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Da kam für uns nur das Restaurant BerlinO in Frage, da es schräg gegenüber von Huxleys Welt auf der anderen Straßenseite liegt.
Am späten Nachmittag nahmen wir die U-Bahn, und liefen die letzten Meter bis zum Restaurant. Obwohl schon die ersten Fans auf den Einlass warteten, liefen wir erwartungsvoll zum Italiener. Hier waren bei dem schönen Frühlingswetter leider alle Außenplätze belegt, sodass wir drinnen im Lokal Platz nehmen mussten. Das war vielleicht auch nicht so schlecht, entgingen wir dadurch dem Straßenlärm.
Im Lokal staunten wir dann jedoch erst einmal über die enorme Höhe des Raumes, und kamen uns fast vor wie in einer Bahnhofshalle, auch, da das Restaurant ein langer Schlauch ist, und alle Tische hintereinander aufgefädelt sind.
Dafür war der Gastraum mit hellen Farben gestrichen, große Bilder von Italien hingen an den Wänden. So wurde es zumindest erst einmal freundlicher. Entlang der langen Wand stand eine große Sitzbank, welche mit hellem Kunstleder angenehm weich gepolstert war. Würde man alle Tische zusammenschieben, bekäme man da locker eine Gruppe mit 50 Personen hingesetzt. Die Tische hier im Lokal waren aus dunklem Holz und ausreichend groß, um auch die großen Pizzateller unterzubringen. Auch die Stühle sind aus dem gleichfarbigen Holz. Die geschwungene Lehne als auch die Sitzfläche sind ebenfalls aus dem hellen Kunstleder gefertigt. An der gegenüberliegenden Wand standen ebenfalls noch ein paar Tische, immer als vierer Sitzgruppe aufgebaut. Wer auf Toilette musste, durfte immer durch diesen langen Gang gehen. Das ist dann schon fast wie auf dem Laufsteg.
Zum Glück gibt es aber noch eine kleine Sitzecke neben dem Eingang. Hier kann man durch das große Fenster dem Treiben draußen auf der Straße zuschauen, oder aber dem Pizzabäcker, der nebenan seine Pizzen in den Ofen schob. Da das Restaurant noch leer war, und wir somit freie Platzwahl hatten, bevorzugten wir natürlich diese Ecke.
Mehrere junge Herren waren hier im Service tätig, einen festen Kellner für unseren Tisch hatten wir nicht. Die Speisekarte war schnell gereicht, und da wollte der junge Herr auch schon die Getränke abfragen. Wir erbaten uns aber etwas Zeit zum Studieren der Karte, somit verschwand er wieder hinter dem Tresen. Nun konnten wir erst einmal in der Karte stöbern. Diese beinhaltet 7 Antipasti und Vorspeisen, 2 Suppen und 3 Salate. Die Preise bewegen sich hier zwischen 6,50 € für 4 Bruschetta bis hin zu 26 Euro für die Antipasto Misto gemischte Vorspeisenplatte für 2 Personen. Weiterhin gab es als Hauptspeisen die Wahl aus 16 Pizzen, alle so im Preis zwischen 13 und 16 Euro, sowie 24 verschiedenen Pastagerichten. Hier lagen die Preise zwischen 11 und 18 Euro, wobei der Großteil um die 15 Euro kostete. Zusätzlich gab es natürlich noch Steaks, Gerichte vom Huhn und Fisch, sowie einige Desserts. Wir waren recht schnell durch, und wussten, was wir wollten. So wünschte meine Frau Tortelloni, aber erst bei der Bestellung wurde ihr mitgeteilt, dass diese bereits aus sind. An einem Samstagabend um 18 Uhr. Aber nicht nur uns erging es so, auch an anderen Tischen erfuhren die Gäste erst bei der Bestellung, was es alles nicht mehr gibt. Service ist anders, so kann man das bereits im Vorfeld kundtun. Da meine Frau zwischen zwei Gerichten schwankte, hatte sie somit sofort ein zweites parat, und so orderten wir:
Getränke:
Vorspeisen:
Hauptspeisen:
Die Getränke gingen fix, die waren nach wenigen Minuten am Tisch. Nach einem ersten Schluck des süffigen Pilsners musste ich dann erst einmal kurz die Onlinesuchmaschine bemühen, war mir doch das Fürstenberg Bier völlig unbekannt. Dabei kommt es aus Donaueschingen, ist also eigentlich gar nicht mal so unbekannt. Erstaunt war ich nur, warum man in Berlin nicht auch eines der einheimischen Biere ausschenkt. Der Pinot Grigio meiner Frau war wie immer gut.
