Besucht am 27.11.2025Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 43 EUR
Ende November hatte ich mit meiner Gattin eine „India-Gate-Affäre“ der kulinarischen Art zur Mittagszeit. Wir trafen uns in dem von Harman Gill im August 2025 eröffneten Restaurant im Parterre eines auffälligen Eckhauses in der Rheinstraße 62. Charmantes Eckhaus in Mühlburg
Früher wurde hier griechische Küche zelebriert. Nicht nur bei Mühlburger Karnivoren ist der Vorgänger, der beliebte Grieche „Bei Fotis“, noch in bester Erinnerung.
Der Betreiber des „India Gate“, Harman Gill, ist in der Karlsruher Gastrolandschaft kein Unbekannter, ist es doch neben dem „Bombay Palace“ in Karlsruhe-Dammerstock sowie den beiden „Sangam“-Lokalen in Beiertheim-Bulach und in Mühlburg bereits das vierte indische Restaurant, das der emsige, aus Nordindien stammende Gastronom in der Fächerstadt führt.
In dem rund 50 Plätze fassenden Gastraum herrschte eine funktional-nüchterne Atmosphäre. Nüchterne Atmosphäre im Gastraum
Auf Deko-Kitsch wird hier weitgehend verzichtet. Dafür grüßen einige von Herrn Gill selbst gepinselte Kunstwerke großformatig von den weißgestrichenen Wänden. Willkommene Farbtupfer im ansonsten recht steril wirkenden Ambiente (die hellen Fliesen sind mal wieder schuld…). Innenansicht des vorderen Gastraums
Es war überraschend wenig los an diesem Donnerstagmittag Ende November. Und das obwohl mit 13 verschiedenen Mittagsgerichten (alle unter knapp unter 10 Euro) ein äußerst preisgünstiges Lunchangebot offeriert. Selbstverständlich darf sich der hungrige Gast auch aus dem reichhaltigen Standardrepertoire sein Mittagsmahl zusammenstellen.
Die üblichen Tandoori-Verdächtigen mit Hühnchen oder Lamm, süffige Fisch- und Fleisch-Currys und jede Menge vegetarische bzw. vegane Leckereien aus der nicht nur in dieser Hinsicht sehr abwechslungsreichen indischen Küche standen in diversen Varianten zur Auswahl. Ein erwartbares Speiseprogramm wie man es bei vielen „Deutsch-Indern“ vorfindet.
Der Mittagsdurst erforderte die Bestellung einer Flasche Mineralwasser (0,75l für 6,50 Euro), auf die später noch eine zweite folgen sollte. Vorweg teilten wir uns das mit Hühnerklein gefüllte, hausgebackene Naan-Brot („Chicken Naan“, 4,50 Euro), das mit zerlassener Ghee-Butter bestrichen und noch leicht warm im Körbchen serviert wurde. Der erste Hunger ließ sich damit gut bändigen. Chicken Naan
Meine Gattin wählte von der Mittagskarte das Palak Paneer (9,90 Euro). Für einen Preisaufschlag von 3,50 Euro bekam sie noch einen kleinen Salatteller dazu. Mich gelüstete es mit dem Chicken Jalfrezi (9,50 Euro) nach einem bengalischen Resteverwertungsklassiker aus der britischen Kolonialzeit.
Damals – so erzählt man sich – wurde übriggebliebenes, gebratenes Fleisch zusammen mit viel Gemüse und scharfen („jhal“ = scharf) Gewürzen in der Pfanne nochmals angebraten („frezi“ = unter Rühren anbraten), um es zu verwerten. Ob das nun „Arme-Leute-Küche“ oder ein nicht allzu scharfes indisches Curry für die hungrige Mittelschicht darstellt, sollen erfahrenere Kulinariker (für sich) entscheiden.
Den mit sämiger Soße ausgestatteten Klassiker der „Cucina India“, den man hierzulande auf so ziemlich jeder subkontinentalen Speiseliste findet, lasse ich mir als moderater Scharfesser gerne schmecken. Die Papillen kommen dabei auf angenehme Weise in Wallung. Man fühlt sich wohltuend angeregt, ohne die capsaicin-bedingten Schweißausbrüche und Gaumenschmerzen eines feurigen Chicken Madras bzw. Chicken Tikka Masalas in Kauf nehmen zu müssen.
Für 3,50 Euro Aufpreis platzierte ich zusätzlich noch eine Tomatensuppe zwischen Chicken Naan und Jalfrezi. anständige Tomatensuppe
Die löffelte sich dank ihres feinen Aromas sehr angenehm aus der kleinen Tasse. Meine Frau machte sich derweil über Eisberg, Gurken, Tomaten und Rohkost her. Naja, ich habe sie schon liebevoller angerichtete Beilagensalate verputzen sehen. Optisch zu optimierender Beilagensalat
Mit dem in indischen Restaurants üblichen Saucen-Trio (Joghurt-Minze, Mango-Chutney und Chili-Paste) peppten wir das zurückhaltend gewürzte Chicken Naan ein wenig auf. Indisches Saucen-Dreierlei
Es dauerte nicht lange, da platzierte die freundliche Servicedame in Tischmitte den Rechaud zum Warmhalten der Hauptgerichte.
