Simonz
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Simonsstraße 36, 42117 Wuppertal
Restaurant Cafebar Biergarten
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GastroGuide-User: x2x
hat Simonz in 42117 Wuppertal bewertet.
vor 4 Monaten
"Öko + Bio + Vegan = Birkenstock Ambiente"

Geschrieben am 14.04.2020 | Aktualisiert am 14.04.2020
Besucht am 02.10.2019 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
* Es ist schon einige Jahre her, dass ich erstmals im Cafe (Restaurant) "Simonz" aufgeschlagen bin. Es muss einen Grund haben, warum es zunächst bei diesem einzigen Besuch geblieben ist.

* Nun aber ergab sich die Gelegenheit dort nochmals Gast zu sein. Ein Bekannter aus der Medien-Szene wollte mit mir ein paar Dinge besprechen. Das sich sein Büro und ebenso sein Wohnsitz im Wuppertaler Stadtbezirk "Arrenberg" befindet, lautet sein Vorschlag für unser Treffen das "Simonz". Ich konnte meine überschaubare Begeisterung unterdrücken, was bei einer SMS ja auch kein Problem ist. Also auf in den Bezirk "Arrenberg", den ich immer mit gemischten Gefühlen besuche. Zwar sprechen dort einige Aktivisten der Szene vom "Aufbruch-Arrenberg", aber richtig wohl fühle ich mich dort nicht. Dort wo zwischen viele alten und vielen renovierungsbedürftigen Häusern sich das "Simonz" befindet. Zuvor schaute ich mir noch die Homepage des "Simonz" an. Nun sagen wir es mal so, meine Begeisterung war ebenso wieder überschaubar. Auffällig allerdings auf der Homepage der Hinweis, dass sich dort einer der schönsten Biergärten der Stadt befindet. Genau aus diesem Grund hat uns vor Jahren dieser Betrieb auch nicht ansatzweise überzeugt. Hasimausi und ich waren seinerzeit exakt der gegenteiligen Meinung. Wir erlebten dort eines der schlimmsten Biergärten in der Stadt.

* Also ab zum Cafe "Simonz", zugegeben mit einer geringen Erwartungshaltung. Und die wurde auch nicht besser, nachdem ich eingetreten war. Es sah dort noch genau so aus, wie ich es in Erinnerung hatte. Die Stühle, die Tische und noch einiges mehr stammten aus unterschiedlichen Epochen. Ihre sichtbare Abnutzung hatten die Stühle schon vor 50 Jahren (oder noch länger) erleiden müssen. Böse Zungen würden von Sperrmüll-Mobiliar sprechen. Aber es gibt designorientierte Menschen, die findet das chic, in und trendy. - Aber lassen wir besser diese wenig zielführende Diskussion. Mein Bekannter war schon vor Ort, dass Cafe/Restaurant übersichtlich gefüllt. Wohlfühlen werde ich mich hier niemals. Nun gut, meine Meinung ist nicht ausschlaggebend, das "Simonz" gibt es bestimmt schon etwa 10 Jahre (geschätzt) und kann sich offenbar behaupten. -  Eine Bedienung brachte die Karten.

* Karten in einem Restaurant lese ich zunächst nicht intensiv, sondern lese sie erst einmal "quer" um eventuelle positive Auffälligkeiten sofort zu erkennen. Bei dieser Karte stolperte ich zum Teil mehrfach über die Begriffe Bio, Vegan, Fleischlos, Hafer und Soja. Nun ich dachte mir meinen Teil. Wenn ich jetzt ausgesprochen hätte welches Gedankenwerk sich inzwischen in meinem Kopf gebildet hatte, Hasimausi hätte mich abgestraft. Aber sie war ja leider nicht anwesend. Vermutlich hätte sich sehr ironisch gesagt: "Och schade, keine Gericht mit Tofu".

* Nun gut, wir beide - mein Bekannter und ich - waren verabredet um hier ein paar Dinge zu besprechen und nicht verabredet um hier mal nett ein Abendessen zu genießen. Daher waren unsere Wünsche an die Bedienung etwas ausgerichtet in Richtung "Snack/Häppchen/kleiner Magenfüller". Meine Wahl: Kölsch aus dem guten Haus Reissdorf und Penne mit Rumpsteakstreifen. Positiv viel auf, dass die Biermarke Pinkus aus Münster angeboten wurde. Eine kleine, feine Regionalmarke (Pinkus Müller) aus der Fahrradstadt Münster. Hier im Rheinland eine Rarität. Mein Kollege gegenüber hatte sich für den Salatteller mit Ziegenkäse, Honig und Nüssen entschieden und dazu eine Rharbarber-Schorle bestellt. Im Abgleich zum Kölsch ist Rhabarber Schorle.......................... Ach lassen wir das.

