Schloss Eberstein · Werners Restaurant
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Schloss Eberstein 1, 76593 Gernsbach
Restaurant Weinstube Hotel Sternerestaurant
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GastroGuide-User: Oparazzo
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vor 1 Woche
"Ein perfekter Hochzeitstag"
Verifiziert

Geschrieben am 30.11.2019 | Aktualisiert am 30.11.2019
Besucht am 29.12.2018 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 492 EUR

Dreizehn Jahre mit der besten Frau der Welt verheiratet zu sein war für uns ein würdiger Anlass, mal wieder eines der gar nicht so wenigen Sternerestaurants der näheren Umgebung aufzusuchen. Das Jahr zuvor hatte es im Schloss Eberstein nicht geklappt, nun aber endlich doch. Gott sei Dank, denn es wurde ein richtig schöner Abend.


Die erste erfreuliche Überraschung war das Wiedersehen mit Andrés Marti, dem katalanischen Sommelier, der uns schon drei Jahre zuvor im Salon des Karlsruher Kesselhauses mit viel guter Laune und noch besserem Wein versorgt hatte und inzwischen, nach einem Intermezzo im Karlsruher Sein, seit über einem Jahr Werner's Restaurantleiter & Sommelier ist.

Es wurde noch voller
Hier hat das Haus einen wirklich guten Griff getan, denn er hat nicht nur ein untrügliches Gespür für den passenden Wein zum jeweiligen Gang, sondern kann einem auch mit viel Begeisterung erklären, warum. Und da die Überraschungs-Menüfolge nur fünf Gänge umfasste, durfte es jeweils ein bisschen mehr sein, und wenn das Glas leer war, bevor man fertig gegessen hatte, wurde eben nachgeschenkt. Oder auch einfach nur so. Moltes gràcies, Andrés!

"Nur" fünf Gänge soll natürlich keine Kritik sein. Es gab nämlich zum bei solch einem Anlass obligatorischen Champagner


- als Knabberbegleitung erst mal eine Obazda-Sternevariante mit Tiroler Schüttelbrot (das beim Kauen etwas zu viel Krach macht und an dem man sich auch das Zahnfleisch aufkratzt, mit anderen Worten, etwas Weicheres wäre mir lieber gewesen. Jetzt schämt es sich und traut sich nicht mit aufs Bild, lässt sich aber durch Draufklicken aus dem Versteck locken); 

 
- als Amuse Gueule ein Dim Sum mit Pilzfüllung auf sahnigem Lauchgemüse

 
- eine Art Schichttorte aus Gänseleberterrine und blanchierten Rotkohlblättern, ein nicht ganz leicht zu verzehrender Hochgenuss, weil das bereitgelegte Buttermesser zwar die Gänseleber wie Butter durchtrennte, aber sich am Kohl die nicht vorhandenen Zähne ausbiss;


- einen auf der Haut gebratenen, kräftig duftenden Seewolf auf Fregola Sarda (Pasta in Erbsengestalt - kannten wir noch nicht) und großartigem, sauer fermentiertem Fenchel, quasi Sauerkraut der Luxusklasse;


- Zwei rosa gebratene, SEHR großzügig bemessene Entenbrusttranchen mit Austernpilzen, getrüffeltem Wirsing und ein paar Panissestückchen, letztere nicht so mein Ding, da sie mich textur- und geschmacklich zu sehr an trockene Polenta erinnerten, eine, wie ich finde, maßlos überschätzte Beilage.

Danach waren wir eigentlich schon sehr satt und sehr glücklich, trotzdem gab es noch


- einen kleinen Apfelsorbet-Zwischengang,


- ein elegantes Arrangement aus lockerer Valrhonamousse und Maracujasorbet, das man sich fast schämte, mit dem Löffel zu zerstören (ist das Kunst oder kann man das essen?) und


- lecker Tölzer Käse, 


bzw. für meine liebe, oben erwähnte Frau, die das Erwachsenenalter in einem käselosen Land erreicht hat, ein feines Erdbeersorbet. 

 
Eine tolle Menüfolge und insgesamt ein wirklich perfekter Abend, auch deshalb, weil wir danach nur noch die Treppe hochmussten, um in unser Schlafgemach zu wanken.


Und nachdem wir uns am nächsten Morgen die Augen wachgerieben hatten, bot sich uns dieser Blick über die zumindest von weitem schöne Stadt Gernsbach:


Das Ganze fand im Rahmen des Reinschmecker-Arrangements statt. Der Gesamtpreis von 492 Euro schließt Übernachtung und Frühstück ein.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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