Die ließen dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Unsere Hauptgerichte (links Palak Paneer, rechts Chicken Jalfrezi)
Bei meinem Chicken Jalfrezi badeten die Hühnerstücke in sämiger, nicht allzu scharfer Tomaten-Curry-Sauce. Das aromatisch-sämige Chicken Jalfrezi
Auch ein paar Karotten- und Paprika-Stücke schwammen in der würzigen, leicht säuerlichen Tunke mit. Frischer Ingwer zierte in dünnen Streifen das nach Kreuzkümmel und Koriander duftende Curry. Der separat gelieferte Duftreis fiel schön körnig aus. Da gab es nicht das Geringste zu beanstanden. Der Reis war dufte!
Dass meine Gattin der Kombination aus Rahmspinat, hausgemachtem Frischkäse (Paneer) und der richtigen Dosis Garam Masala gerne zusprach, war nun wahrlich keine Überraschung. Schließlich zählt das Palak Paneer zu ihren vegetarischen Favoriten in Sachen nordindischer Küche. Das ebenfalls für gut befundene Palak Paneer
Das India Gate werden wir sicherlich mal wieder zu Lunchzwecken ansteuern. Seine gute Anbindung an den ÖPNV – die Straßenbahn hält quasi direkt vor der Haustür am Lameyplatz –, die entspannte Atmosphäre, das faire Preis-Leistungs-Verhältnis und nicht zuletzt die fundiert zubereiteten, aromatischen Speisen sind definitiv einen Wiederholungsbesuch wert.
Ende November hatte ich mit meiner Gattin eine „India-Gate-Affäre“ der kulinarischen Art zur Mittagszeit. Wir trafen uns in dem von Harman Gill im August 2025 eröffneten Restaurant im Parterre eines auffälligen Eckhauses in der Rheinstraße 62.
Früher wurde hier griechische Küche zelebriert. Nicht nur bei Mühlburger Karnivoren ist der Vorgänger, der beliebte Grieche „Bei Fotis“, noch in bester Erinnerung.
Der Betreiber des „India Gate“, Harman Gill, ist in der Karlsruher Gastrolandschaft kein Unbekannter, ist es doch neben dem „Bombay Palace“ in Karlsruhe-Dammerstock... mehr lesen
Restaurant India Gate
Restaurant India Gate€-€€€Restaurant072182006444Rheinstraße 62, 76185 Karlsruhe
4.0 stars -
"Solides indisches Mittagsmahl in entspannter Atmosphäre" GourmägglerEnde November hatte ich mit meiner Gattin eine „India-Gate-Affäre“ der kulinarischen Art zur Mittagszeit. Wir trafen uns in dem von Harman Gill im August 2025 eröffneten Restaurant im Parterre eines auffälligen Eckhauses in der Rheinstraße 62.
Früher wurde hier griechische Küche zelebriert. Nicht nur bei Mühlburger Karnivoren ist der Vorgänger, der beliebte Grieche „Bei Fotis“, noch in bester Erinnerung.
Der Betreiber des „India Gate“, Harman Gill, ist in der Karlsruher Gastrolandschaft kein Unbekannter, ist es doch neben dem „Bombay Palace“ in Karlsruhe-Dammerstock
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Früher wurde hier griechische Küche zelebriert. Nicht nur bei Mühlburger Karnivoren ist der Vorgänger, der beliebte Grieche „Bei Fotis“, noch in bester Erinnerung.
Der Betreiber des „India Gate“, Harman Gill, ist in der Karlsruher Gastrolandschaft kein Unbekannter, ist es doch neben dem „Bombay Palace“ in Karlsruhe-Dammerstock sowie den beiden „Sangam“-Lokalen in Beiertheim-Bulach und in Mühlburg bereits das vierte indische Restaurant, das der emsige, aus Nordindien stammende Gastronom in der Fächerstadt führt.
In dem rund 50 Plätze fassenden Gastraum herrschte eine funktional-nüchterne Atmosphäre.
Auf Deko-Kitsch wird hier weitgehend verzichtet. Dafür grüßen einige von Herrn Gill selbst gepinselte Kunstwerke großformatig von den weißgestrichenen Wänden. Willkommene Farbtupfer im ansonsten recht steril wirkenden Ambiente (die hellen Fliesen sind mal wieder schuld…).
