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GastroGuide-User: kgsbus
hat Vendôme · Gourmetrestaurant · Althoff Grandhotel Schloss Bensberg in 51429 Bergisch Gladbach bewertet.
vor 2 Jahren
"Das Entstehen des höchsten Gutes und der Genuss daran sind gleichzeitig - Epikur von Samos"

Geschrieben am 23.11.2018 | Aktualisiert am 23.11.2018
Mögen einige Köche oder Betriebe zur Zeit auch mehr angesagt sein, Joachim Wissler und das Vendome sind in meinem Kosmos einfach die absolute Spitze (aber meine Welt ist ja auf jeden Fall „begrenzt“ – jedoch mache ich gelegentlich einen kleinen Abstecher aus dem Bergischen Land und der Köln-Bonner-Bucht hinaus. Aber nur in Orte mit vielversprechender Küche: als Erweiterung oder Erinnerung – so stehen für mich Christian Bau oder Sonnora weiterhin als Ziele an – die Küche in Perl möchte ich neu kennen lernen bzw. in Dreis im Andenken an Helmut Thieltges speisen und auch die Entwicklung unter Clemens Rambichler erspüren).

Meinem Hobby „Genießen“ kann ich hier jedenfalls ungezwungen und mit Freuden nachkommen.

Service

Nicht nur die Küche erfreut mich immer wieder. Nein auch die Einrichtung und der Service machen mir Freude.
Warum? Weil er so geräuschlos, locker und stimmig abläuft. Auch der neue Maître
Christoph Lange wird sicher in dieses Bild passen; schließlich hat er in Hamburg im „Seven Seas“ ** in gleicher Position erfolgreich gearbeitet.

Und nebenher: Das ganze Team arbeitet wie ein edles „Uhrwerk“: Jedes Rädchen arbeitet präzise, hat seine Funktion und bewegt das Ganze harmonisch und zuverlässig.

Die Sommeliers, die ich hier erleben konnte, sind ebenfalls einfach Spitze. Und ich freue mich daher auf Marco Franzelins Getränkebegleitung. Es sind nicht unbedingt die ganz teuren Weine, aber immer stimmige Exemplare zum Essen. Natürlich kann man auch in die Weinkarte studieren, selbst entscheiden oder ganze Flaschen ordern.

Die Karte(n)

Samstag und Sonntag öffnet das Vendome auch mittags und bietet dafür ein besonderes Menü (Gourmet Lunch) in vier Gängen an inklusive Champagner zur Begrüßung, Wasser und Kaffee am Ende.

Gruß aus der Küche

Vorher werden einige feingliedrige Gänge serviert. Unter dem Namen „Picknick“ kommen diesmal fünf kleine Grüße.
Auch die Patisserie lässt sich nicht lumpen und kredenzt ebenfalls kleine Teller unter dem Motto „Bensberger Weihnachtsmarkt“.

Es gibt also keinen Anlass zur Vermutung bzw. Sorge, dass ein Vier-Gang-Lunch den Hunger nicht vertreibt. Im Gegenteil: Das große Menü besteht aus zehn Gängen und noch mehr Grüßen und stellt dann schon eine echte Herausforderung in Menge und Vielfalt dar.

Die verkosteten Speisen

PICKNICK

T H U N F I S C H - S A N D W I C H

Sandwich
Das kleine Kunstwerk hat mir auch geschmeckt. Außen die krosse dünne Brotscheibe, innen er rohe Tunfisch. Kräuter und Blüten waren als Aromen vorhanden, den Holzkohle-Geschmack habe ich separat nicht gefunden, sicher hat er die kräftigen Töne zum Gericht gegeben.

T O M A T E N M A C A R O N

Macaron
Der Tomatengeschmack war deutlich zu spüren; aber leichte Rauchtöne und Röstaromen kamen vom Fleisch, das wie ein Belag zwischen den beiden Hälften des Baisergebäcks steckte. Obenauf war eine Art helle Paste, die den Gesamteindruck abrundete.

Z U C K E R S C H O T E & S H R I M P S

Zuckerschote
Das kleine Meerestier war auf Erbsen und Zuckerschote gelagert. Die feine Schärfe von Wasabi unterstützte den Abgang; zuerst kam eine dezente Süße und dann die herben Noten.

W I E N E R S C H N I T Z E L

Wiener
Ein kleines Schnitzel – was soll daran Besonderes sein? - Es schmeckte einfach köstlich. Warum sind die größeren Verwandten meist nicht so weich, gewürzt und goldbraun wie hier? Es fehlte auch nicht die klassische Garnitur!

M I L C H F E R K E L B A U C H „ K R O S S “

Bauch
Durchwachsenes Schweinchen mag ich grundsätzlich nicht besonders gerne. Das Stückchen sah jedoch wunderschön aus und schmeckte angenehm; zuerst der Crunch, dann das zarte Fleisch. Der Senf gab etwas Würze.

