Zurück zu Christophorus · Porsche-Museum
GastroGuide-User: DaueresserGK0712
hat Christophorus · Porsche-Museum in 70435 Stuttgart bewertet.
vor 6 Jahren
"Exklusives Ambiente, bodenständige Speisen, ambitioniert in Szene gesetzt -- Top Empfehlung !!!!"
Verifiziert

Geschrieben am 12.10.2015 | Aktualisiert am 18.10.2015
Besucht am 22.09.2015
Ende der 1950er Jahre begann Porsche einen Nachfolger des 356 zu entwickeln, da dieser bereits seit 1950 nahezu unverändert hergestellt wurde und nicht mehr dem Stand der Zeit entsprach. Der Porsche 911, kurz auch „Neunelfer“, genannt, ist der bekannteste Sportwagen von Porsche und gilt als Inbegriff dieser Marke. Er wurde am 12. September 1963 auf der IAA in Frankfurt am Main als Nachfolger des Porsche 356 vorgestellt !! -- Porsche 911 - Der Mythos lebt -- Grund genug also für uns einmal das Porsche Museum in Stuttgart Zuffenhausen zu besuchen und siehe da, die Gäste werden mit diversen kulinarischen Angeboten verwöhnt. Also schlugen wir gleich Zwei Fliegen mit einer Klappe, wir besuchten die Ausstellung, im Vorfeld reservierten wir einen Tisch für das Gourmet-Restaurant " Christophorus".


Neben dem Feinschmecker-Restaurant, in dem auch regelmäßig die Vorstandmitglieder, als auch die Projekt- und Teamleiter des Porschewerkes speisen (laut Bedienung), gibt es für Besucher und Gäste weitere Möglichkeiten kleine Snacks zu sich zu nehmen. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gäste abgestimmt, bietet das Porsche Museum ein anspruchsvolles und vielseitiges kulinarisches Angebot. Egal ob Kaffeespezialitäten, internationale Snacks oder eher die exklusive Küche – es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Bereits im Foyer erwartet die Besucher die Porsche-Kaffeebar. Hier kann man in aller Ruhe einen Kaffee oder ein Wasser trinken und sich vor der Museumsführung noch mit einer Kleinigkeit stärken. Oder man genießt gemeinsam mit Familie, Freunden oder Kollegen das frisch vor den Augen zubereitete Essen im freundlichen Ambiente des Besucherrestaurants „Boxenstopp“. Eine saisonal wechselnde Karte offeriert regionale Speisen, frische Salate und Wokgerichte. Das Bistro „Boxenstopp“ ist auch ohne Eintrittsgebühr zugänglich. Das Feinschmecker Restaurant "Christopherus" ist auch separat von außen zugänglich.

Wir sind über die 2. Museums-Etage in das Restaurant gelangt. Hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Man(n) oh Mann, unglaublich, es geht an sensationellen Porsche vorbei, hindurch einer modernen großzügigen Glasscheibe, diese öffnet automatisch, beim Hindurchgehen kommt aus einem unsichtbaren Lautsprecher der Sound eines 911er Saugers beim Anlassen. Ein Traum für jeden Motorfreund.


Beim Betreten des Restaurants stehen links groß dimensionierte Kühltruhen mit abgehangenem Steakfleisch, neben dem Eintrag beim Feinschmecker und Gusto ist das Restaurant im Schlemmeratlas und bei Michelin auch als Steakhaus eingetragen. Und das mit Recht, die Steakkarte sucht seinesgleichen. Eine so umfassende Auswahl habe ich selten gesehen, am Nachbartisch saßen vier Russen, alle wählten Steak, sie konnten sich ihre Steaks auf einem riesigen Holzbrett am Platz heraussuchen (diese wurden dann frisch aus der Hüfte/Rücken herausgeschnitten) - Prime Beef, die Spezialität des Hauses. Alle Fleischfans wissen was das Siegel "prime beef" bedeutet, ungefähr nur knappe 3 Prozent aller Rinder in den USA bekommen das Gütesiegel ausgezeichnet, das ist schon beste Qualität, was natürlich auch seinen Preis hat. Der russische Kollege vom Nachbartisch musste für sein 450 Gramm Rib Eye "prime beef" deutlich über 50 Euro bezahlen, Beilagen gehen natürlich extra, mit Wein und Wasser geht es dann ganz schnell ins dreistellige. 

