Wir verwenden Cookies
Wenn Sie unsere Webseiten besuchen, kann Ihre Systemsoftware Informationen in Form von Cookies oder anderen Technologien von uns und unseren Partnern abrufen oder speichern, um z.B. die gewünschte Funktion der Website zu gewährleisten.

Unweit unseres Hotels an der Stadtmauer liegt das Weinwerk, das erst im vergangenen Herbst eröffnet hat, im Gebäude einer ehemaligen Kaffeemühle an der ruhigen, jedoch sehr zentral gelegenen Neuen Straße. Beim Vorübergehen wirkt die Location angenehm schlicht, akkurat gepflegt und minimalistisch aufgestellt – weitab der sonst üblichen dunkel vertäfelten Weinstubenromantik. Und nach dem traurigen Service-Desaster am Marktplatz erlebe ich hier tatsächlich das pure Gegenteil. Das versöhnt mich erst mal mit dem Ort.
Auf einigen Holzfässern vor der Türe liegen Karten aus, die zum Blättern einladen und Lust aufs Probieren machen. Glas- oder flaschenweise kann man hier zwischen regionalen und internationalen Weinen wählen. Dazu ein kleines, feines Tapas-Angebot: Oliven, Gürkchen, Käsewürfel, Fleischliches und einiges mehr. Auf der Aussenterrasse einige Tische, von denen bereits zwei oder drei am späten Nachmittag belegt sind. Ein kleines Glas könnte ich jetzt schon vertragen. Kaum habe ich mich gesetzt, ist schon der Patron Helmar Jertschewske am Tisch, um sehr freundlich nach meinen Wünschen zu fragen. Ich wähle 0,1 Liter Grauburgunder (4,00 Euro) vom nahen Platzhirsch Ellwanger aus Weinstadt-Grossheppach und 0,3 Liter Mineralwasser classic (3,00 Euro).
Umgehend wird serviert. Auch hier strahlt alles Stil- und Formbewusstsein aus, bis hin zu den schwarzen Filzuntersetzern. Die Weingläser von Zwiesel sind ein sowieso ein Klassiker, doch heute begeistern mich auch die eleganten Wassergläser, die gut und leicht in der Hand liegen. Der sehr kraftvolle Grauburgunder hat erstaunlich viel Farbe und Dichte – die sonst übliche mineralische Note schmecke ich hier kaum raus. Aber die Lust auf den Vergleich ist geweckt und ich beschliesse, später am Abend noch mal wiederzukommen.
Der Patron sitzt bei einem (befreundeten?) Paar am Nebentisch, jedoch immer aufmerksam und bei der Sache. Wenn er ein leeres Glas wahrnimmt, kommt er gleich vorbei. Angenehm auch der Hinweis, dass Weine auch flaschenweise hier zum Mitnehmen gekauft werden können. Das Paar am Tisch hinter mir schlägt gleich zu.
Mein Weg zur Toilette im Obergeschoss führt durch den geschmackvoll eingerichteten Innenraum. Hier möchte man gerne sitzen, wenn es draussen nicht mehr so warm ist. Ein einheitliches Farbkonzept und hochwertige Materialien sorgen für einen harmonischen Aufenthalt, der nicht vom Weingenuss ablenkt. Die Treppe ins OG ist auch hier recht steil.
Da mir der Patron versichert, am heutigen Samstag bis 24 Uhr geöffnet zu haben, komme ich später am Abend mit Begleitung noch mal vorbei. Gäste sind jetzt keine mehr da, auch wir werden lange Zeit im Aussenbereich übersehen. Die jugendliche Servicekraft muss offenbar noch eingelernt werden und ist ihrer Rolle noch nicht ganz gewachsen. So verzichten wir auch auf eine ausgedruckte Rechnung. Doch der pfälzischen Grauburgunder von Pfaffmann und ein frisches, mit viel Eiswürfel versetztes Pampelle Spritz sind vorzüglich.