Ich liebe diese kleinen Kunstwerke und könnte mich davon alleine begeistern lassen (so wie es damals Dieter Müller in Lerbach mit seinem Amuse bouche-Menu vorgemacht hat).

Die Gerichte waren als Fingerfood gedacht und daher auch ohne Besteck serviert. Am Ende wurde dann eine weiße zylindrische „Pille“ mit heißem Wasser aufgegossen. Darauf hin schoss das weiche Papier wie eine Ziehharmonika nach oben in die Höhe und war eine warme feuchte Serviette zur Handreinigung.

MENU

O C T O P U S S A L A T

Octopus
Verschiedene Teile vom Tintenfisch wurden in Form und Einsatz gebracht. Einmal waren die Scheiben bzw. halben Stücke kreisförmig angeordnet und lagen auf einer Art Reiscracker. Weitere Stücke waren konzentrisch um das dezentrale Hauptstück angeordnet worden. Dazwischen befanden sich die Gemüseteile. Die Tomaten-Minze-Sauce ergab den verbindenden Geschmack.
Selbstverständlich war der Octopus auf den Punkt gegart und herrlich zart.

C O F I E R T E R L A B E L R O U G E L A C H S & D I L L B U T T E R

Lachs
Der Lachs war butterweich und saftig. Grundsätzlich liebe ich Fisch auf der Haut kross gebraten am meisten. Aber dieses confierte Filet hat mir außerordentlich zugesagt. Der orange Kaviar passte mit leichten Salznoten gut dazu.
Einige kleine Muscheln begleiteten den Fisch.
Der grüne Spargel war ebenfalls buttrig überzogen und mild im Geschmack.
Dazu gab es noch ein cremiges Püree und eine helle Sauce.

C H A L L A N S E N T E & B L A U B E E R K O M P O T T

Ente
Von der Ente gab es verschiedene Fleischarten bzw. Stücke: Brust und Ragout. Auf der Schwarzwurzel waren kleine Kleckse Püree mit winzigen Trüffelröllchen angeordnet. Weitere Pilzstücke waren (vielleicht Shiitake) Begleiter der Blaubeeren und Gemüsescheiben.
Das Kompott passte schmackhaft zu den Wild- bzw. Waldaromen der anderen Zutaten.
Kloß
Ein Kloß bzw. Knödel – separat in einem Körbchen – gab es ebenfalls. Er war gefüllt und mit einer Marmeladenhalbkugel bekrönt.
Kartoffelmousseline
Das Püree wurde auch in einer extra Schale gereicht.

M E L O N E N S A L A T & V E R V E I N E E I S C R È M E

Dessert
Die Melonenstücke waren in Würfelform geschnitten und mariniert worden. Zwei verschiedene Eiscremes waren als Nocken geformt. Teile der Eisenkrautpflanze waren zur Aromatisierung eingesetzt worden. Die blonde Schokolade diente auch dem Geschmack. Die Lakritzschnecke sah durchaus echt aus, war aber wie angesagt aus einer weichen gefärbeten Schokolade gespritzt worden.
Die weiche cremige Konsistenz weicht dabei völlig vom gewohnten Lakritz ab. Der Geschmack war sehr fein und doch leicht an Süßholz erinnernd.
Eis und Champagner-Verveineaufguss
Ein zerstoßenes Wassereis mit einem Aufguss wurde separat gereicht.

B E N S B E R G E R W E I H N A C H T S M A R KT

LINZER-MAGNUM
Linzer-Magnum
PUNSCH MARSHMALLOW

VANILLE KIPFERL

RUM-BAUMKUCHENSPITZE

HONIGKUCHEN & BITTERORANGENCRÈME
Weihnachtsmarkt I
BRATAPFEL

LEBKUCHEN MACARON

RUMKUGEL & HASELNUSS
Weihnachtsmarkt II
ZARTBITTERSCHOKOLADEN PRALINE

Die feinen Köstlichkeiten wurden auf drei Unterlagen – eine davon ein Adventskörbchen – präsentiert. Alle neun Teile waren in sich stimmig. ich habe sie genüsslich verzehrt und mich an den Aromen erfreut.

Getränke

S.Pellegrino Mineralwasser medium

Champagne Bruno Paillard - Première Cuvée

Tement - Steinbach - Gelber Muskateller 2016

Francois Ecot - Troma-Onirique Aligoté

Roero Nebbiolo DOCG 2014 VALFACCENDA

Milz-Laurentiushof - Trittenheimer Felsenkopf Riesling Spätlese 2007

Espresso

Appleton Estate 21 Jahre Jamaica Rum

Fazit

5 – unbedingt wieder

(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

Datum des Besuchs: 18.11.2018 - Lunch - 2 Personen

Meine Genießer-Erlebnisse stehen auch bei http://kgsbus.beepworld.de/archiv.htm


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