Zurück zu unserem Tisch, wir hatten einen wunderbaren Tisch an der Glasfront und konnten auf den Porscheplatz runter schauen. Wir haben sogar mitbekommen, als gerade 2 Porsche verkauft wurden. Aber nicht nur auf dem Porscheplatz, nein, auch auf den Tischen im Restaurant stehen überall kleine Porsche im Modellformat (am liebsten hätte ich einen mitgehen lassen). Im Vorfeld haben wir uns schon bei Michelin und im Vartaguide informiert, neben Steaks und einigen höherpreisigen Vor- (Jakobsmuscheln zu 25 Euro) und Hauptspeisen (Kalb und Lamm für 34 bzw 36 Euro) gibt es ein wöchentliches Lunch Menü - 3 Gänge für 39 Euro, das passte besser zu unserem Geldbeutel. Ich war etwas verwundert, da bei den Getränken keine Preise genannt waren, bestellte ich freudestrahlend ein König Ludwig Hefe, als dies leer war und der sehr aufmerksame Service mir ein zweites angeboten hatte, wandelten sich später die Freude-gleich in echte Tränen um. 15 Euro (kein Schwerz), für zwei König Ludwig - finde ich etwas unverschämt, aber dafür konnten wir schön 3 Stunden glotzen und einen auf dicke Hose machen. Herrlich ;-)




Es wurde serviert, der erste Gruß aus der Küche, eine Art Limetten-Creme mit Viertel von der Jakobsmuschel in einem Löffel, der zweite Gruß eine Auster (schon geöffnet) in Waldmeister/Zitronengras-Gelee .. ein erster Wink, warum das Restaurant unter den besten 1000 Restaurants in Deutschland steht. Während ich, wie ein kleines Kind, mit meinem schwarzen Boxster S das Hefeglas umkurvte und unseren Tisch in einen DTM Ring umbaute kam der Dritte Gang, auf einem länglich edlen weißen Teller diverse Brotaufstriche. Auf dem Bild zu sehen, eine Art Oliven-schwarzer Trüffel Paste, die war ausgezeichnet, dazu Salz und Süßrahmbutter und ein kleines Gläschen mit Melonen-Kräuter Quark, dazu gab es 4 verschiedene Brotsorten, alle wunderbar Mund fein aufgeschnitten und von ausgezeichneter Back-Qualität. 


Der erste Gang dann eine aufgeschäumte Schwarzwurzel/Petersilienwurzel-Suppe mit Lauch. Diese war wunderbar ausbalanciert, angenehme Säure, etwas Charakter - das passte. Als Hauptgang servierte man uns ein in Spätburgunder und Essig 21 Tagen eingelegter Sauerbraten "Stuttgarter" Art. Dazu gab es Wurzelgemüse und in Butter geschwenkte, frisch geschabte "schwäbische" Spätzle vom Brett. Der Sauerbraten schmeckte mit ausgezeichnet, das gemüse hatte noch richtig Biss, so wie wenn man aufs Gaspedal beim Porsche 911 tritt und in knapp 10 Sekunden auf Tempo 200 beschleunigt. Das Menü wurde dann abgerundet von einer edlen schwarzen Schiefertafel, auf der war: warmer Apfelstrudel, Tonkabohnen-Vanilleeis (aus dem Pakkojet, hab nachgefragt) sowie ein fruchtige Marmelade vom geschmorten Kürbis (siehe Bild) -- fantastisch !!!

Anschließend bekamen wir jeweils noch 2 Espresso und ein wenig Gebäck, die aufs Haus gingen.


Fazit:


An diesen Besuch werde ich mich noch lange und gerne erinnern, leider ist das Preisgefüge derart hoch, gerade für die Getränke, dass wir wahrscheinlich nicht zum Wiederholungstäter werden. Das Preis-Leistungsverhältnis für das Lunch Menu fand ich in Ordnung, auch wenn ich bei Norbert Dobler zur Mittagszeit für das gleiche Geld doppelt so viel auf dem Teller habe und dieser in einer höheren Liga kocht.  Beim späteren Besuch in Porsche-Verkaufszone hätte mir beinahe die Porscheverkäuferin einen neuen Boxster GTS verkauft, ich saß drin und sie kam schon mit dem Schlüssel gutgelaunt an das Auto und meinte "sie können ihn gerne mal fahren" - 330 PS, da wäre ich so schnell nicht wieder raus :-)
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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