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GastroGuide-User: simba47533
einen Beitrag zum Gemmel in 66111 Saarbrücken geschrieben.
vor 6 Tagen
"Junge Frauenpower für den alten Gemmel ?"

Geschrieben am 15.09.2021 | Aktualisiert am 15.09.2021
Als französische Top-Brasserie mit sehr viel Flair wurde das Gasthaus "Gemmel" einst legendär -  und erlebte dann einen Niedergang in Raten. Diverse Betreiber gaben sich die Klinke in die Hand, diverse Konzepte scheiterten krachend. In früheren Zeiten verkörperte der "Gemmel" wie kein zweiter Betrieb im gesamten Saarland das frankophile Genussmotto des Saarlandes -  klein, aber fein, gemütlich und oho. Austern, Artischocke mit Vinaigrette, Lamm-Carrée, Foie gras, Schnecken, Frosschschenkel, Tête de Veau, Bouillabaisse und und und ...  Nur rund dreissig Gäste hatten Platz  -  ein Pariser Jugendstil- Bistro, das besondere Flair. Tempi passati und das schon seit etlichen Jahren.Zuletzt schafften es die letzten Pächter, eine chinesische Familie, nicht, ihre Gastro-Idee "Fish and Duck" über die Corona-Krise zu bringen. Ich selbst, früher häufiger "Gemmel"-Gast, war da schon lange nicht mehr hingegangen.

Jetzt wollen zwei junge Frauen, die "Räubertöchter", an die glorreichen "Gemmel"-Tage anknüpfen. Ohne Frankreich-Schwerpunkt. Aber wie?  "Man kann den alten "Gemmel" nicht auferstehen lassen", so Janina Munteanu (33), studierte Food and Beverage-Managerin und jetzt Geschäftsführerin der "Räubertöchter Food GmbH". "Wir wollen versuchen, den "Gemmel" ins 21.Jahrhundert zu bringen; gediegen, aber nicht rückwärtsgewandt". Dagegen spricht allein schon das großstädtische Bewirtungs-Konzept. Der "Gemmel" soll nämlich "eine gehobene Frühstücks-, Brunch- und Lunch-Kultur" nach Saarbrücken bringen, so Munteanu, die zuvor im Saarbrücker "Vapiano" und in der "Osteria"  gearbeitet hat. Hochwertiges Essen, mit dem man sich wohlfühlt, verspricht sie. Zusammen mit ihrer früheren "Osteria"-Kollegin Annalina Spuetz (25) will sie "die neue Aera bestimmen" sprich das angedachte Programm stemmen; dies zusammen mit vier Köchen. Der führende Koch kommt aus dem bekannten Saarbrücker "Restaurant Quack" und bringt sogar Sterne-Erfahrung vom früheren  "Le Noir" (Jens Jakob) mit. "Die klassischen  Essenszeiten verlieren an Bedeutung" beobachtet  Munteanu. Um 17:30 wird es dennoch einen Break geben: Die Karte wechselt dann zum Abendmenü.

Weil die Geschäftsführerin eigener Aussage nach das Geschäft kennt, nennt sie keinen festen Eröffnungstermin, nicht zuletzt den noch anstehenden Renovierungs- und  Umbauarbeiten geschuldet. Bis November wird es wohl dauern. Dann  solls in die "Ära Gemmel 2.0" gehen. Und ich werde mir den neuen "Gemmel" sehr genau anschauen! Denn weder "Vapiano" noch "Osteria", beides Ketten- bzw. Franchise-Läden, haben je durch hochwertiges Essen auf sich aufmerksam gemacht noch gar geglänzt ;-))).


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