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Der Vorschlag, gestern am Abend im "La Paella" zu essen, war von unserer Tochter gekommen; quasi als kleine Vorfeier zu ihrem heutigen Hchzeitstag, zumal das "La Paella" an allen Juli-Sonntagen, also auch heute, geschlossen bleibt. Kurz vor 18 Uhr trafen wir am gestrigen Abend ein, wir waren die ersten Gäste. Später wurden noch vier Tische besetzt. Normalerweise ist gerade am Wochenende der Laden so gut wie ausgebucht, aber wahrscheinlich sorgen die hohen Temperaturen dafür, dass das Geschäft derzeit etwas weniger brummt.
"Zu vino sag ich nie no" ! Gestern aber schon; ich hatte Fahrdienst und beschränkte mich deshalb auf nur ein Weizenbier (0,5l EUR 4,60) und einen Espresso (EUR 2,50) nach dem Essen. Wein trinke ich seit dem Tod von Pico, dem Wirt, nicht mehr; Senora Guzman, seine Witwe, hatte die früher recht stattliche Karte mit spanischen Weinen, für mich doch zu sehr "ausgedünnt"..Beim Bezahlen der Rechnung gab es noch vier Limoncellos (Hoppla, sind wir hier plötzlich in Italien?) aufs Haus.Normalerweise wird hier "Sol y Sombra" aufgetischt Unsere Tochter trank ihren Limoncello, unser Schwiegersohn verzichtete und ich trank meinen und den meiner Frau. Sie trank zunächst Mineralwasser (0,7l EUR 5,50) und später ein alkoholfreies Weizenbier (0,5l EUR 4,50). Wasser- und auch weizenmässig schloss sich unser Jungvolk an.
Seit dem letzten Besuch am 01.05. mit meiner Frau und meiner Klever Verwandtschaft haben sich ausnahmslos alle Preise für die Speisen um jeweils 1,00 Euro erhöht; das ist tolerabel, so lange sich die Speisenqualität nicht verschlechtert sondern zumindest gleich bleibt. Und das ist. wie wir feststellen konnten, absolut der Fall.
Meine Frau bestellte als Vorspeise "Gegrillte Sardinen" für EUR 8,50 und als Hauptgericht "Gemischter Tapasteller" für EUR 16,50, wobei dieser Teller normalerweise von ihr als Vorspeise geordert wird. Ich kenne von Besuchen in Katalonien, Griechenland oder auch Krotatien, dass man die einzelnen Sardinen zwischen Daumen und Zeigefinger an der Schwanzflosse packt, sie so zu Munde führt und dann den kompletten Fischkörper abbeisst und im Ganzen, also incusive der zarten Gräten verzehrt. Mein Schatz dagegen hat die Fischlein Stück für Stück sorgfältig filettiert; geht natürlich auch. Geschmeckt haben sie ihr sehr gut, viel gefallen fanden beide Damen auch an ihren Tapasteller. Für mich war einmal mehr die "Sopa de Pescado" (Fischsuppe) eine wahre Gaumenfreude; den Preis von nunmehr EUR 12,50 ist sie allemal wert , nicht zuletzt auch dank der reichen Einlage (zweierlei Fisch, zweierlei Muscheln, kleine Kalmare und Garnelen). Auch mein Hauptgericht, die gegrillten Calamares für EUR 25,50, enttäuschte mich nicht: in Ringform wie auch längs aufgeschnittene Calamar-Tuben, dazu Ärmchen in verschiedenen Größen, eine Riesengarnele und knusprige Patatas Bravas. Glanzlicht menes Tellers war allerdings eine unversehrte Tube (Länge geschätzt so zwischen 15 und 18 cm) von einem großen Calmar; so einen Kaventzmann hatte mir Senora Guzman noch nie zuvor aufgetischt. Ich hatte wirklich Mühe, meinen Teller leerzukriegen; zwei Patatsstücke mussten leider zurückbleiben.
Unsere Tochter hatte als Hauptgericht "Pescado al Vino Blanco"" für EUR 27,50; dieses Gericht bestellt sie hier häufiger und war mit ihrer Wahl einmal mehr hochzufrieden. Unser Schwiegersohn muss leider seit Wochen regelmässig zur Blutwäsche; das hat zur Folge, dass er bis auf weiteres auf viele Gerichte (alles Gegrillte, Gebratene oder Gebackene, fast alle Arten von Würsten etc.) verzichten muss, da ihm solche Speisen derzeit einfach absolut nicht mehr bekommen. Auch Fisch hatte er deshalb seit Wochen nicht mehr gegessen, ass gestern als Vorspeise viel vom gemischten Salat und riskierte es dann doch, die von ihm fast immer georderte "Parillada dePescado" für EUR 32,50 zu bestellen. Ausser reichlich gegrilltem Fisch sind auf dieser Platte neben Patatas Bravas noch größere Garnelen und Calamares zu finden. Wie jedesmal profitierte seine Frau auch gestern davon, dass er keine Meeresfrüchte mag, die gehen immer komplett an sie. Wäre ihm der Fisch nicht bekommen, hätte wir es mit Sicherheit spätestens heute erfahren. So gilt wohl der Spruch:"Keine Nachricht ist gute Nachricht."
Fazit: Einmal mehr haben wir uns dank der sehr guten Küche von Senora Guzman sehr wohlgefühlt; auch der Service der gestern diensthabenden junge Dame (dem Aussehen nach wohl die Tochter)war sehr ansprechend. Natürlich kommen wir wieder und dann werde ich wirklich mal was anderes essen; fest versprochen!