* Während wir unsere Themen besprachen und diskutierten, hatte ich Gelegenheit mich etwas umzusehen. Das mir das Ambiente nicht gefiel, muss ich nicht nochmals betonen. Das war alles weit weg von Stil oder einer gewissen gastronomischen Eleganz. Es mag vielleicht Kritiker geben, die würden von einer "recht einfachen" Ausstattung sprechen, aber selbst das wäre mir noch zu dick aufgetragen. Und der Service und die Bedienung ? Nein keine Birkenstock-Sandalen und auch keine Wollstrümpfe (sorry für das nächste Vorurteil), aber doch etwas Grün-Links orientiert. Nun gut, ich wollte hier zwar keinen Wohlfühlabend erleben, aber auch für ein halb geschäftliches Gespräch braucht man ein akzeptables Ambiente. Und das Publikum ? Nun ein Gemisch aus der früheren und inzwischen gealterten alternativen grünen Liste und einige aus der 68er Bewegung. Dazu jüngere und mittelalte Wähler von Robert Habeck und ganz sicher auch von Dr. Anton Hofreiter. Aber auch ein paar Anzugträger waren zu erkennen. -  Unser Essen wurde serviert.

* Mein Erstaunen war mehr als groß, als ich den Salatteller meines Bekannten erblickte. Groß, breit, hoch und viel. Ja eigentlich schon zu viel - zumindest mit meinen Maßstäben gemessen. Oder böse formuliert, davon hätte ein Kaninchen 2 Tage mümmeln können. Allerdings ohne den reichlich portionierten Ziegenkäse der oben auf dem Kilo Salat ruhte, denn Kaninchen essen wohl kaum Käse. Mein Bekannter zeigte sich ebenso überrascht. Wobei er alles lobte. Den Salat in seiner Vielfältigkeit und ebenso in seiner Frische. Auch meine Penne mit Streifen vom Rumpsteak war großzügig portioniert, zumindest die Teigwaren. Bei den Streifen vom Rumpsteak war der Koch jedoch erkennbar sparsam. Als ich dann meine erste beladene Gabel zum Munde führte, war ich weit weg von einer Zufriedenheit. Als der Koch die italienische Teigware im Topf mit heißem Wasser zubereitet hat, mag er wohl lautstark in den Topf gerufen haben - "al dente, al dente, al dente"-  aber ihm hat wohl keiner der Nudeln zugehört. Die Nudeln zogen für sich eine weiche Konsistenz vor. Und die Streifen vom Rumpsteak ? Akzeptabler Durchschnitt. Kann man besser zubereiten und auch die Qualität des Fleisch sorgfältiger beachten. Einzig mit dem gehobelten Parmesan war ich dann doch zufrieden. Aber das waren etwa 0,5% vom gesamten nicht ganz gelungenen Pasta-Werk. 

* Fazit: Der Abend war erfolgreich, bezogen auf unser Gespräch. Wir erzielten Einigkeit und konsumierten dann noch das ein oder andere Kaltgetränk. Mein Bekannter verabschiedete sich von der Rhabarber-Schorle (eine gute Entscheidung) und wechselte zu einem badischen Bio-Grauburgunder, den er ausdrücklich lobte. Da wir beide nicht mehr fahren mussten, wechselte ich vom Reissdorf Kölsch auf das Bier von Pinkus Müller. Dazu noch sehr frisches Brot mit ordentlichen Dips, das wohl nicht "made by Handelshof" war. Die Bewertung des Essens ist nicht einfach. Mein Bekannter war mit seinem Salat sehr zufrieden, interpretieren wir daraus die Schulnote 2. Ich mit meiner Teigware kann nur eine glatte 4 abgeben. Mit anderen Worten, gute 2,5 Sterne für das Essen. Der Service war bemüht, eine Beziehung zum Gast entstand nicht. Zum Ambiente habe ich ausgiebig informiert. -  Als wir das Haus verließen, fiel mein Blick in den schon herbstlichen Biergarten. Damals wie heute habe ich dort nicht eines der schönsten Biergärten der Stadt erkennen können - so wie es auf der Homepage des "Simonz" zu lesen ist.

ps. Mein Bekannter wurde vorab über den Inhalt dieser Bewertung informiert. Er kann alles so unterschreiben, hat jedoch etwas geschmunzelt ? Warum ? Nun er legt ausdrücklich Wert darauf, nicht zu Gruppe der grünen Robert Habeck Anhänger zu gehören. Ich habe ihm gratuliert. 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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