Eine viertel Stunde nach unseren Getränken kam dann unsere gemischte Vorspeisenplatte Antipasto Misto. Diese essen wir sehr gern beim Italiener, aber da diese immer so reichlich sind, bestellen wir immer nur eine für eine Person.
Das ist als Vorspeise völlig ausreichend. So auch hier, denn der große Teller war gut belegt. Mit scharfer, kalabresischer Salami, Mozzarella Kugeln, kleinen Kugeln aus Ziegenkäse, gegrillte Champignons, frisch gegrillter Paprika und Zucchini, und dazu noch frische grüne und schwarze Oliven.
Das ganze mit einem leichten Knoblauchöl als Dressing abgeschmeckt. Nicht schlecht. Dazu gab es in einem kleinen Körbchen noch 4 Scheiben frisches Baguette.
Zirka 35 Minuten nach unserer Bestellung kamen dann auch die beiden Pizzen frisch aus dem Ofen an unseren Tisch. Ich hatte mir die Pizza Salame Piccante auserkoren, aber bereits beim ersten Blick machte sich ziemliche Ernüchterung bei mir breit. Ich hatte zwar eine riesige Pizza, die bei dem großen Teller über alle Ränder ragte, aber sie war letztendlich nur mit 7 Scheiben, der wahrhaft scharfen kalabresichen Salami belegt.
Ein paar Cherrytomaten und reichlich Rucola, auf dem einige Raspel Parmesan lagen, rundeten den Belag ab. Klar war der untere Belag mit einer würzigen Tomatensoße und Mozzarella reichlich, aber mir fehlte zwischendrin einfach etwas mehr Belag. Dadurch wurde mir dann auch der Rand ringsum zu viel, da dieser zwar schön knusprig ausgebacken war, aber ebend etwas fehlte. So ließ ich auch über die Hälfte des Pizzarandes auf dem Teller.
Ganz anders dagegen die Pizza meiner Frau, die sich die Pizza Bresaola im zweiten Anlauf ausgesucht hatte. Hier war der knusprige Boden ebenfalls mit einer würzigen Tomatensoße bestrichen, und mit Mozzarella belegt. Hier wurde aber der viele frische Rucola unter den luftgetrockneten, sehr leckeren und herzhaften Rinderschinken belegt.
Und von letzterem war so viel auf der Pizza, dass meine Frau mir (aus Mitleid?) einige Scheiben abgab, da es ihr zu viel wurde. Auch hier wieder Cherrytomaten als Beigabe, und Parmesan. Hier aber ebenfalls deutlich viel mehr Parmesan Raspel als auf meiner Pizza. Gibt es zwei verschiedene Pizzabäcker hier?
Bevor es nun gegenüber in Huxleys Welt zum Comeback-Konzert von Dick Brave ging, suchten wir aber erst noch einmal das stille Örtchen auf. Hier muss ich leider sagen, dass dieses überhaupt nicht Rollstuhl geeignet ist, da es so eng da drin ist, dass man sich kaum drehen kann, bzw. die Tür in den Rücken bekommt, wenn man am Pissoir steht. Auch verstehe ich nicht wie man selbiges so anbringen kann. Ich bin zwar nicht der größte, aber das ich dabei auf Zehenspitzen stehen muss, um in die Keramikschüssel zu treffen hatte ich auch noch nicht. Dementsprechend sah es aber leider auch ringsum aus.
Unser Fazit: wir ließen zu zweit 58,50 Euro im Ristorante BerlinO. Es war ein durchwachsener Abend. Die Antipasti Misto ganz gut, die Pizza meiner Frau auch. Mit meiner Pizza war ich nicht recht zufrieden. Auch sollte der Service noch etwas üben, und den Gästen vorhersagen, was es nicht gibt. Denn so vermeidet man dann, wie an den anderen Tischen häufig gesehen, längere Wartezeiten da man erst ein neues Gericht aussuchen muss, und auch enttäuschte Kunden. Die Konkurrenz im Gastrogewerbe ist gerade in Berlin groß. Und die werden wir bei einem nächsten Besuch in Huxleys Welt auch sicher aufsuchen.