restaurant ab und an einige Tage im voraus reservieren und möglicherweise auch auf einen anderen als den gewünschten Wochentag ausweichen. Das Warten auf den freien Tisch und ein wenig Flexibilität, das lohnt sich im jedem Fall. Toussaint erzählt, dass der Anfang für all seine Kreativität, all seine Perfektion in der Küche aus der langjährigen Zusammernarbeit mit Harry Wohlfahrt in der "Traube Tonbach" stammt. In  Sengscheid hat er sie weiterentwickelt und,  "Qualität kann man nur halten, wenn man Lust darauf hat, wenn man mit Freude bei der Arbeit ist", so Toussaint. Diese Freude an der Arbeit strahlt auch auf das insgesdamt rund 20-köpfige Team aus. "Wir arbeiten wie in einer großen Familie. Das merken auch unsere Gäste, und sie sprechen uns oft darauf an.Wir sind stolz, wewnn man das gute Klima wahrnimmt, das unser Betrieb bietet". In der Coronazeit wurden alle Mitarbeiter/innen zu den regulären Konditionen weiterbeschäftigt; laut Toussaint musste dafür allerdings ein Kredit aufgenommen werden. Aber es sei ihm wichtig gewesen, sein Personal zu halten. Stolz berichtet er, dass nicht ein einziger Mitarbeiter durch Corona den Betrieb verlassen habe. Die Lockdown-Brachzeiten wurden dazu genutzt, um ein Haus, das gegenüber dem Hotel  gekauft werden konnte, in ein Gästehaus mit Appartements umzubauen. Dort kann man nun direkt am Waldrand wohnen, die appartementeigene Küche nutzen oder ein paar Schritte entfernt die Annehmlichkeiten des Hotelrestaurants genießen.

(u.a. Gastro-Newsletter der SZ)


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