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GastroGuide-User: simba47533
hat Gasthaus Zum Stiefel in 66111 Saarbrücken bewertet.
vor 5 Jahren
"Seit 1702 braute hier ein Vorfahre des Betreibers Bier"
Verifiziert

Geschrieben am 03.06.2015 | Aktualisiert am 03.06.2015
Besucht am 03.06.2015
Wo heute das Gasthaus "Zum Stiefel" steht eröffnete Nickel Kiefer neben seiner Schuster-Werkstatt ein Gasthaus "Zum Stiefel" (der Name lag ja doch sehr nahe) und in den weiteren Nebenräumen betrieb der gelernte Brauer Daniel Bruch, ein direkter Vorfahrte des heutigen Betreibers Thomas Bruch, sein Handwerk.Daniel heiratete die Schusterstochter und begründete damit die Brauerfamilie Bruch, die heute in achter Generation im alleinigen Familienbesitz die Brauerei G.A.Bruch in Saarbrücken betreibt. Auch das Gasthaus, von 1972 bis 1976 grundsaniert, blieb mit kurzer Unterbrechung immer im Besitz der Familie.

Da unser eigentliches Restaurant-Ziel krankheitshalber geschlossen ist, führte uns der Weg nach einem halben Jahr erstmals wieder in den "Stiefel". Unser letzter Besuch war vom Essen her nicht so richtig überzeugend gewesen; heute, das darf ich vorausschicken, sah es insgesamt doch etwas besser aus.

Service: Lauter junge flinke und beflissene Leute; Speisen und Getränke kamen flott auf den Tisch. Dass einer der Kellner grundsätzlich jede Frau ,mit "schöne Frau" anredet, muss vielleicht nicht unbedingt sein. Als ich ihn fragte:"Standardspruch?" grinste er und erwiderte:"Bei mir sind alle schön!" Na ja, wenns die Gebefreudigkeit der Damen in Sachen Trinkgeld hebt; trotzdem vier Sterne.

Ambiente: Oft geschildert; alles ist brauhaustypisch, entweder man mag es oder man mag es eben nicht. Uns stört es zumindest nicht; dreieinhalb Sterne.

Sauberkeit: Die Geschichte mit dem "Multifunktionslappen" hat sich heute nicht wiederholt bzw. wir haben es nicht gesehen, da wir diesmal keinen Blick auf den Pass hatten.  Alles fein sauber; vier Sterne.

Essen; Bestellt haben wir von der Normalkarte "Gefillde", "Sauerbratenroulade" und "Wiener Schnitzel"; getrunken wurde Bruch Pils No.1, Bruch Zwickel und Mineralwasser.

"Gefillde" (ein Gefillder EUR 8,50, zwei Gefillde EUR 10,80) sei für Nicht-Saarländer hier erklärt: der "Gefillde" ist ein Kartoffelkloss mit würziger Hackfleisch-Leberwurstfüllung (eben gefilld), serviert mit Specksauce und Sauerkraut. Ein gut sättigendes Gericht; wer nicht soviel Appetit hat, dem reicht ein "Gefillder" allemal. An diesem Gericht gab es heute nichts auszusetzen ausser dass die Küche mit der Specksauce ein bisschen gegeizt hatte; kein Problem, es wurde nach Reklamation bzw. Bitte umgehend welche im Kännchen nachgebracht.

Die "Sauerbratenroulade" (EUR 15,80), eine Rinderroulade gefüllt mit Spinat, Hackfleisch und rosa Pfeffer kam in Balsamicosauce mit Gemüsepotpourri und Kartoffelstampf. Sie war sehr gross, erheblich grösser als hier sonst gewohnt, war sehr zart und schmeckte einwandfrei; die Beilagen waren nicht sonderlich erwähnenswert.

Das "Wiener Schnitzel" (EUR 17,80) vom Kalb (wie es sich gehört) war aus der Keule geschnitten, goldgelb schwimmend ausgebraten (nicht frittiert), mit Zitronenscheibe garniert und kam mit knusprigen Pommes Frites und einem etwas lieb- und phantasielos angerichteten Salatteller. Ansonsten alles wie es sein soll: die beiden Schnitzel schön geklopft und sehr zart, die Panade locker und leicht blasig darüber, die Pommes genau richtig, Vier Sterne.

Preis-/Leistungsverhältnis: ein "Billigheimer" ist der "Stiefel" nicht; dass er direkt am Markt liegt, kann man an der Preisgestaltung des  Hauses ablesen. Die Preise sind aber an der heute von uns angetroffenen Essensqualität gemessen in Ordnung, bei unserem letzten Besuch waren sie es nicht gewesen (damals waren sie zu hoch, da die bestellten Speisen qualitativ nicht hatten mithalten können). Deshalb heute vier Sterne! 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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