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GastroGuide-User: simba47533
simba47533 hat Saigon Restaurant in 66111 Saarbrücken bewertet.
vor 2 Monaten
"Beim letzten Besuch war sie aus, die Wan Tan Suppe, dafür musste es sie heute geben, und zwar "in groß" !"
Verifiziert

Geschrieben am 26.04.2024 | Aktualisiert am 25.05.2024
Besucht am 26.04.2024 Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen Rechnungsbetrag: 20 EUR
Mme. Simba und vier ihrer Freundinen fahren heute am Abend nach Spicheren, direkt hinter der deutsch-französischen Grenze, um dort im "Bertha"  zu speisen; quasi eine Art "Ladies Dinner". Das "Bertha" ist genau wie der "Woll" Spicherner Gastro-Urgestein; beide Lokale existieren seit über 60 Jahren und hier wie dort kriegt man "gehobene Hausmannskost mit Pfiff" . Mir persönlich ist der "Woll" gut bekannt, das "Bertha" nicht. Mein in Grand Est wohnender ungarischer Physiotherapeut kennt beide Gastros; sein Kommentar zum "Bertha":: "Der Wirt und Chefkoch ist ein sehr launischer Mensch und genau so wie er gelaunt ist kocht er dann auch." Ich drücke meiner lieben Frau und ihren Begleiterinnen die Daumen, dass er heute gut gelaunt sein möge.

Zwar wird sich der Lööf am Abend grobe Bauernbratwurst (der Saumagen ist schon weg, die Lewwerknepp sind es auch) vom in Sulzbach mit einer Filiale vertretenen Pfälzer Metzger Burgard braten, aber ein klein wenig Restaurantluft wollte er heute doch schon auch schnuppern. Kalbsnierchen sollte es sein, aber das "Milano" scheint sie von der Karte gestrichen zu haben; die auf der "Milano"-HP veröffentlichte Karte zeigt sie jedenfalls nicht mehr. Saublöd! Also ging es für mich wieder einmal ins von mir sehr geschätzte "Saigon". Beim letzten Besuch (siehe Bericht) wollte ich als Vorspeise die Wan Tan Suppe haben; leider war sie "aus" und der Wirt, an dem Tag "Einzelkämpfer mit Koch- und Service-Verpflichtung" hatte natürlich keine Zeit, für mich neue Wan Tans zu produzieren. Heute gab es sie und so bestellte ich die Wan Tan Suppe diesmal als Hauptgericht mit Garnelen für EUR 16,00, zusammen mit einem Bia Saigon Export (0,33l EUR 4,00). Das kam zügig, gebracht von einer jungen vietnamesischen Dame, die ich bis dato nicht kannte. Personalwechsel ? Wie gehabt gibt es zur Flasche Bier bzw. Bia ein Bitburger Pilsglas, nicht mehr aber den Bierdeckel einer bayrischen Brauerei; der Deckel  kommt neuerdings von einem Saarbrücker Verkehrsbetrieb. Auch recht.

Im Vorfeld der mächtig großen Suppenschale (ich mag den Begriff Bowl überhaupt nicht leiden) kam eine kleine Platte, darauf eine ordentliche Portion Bambussprossenund ein Schüsselchen mit einem Limettenschnitz und gehackten kleine roten Teufelchen, dazu zwei Spritzflaschen mit Soja- bzw. Fischsoße. Den ganzen Kram kann man entweder als Vorspeise mümmeln oder partiell auch in die Suppe geben. Ich tue immer beides. Doch Vorsicht vor den kleinen roten Teufelchen. Sie und vor allem die darin enthaltenen Kernlein  arbeiten zeitverzögert. Hat man was davon im Mund, spürt man zunächst wenig, aber nach ein bis zwei Minuten bricht buchstäblich die Hölle los: Lippen, Mundhöhle, Zunge und Rache brenen wie Sau! Bier, Sprudel oder Milch hinterherzuschütten bringt absolut keine Linderung. Einziges Gegenmittel, das habe ich in meinem Lieblingsland Indonesien gelernt, ist ein Glas heißes Wasser. Aber bitte nicht brüllendheiß !

Die hier servierte Wan Tan Suppe (eigentlich ist es ja keine Suppe sondern eine Brühe) hat neben den namensgebenden Wan Tans und großen Garnelen, genau die gleiche Zutaten wie die vietnamesische Nationalsuppe Pho Bo: Reisnudeln, krausse Petersilie, Möhrenscheiben, Streifen vom Spitzkohl,Bambussprossen und Lauch. Die dünn geschnitten Rindfleischscheiben (entweder vorgegart oder direkt in der heißen Brühe gegart) werden bei der Wan Tan Suppe eben durch Wan Tans ersetzt.

Acht große selbstgemachte  Wan Tans  lagen in meiner Brühe, dazu zwei große Garnelen; mir hätten sechs Wan Tans völlig gereicht und gerne hätte ich dafür ersatzweise zwei Garnelen mehr gehabt. War aber nicht. An der erste Wan Tan habe ich mir fast den Mund verbrannt; frisch aus der sehr heissen Brühe herausgenommen, sollte man sie erst etwas abkühlen  lassen, bevor man sie zum Munde führt. Ich habe sie je nach Bedarf einzel aus der Brühe herausgefischt und auf der Platte mit den Bambussprossen zwischengelagert. Die Brühe selbst war sehr aromatisch; hier hat die Pho Bo Pate gestanden, denn es war eine Rinderbrühe. Wem sie zu "soft"ist der kann ihr ja per Dreingabe der kleinen roten Teufelche auf die Sprünge helfen. Mir war sie im Originalzustand sprich ungetuned  recht so wie sie auf den Tisch kam.Ich kann die Schüssel mit der Pho Bo hier nie bis auf den Grund leeren;; bei der Wan Tan Suppe im Hauptgerichts-Format ist mir dies heute  auch nicht gelungen. Angenehm gesättigt war ich trotzdem, und das ist  ja schliesslich die  Hauptsache -:))
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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