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GastroGuide-User: simba47533
simba47533 hat Wogbachtalhütte in 66131 Saarbrücken bewertet.
vor 10 Monaten
"Hier, in der "Wogbachtalhütte" war ich noch nie zuvor gewesen und meine Frau zuletzt vor zig Jahren ......"
Verifiziert

Geschrieben am 24.08.2023 | Aktualisiert am 24.08.2023
Besucht am 23.08.2023 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 42 EUR
Aus diesem Grunde hatte sie mich gestern zu einem Ausflug in selbige eingeladen. Sie liegt mitten in einem Waldgebiet ganz  in der Nähe des Regionalflughafens Saarbrücken-Ensheim. Trotzdem merkt man hier nichts von irgendwelchen Flugbewegungen, obwohl vom Airport SB-Ensheim aus Antalya, Berlin Brandenburg, Hamburg, Fuerteventura, Gran Canaria und Heraklion angeflogen werden und die Rückmaschinen hier landen. Die Einflug- und auch die Landeschneisen liegen wohl auf der gegenüberliegenden Seite des Airports, denn  rund um die "Wogbachtalhütte" (an der Hüttenfront steht "Wogbachhtal Hütte" und auf dem Zahlungsbeleg sowohl "Wogbachtalhütte" wie auch "Wogbachtal-Hütte"; vielleicht sollten sich die Betreiber mal auf eine einheitliche Schreibweise einigen) herrscht himmlische Ruhe. Vom Airport aus geht es für ein paar Kilometer über ein schmales Wald-Strässchen (mit Mühe und Not kommen zwei normalbreite PKW aneinander vorbei; trifft man unterwegs auf ein größeres Gefährt, ist Hängen im Schacht), bis man die Hütte schliesslich erreicht. Mittwochs und Samstags von 12 bis 20 Uhr sowie Sonntags von 10 bis 20 Uhr werden für hungrige und durstige Gäste die Pforten geöffnet. Wir kamen gestern gegen 13;20 Uhr an, es herrschte überaus reges Treiben (eine große Radler-Gruppe von alten Herren weit jenseits der Siebzig, etliche PKW- Benutzer/innen, viele davon mit Hunden und wir beide). Ich kann mir gut vorstellen, dass hier an den Wochenenden buchstäblich die Hölle los ist. Im weitläufigen Aussenbereich vor der Hütte sitzt man an langen Bierzelttischen auf Bierzeltbänken; kleinere Tische mit Stühlen gibt es auch drei oder vier, Viele große Sonnensegel und viele Paulaner-Sonnenschirme sorgen für ausreichende Beschattung der Gäste . Wir nahmen an einem der Bierzelttische Platz, auf dem Weg dahin griff ich mir noch zwei Speisekarten (Getränkekarten gibt es nicht, das entsprechende Angebot muss der Gast beim Servicepersonal erfragen) und zwei Sitzkissen.

Wir sassen knapp 10 Minuten und erfreuten uns an der Stille, dann hatte uns eine Servicemaid erspäht und steuerte uns zielstrebig an, um die Getränkewünsche zu erfragen. Meine liebe Frau entschied sich für eine hausgemachte "Erdbeerminze" (0,4l EUR 3,80), ich, heute Beifahrer, bestellte das erste von insgesamt zwei hellen Paulaner-Weizen (0,5l EUR 3,80). Anschliessend vertieften wir uns in die beiden auf Klemmbrettern befestigten handgeschriebenen Speisekarten. Auf der einen Kate geht es um das Wochengericht, in dieser Woche den "Saarländer Hüttenteller "von allem ebbes"" für EUR 15,90 , auf der anderen Karte sind einige Gerichte, vorwiegend Deftiges; aufgelistet. Mme. Simba entschied sich für den "Wurstsalat mit Röstkartoffeln" (EUR 12,00) von der Normalkarte sowie für ein anschliessendes "Tütenvanilleeis" für EUR 3,00. Ich liebäugelte mit dem "Hüttenteller", wollte aber vor der Bestellung von der Servicekraft wissen, ob die Tellerkomponente "Dibbelabbes mit Apfelmus" für mich weggelassen werden und ich stattdessen eine Aufstockung der Komponente "Wurstsalat"  haben könnte. Es war möglich. Kurze Erklärung zum Dibbelabbes, einem saarländischen Nationalgericht, hergestellt in der Pfanne aus geriebenen rohen  Kartoffeln mit Lauch, frischen Eiern, Pfeffer, Salz  und kleingewürfeltem Speck. Ich als Nichtsaarländer mag dieses Gericht absolut nicht , nicht nur weil es für mich so aussieht, als hätte es schon mal jemand im Magen gehabt. Die Eingeboren lieben es sehr; im Saarbrücker Restaurant "La Bastille" ist der Dibbelabbes die Attraktion schlechthin und wird dort  in sechs verschiedenen Versionen angeboten.

Meine liebe Frau war mit ihrer Wurstsalatbestellung äusserst zufrieden; er war sehr gut angemacht und die Röstkartoffelwürfelchen (Kantenlänge 9-10 mm) waren äusserst knusprig und sehr gut gewürzt. Ein richtiger Knaller! Mein Hüttenteller hatte wirklich von "(fast) allem ebbes"", nämlich Gefillde gebraten mit Sauerkraut , anstzelle des von mir verschmähten Dibbelabbes eine extragroße Portion Wurstsalat mit dunklem Brot sowie Mini-Lyoner gebraten mit hausgemachter Senf-Mayonnaise.  Hätten eigentlich nur noch Eiersalat und Rindfleischsalat gefehlt. Allerdings hätte ich den Gefillde, ebenfalls ein saarländisches Nationalgericht, lieber in der Originalversion sprich als ganzen mit Landleberwurst gefüllten Kartoffelkloß gehabt. Hier war er leider mit Speckwürfeln gefüllt, in Scheiben geschnitten und in der Pfanne gebraten worden. Schade. Dafür versöhnten mich der Wurstsalat, das dunkle Brot und der gebratene Mini-Lyoner, der alles andere als "mini" war. Anstelle der hausgemachten Senf-Mayonnaise wäre mir ein mittelscharfer Dijon-Senf allerdings lieber gewesen. Insgesamt aber ein sehr schönes Gericht; die Menge an Wurstsalat packten wir beide nicht; der nicht gerade kleine Rest wurde für uns eingepackt. Das Dessert Tüten-Vanillteis war keine Offenbarung,wurde von meinem Schatz aber trotzdem tapfer weggelutscht.

Fazit: Wir waren sehr zufrieden und kommen gerne wieder, allerdings nicht am Wochenende.

P.S. Zum Ambiente der Innenräume und zu den Nassräumen können wir nichts sagen; wir haben sie nicht aufgesucht. P.S.P.S. Die Biere werden hier sehr gut, nämlich weit über Eichstrich, eingeschenkt.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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