Zurück zu Mövenpick Restaurant Kröpcke
GastroGuide-User: ryanair456
hat Mövenpick Restaurant Kröpcke in 30159 Hannover bewertet.
vor 4 Jahren
""Schweizer Berg- und Talfahrt" im Mövenpick"
Verifiziert

Geschrieben am 09.08.2015
Besucht am 26.07.2015
Am 26.07.2015 stand ein Besuch in der Hannoversche Oper an – aber nix „schwere Kost“ sondern – eher meinem Naturell entsprechend  (die „Älteren“ unter uns werden  das Stück kennen – in der Regel als Film mit den Wort Picture zw. Horror & Show): die „Rocky Horror Show“. Vorher wollten Wir nett was essen, weil die Show aber schon um 19:30 begann und wir beim Essen nicht „hetzen“ wollen, war die Auswahl an Restaurant, wo man ab 17:00/17:30  zu Abend essen kann in Hannover doch in der City schon arg eingeschränkt. Also blieb das Aspera (türk. Spezialitäten) oder das Mövenpick. Wir entschieden uns für letzteres…ein Fehler – so viel schon mal vorweg.

Lage & Ambiente: mitten in Hannovers City – am „Kröpcke“, daher nennt sich dieses Mövenpick auch (dreist)  „Café Kröpcke“ – sieht sich als legitimer Nachfolger des Hannöverschen Traditions-Cafés, welches  Anfang der Siebziger zu Zeiten des U-Bahnbaus in Hannover weichen musste. Ich schweife ab. Ambiente: sachlich-modern, aber  der Zahn der Zeit nagt hier an der einen oder anderen Stelle. Die Tische ordentlich eingedeckt, etwas Blumendeko, dazu  „Mövenpick“-Salz- und Pfeffer-(Einweg)Mühlen – die leider irgendwie etwas „schmuddelig/abgegriffen“ ausschauen. Stoffservietten. Soweit also ok.

Service: Begrüßung – freundlich-professionell – wie hier zu erwarten. Wir wurden sofort an den reservierten Tisch  geleitet. Die für unseren Tisch zuständige Mitarbeiterin war sehr aufmerksam und sehr freundlich. Als Tagesempfehlung bot man uns ein Menu an, das Gerichte um den Pfifferling herum offerierte. Wir entschieden uns jedoch für Gerichte von der Karte.

Die Frage nach den Getränken hatten wir für uns mit der Wahl von je einem Glas Champagner  und einer Flasche Wasser (still) getroffen. Beides wurde schnell serviert, der Champagner hatte etwas kühler sein dürfen (ja – dieser hatte sicher keine 8°…), war aber geschmacklich sehr schön trocken und feinperlig. Der Hammer war der Preis 14,90 € / Glas – unverschämt – nur weil Mövenpick Selection – das ist abgehoben.  Mein Fehler – ich hatte nicht in die Getränke-Karte geschaut, war vom „Hannöverschen“ Preisniveau und die 10-11 € ausgegangen. Das Mineralwasser – „Öko-Test“-zertifiziertes Bad Bruckenauer, still, 0,7 f. 6,60 €. Auch preislich sehr gewagt und nicht „marktgerecht.
Da ich gerade beim Thema Getränke bin: Wein werden im Mövenpick ab 0,1 / Glas  offeriert, die Preis beginnen bei gut 3,60 f. 0,1!!! – so war’s auf einer Tafel zu lesen.  Zum Hauptgericht wählten wir beide je ein Glas Cidre brut – gut uns fruchtig schmeckend,  (0,2 / 6,20 € !!!  Einfach nur unverschämt.  Und er kommt an den der Privatkelterei Van Nahmen (aus unserem E-Center, 3,99 €) nicht ran.

Die Speisen – hier gab es Licht und leider sehr viel Schatten:

Als Gruß aus der Küche bekamen wir eine Curry-Frischkäse-Creme mit Kräutern und Fenchel. Ein guter Start: frisch und  mit vielen Geschmacksnoten. Dazu würde ein Korb mit zwei aufgeschnittenen Brötchen gereicht (natur & Körner).

Unsere Vorspeisen: meine Frau wählte die Pfifferling-Rahm-Suppe (9,90€) aus dem „Tagesmenu. Rund und lecker, die Pfifferlinge von sehr guter Qualität, dazu keinen gebratene Speckwürfel, frisch gerebelte Petersilie. Fein abgeschmeckt – ein toller Start.
Auch mein Beginn war klasse: Beef Tartar (15,90€ - große Portion, ca. 150-180 gr), angemacht nach Wahl (natur /mild / pikant), ich hatte letzteres gewählt. Gut gewürzt, durchaus pikant, aber niemals den Geschmack des Fleisches (von guter Qualität) zerstörend.  Dazu leckeres Brot.  Der Start war  also sehr vielversprechend.

Die Hauptgerichte:
Die Wahl meiner besseren Hälfte: Zürcher Rösti mit Kalbsgeschnetzeltem und frischen Champignons  in Rahmsoße (19,90€) – Das Rösti war ordentlich, die Rahmsoße gut abgeschmeckt, die Champignons wie sie eben in Rahmsoße sind, das Kalbsgeschnetzelte aber eine Berg- und Talfahrt. Zarte Stücke in der Minderheit, der Rest eher zäh und sehnig (Restverwertung???). Ob die an sich gut bemessene Portion darüber hinweg täuschen sollte?

Nun das, was mir wiederfuhr: Zanderfilet (21,90€) auf „Flachbohnen“, an Zitronenschaum, mit Rösti-Taler – es sah ja recht gut aus…die Bohnen frisch – aber irgendwie nicht zum Fisch passend, zudem zu viel Bohnenkraut – was sehr dominierte. Das Rösti – ok. Die Sauce  gut, aber knapp bemessen. Das Zanderfilet: das erste Stück gerade noch  essbar, teils recht trocken, sehr viele Gräten, das zweite, etwas dünnere Stück – totgebraten.  Und da stehen doch  Profis in der Küche. Die sollten das gelernt haben. Dem entsprechend habe ich mich der Service-Kraft gegenüber  geäußert – die sich für die mehr als mäßige Küchenleistung bei den Hauptgerichten entschuldigte.

Man bot uns  einen  Digestif oder Kaffee  aus Haus an. Wir lehnten ab.

Sauberkeit: ok – im Gastraum gab es nichts zu mäkeln. Die Toiletten sauber – könnten aber durchaus eine Renovierung vertragen.

PLV: bei dem Getränken – unverschämt, beim Essen – in Anbetracht der suboptimalen Hauptgerichte unpassend. Der freundliche, aufmerksame Service kann hier nichts kompensieren.

Fazit: die Erwartungen  wurden nicht erfüllt (anders als z.B. beim Kaffee und Kuchen – da waren wir vor ein paar Wochen zuvor dort und schwer angetan).  Da es in Hannover viel bessere Alternativen gibt, werden wir hier  nicht wieder zum Essen gehen. Preisgestaltung und Qualität der Hauptgerichte führen hier zur „Abwertung“
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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