Es war überraschend wenig los an diesem Donnerstagmittag Ende November. Und das obwohl mit 13 verschiedenen Mittagsgerichten (alle unter knapp unter 10 Euro) ein äußerst preisgünstiges Lunchangebot offeriert. Selbstverständlich darf sich der hungrige Gast auch aus dem reichhaltigen Standardrepertoire sein Mittagsmahl zusammenstellen.
Die üblichen Tandoori-Verdächtigen mit Hühnchen oder Lamm, süffige Fisch- und Fleisch-Currys und jede Menge vegetarische bzw. vegane Leckereien aus der nicht nur in dieser Hinsicht sehr abwechslungsreichen indischen Küche standen in diversen Varianten zur Auswahl. Ein erwartbares Speiseprogramm wie man es bei vielen „Deutsch-Indern“ vorfindet.
Der Mittagsdurst erforderte die Bestellung einer Flasche Mineralwasser (0,75l für 6,50 Euro), auf die später noch eine zweite folgen sollte. Vorweg teilten wir uns das mit Hühnerklein gefüllte, hausgebackene Naan-Brot („Chicken Naan“, 4,50 Euro), das mit zerlassener Ghee-Butter bestrichen und noch leicht warm im Körbchen serviert wurde. Der erste Hunger ließ sich damit gut bändigen.
Meine Gattin wählte von der Mittagskarte das Palak Paneer (9,90 Euro). Für einen Preisaufschlag von 3,50 Euro bekam sie noch einen kleinen Salatteller dazu. Mich gelüstete es mit dem Chicken Jalfrezi (9,50 Euro) nach einem bengalischen Resteverwertungsklassiker aus der britischen Kolonialzeit.
Damals – so erzählt man sich – wurde übriggebliebenes, gebratenes Fleisch zusammen mit viel Gemüse und scharfen („jhal“ = scharf) Gewürzen in der Pfanne nochmals angebraten („frezi“ = unter Rühren anbraten), um es zu verwerten. Ob das nun „Arme-Leute-Küche“ oder ein nicht allzu scharfes indisches Curry für die hungrige Mittelschicht darstellt, sollen erfahrenere Kulinariker (für sich) entscheiden.
Den mit sämiger Soße ausgestatteten Klassiker der „Cucina India“, den man hierzulande auf so ziemlich jeder subkontinentalen Speiseliste findet, lasse ich mir als moderater Scharfesser gerne schmecken. Die Papillen kommen dabei auf angenehme Weise in Wallung. Man fühlt sich wohltuend angeregt, ohne die capsaicin-bedingten Schweißausbrüche und Gaumenschmerzen eines feurigen Chicken Madras bzw. Chicken Tikka Masalas in Kauf nehmen zu müssen.
Für 3,50 Euro Aufpreis platzierte ich zusätzlich noch eine Tomatensuppe zwischen Chicken Naan und Jalfrezi.
Die löffelte sich dank ihres feinen Aromas sehr angenehm aus der kleinen Tasse. Meine Frau machte sich derweil über Eisberg, Gurken, Tomaten und Rohkost her. Naja, ich habe sie schon liebevoller angerichtete Beilagensalate verputzen sehen.
Mit dem in indischen Restaurants üblichen Saucen-Trio (Joghurt-Minze, Mango-Chutney und Chili-Paste) peppten wir das zurückhaltend gewürzte Chicken Naan ein wenig auf.
Es dauerte nicht lange, da platzierte die freundliche Servicedame in Tischmitte den Rechaud zum Warmhalten der Hauptgerichte.
Die ließen dann auch nicht mehr lange auf sich warten.
Bei meinem Chicken Jalfrezi badeten die Hühnerstücke in sämiger, nicht allzu scharfer Tomaten-Curry-Sauce.
Auch ein paar Karotten- und Paprika-Stücke schwammen in der würzigen, leicht säuerlichen Tunke mit. Frischer Ingwer zierte in dünnen Streifen das nach Kreuzkümmel und Koriander duftende Curry. Der separat gelieferte Duftreis fiel schön körnig aus. Da gab es nicht das Geringste zu beanstanden.
Dass meine Gattin der Kombination aus Rahmspinat, hausgemachtem Frischkäse (Paneer) und der richtigen Dosis Garam Masala gerne zusprach, war nun wahrlich keine Überraschung. Schließlich zählt das Palak Paneer zu ihren vegetarischen Favoriten in Sachen nordindischer Küche.
Das India Gate werden wir sicherlich mal wieder zu Lunchzwecken ansteuern. Seine gute Anbindung an den ÖPNV – die Straßenbahn hält quasi direkt vor der Haustür am Lameyplatz –, die entspannte Atmosphäre, das faire Preis-Leistungs-Verhältnis und nicht zuletzt die fundiert zubereiteten, aromatischen Speisen sind definitiv einen Wiederholungsbesuch wert.