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GastroGuide-User: Shaneymac
hat Steakhaus Wasserturm in 42653 Solingen bewertet.
vor 2 Monaten
"Retro Reviews™ #3: Carnivorische Eckperspektive"
Verifiziert

Geschrieben am 13.12.2019 | Aktualisiert am 13.12.2019
Besucht am 15.02.2014 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 85 EUR
Prolog
 
Diese hier bislang ebenfalls unveröffentlichte Kritik war seinerzeit ein kleiner persönlicher Meilenstein, es war die 50. Und zu diesem Anlass fand ich es damals offenkundig angebracht, am Ende ein paar Worte an die Community zu richten, was ich zwischenzeitlich völlig vergessen hatte.
 
Diese Zeilen haben nichts von ihrer Bedeutung verloren, ich würde es heute fast genauso formulieren können und es freut mich Teil einer mittlerweile kleineren, aber nach wie vor von ihrem Hobby begeisterten Community zu sein.
 
Das Restaurant wird auch heute noch in dieser Form betrieben, auch wenn man seit einiger Zeit einen Reifeschrank sein Eigen nennt, auch die Kritik hat daher inhaltlich grundsätzlich nur wenig an Aktualität eingebüßt.
 
Ein richtiges Steakhaus, darauf hatte ich lange gewartet, es fehlte in Solingen und dementsprechend groß war meine Vorfreude, die kulinarisch allerdings nur sporadisch belohnt wurde.
 
Ich denke heute würde ich das damals servierte noch wesentlich strenger bewerten, auch weil ich mich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Fleisch-Nerd entwickelt habe, aber damals befand ich Madames blasses Lady-Rumpsteak mit Laserschwert Verzierung durchaus ansprechend wie ich beim Lesen der Kritik kopfschüttelnd feststellen musste.
 
Heute nehme ich Euch also mit in den Februar 2014, gehe hart mit dem Valentinstag ins Gericht, übe mich in wortloser „maritimer“ Kommunikation mit dem Service und echauffiere mich gewohnt wortreich über mein Convenience-lastiges Dessert, viel Spaß dabei:
 
Kritik
 
Der diesjährige Valentinstag war kein ausgesprochener Hort der Romantik in Casa Shaneymac, der Freitag schien nur dazu da schnell vorüberzugehen um Platz für den Abend und Ausblick auf das Wochenende zu machen.
 
Und überhaupt, blöder Kommerz, Blumenhändler leben doch auch so alle, gestorben wird schließlich immer und schließlich hat ein einst von mir zu diesem Anlass gekaufter Bonsai Baum durch – wie ich meine - lieblose Pflege jüngst das zeitliche gesegnet.
 
Aber es gab auch Lichtblicke, abends gab es unsere häusliche Variante eines Philly-Cheesesteaks und das inspirierte mich für den für Samstag geplanten Restaurantbesuch in Richtung Steak zu denken.
 
Samstag 16:30h - Hohoffs Dortmund zu weit, mein geliebtes Don Camillo Leverkusen den ganzen Tag nicht zu erreichen, Pantanal Rodizio zu unentspannt und sowieso auf Monate ausgebucht, die Situation also „proper Bullshit“ wie der Franzose sagen würde und da trat plötzlich das Steakhaus Wasserturm auf den Plan.
 
Schließlich hat sich im ehemaligen Wasserturm, der schon seit Solinger Menschengedenken als Gastronomie-Standort und Landmarke namensgebend für das gesamte Umfeld dient (man nennt die Ecke schlicht „am Wasserturm“) doch einiges getan wenn man die letzten Jahre betrachtet.
 
Nach einiger Zeit des Leerstands wurde das Haus als Steakhouse neu eröffnet, die Leute schienen damals aber eher unzufrieden, auch auf RK, nun seit ca. 2 Jahren gibt es einen neuen Pächter und die positiven Stimmen wurden lauter, also nichts wie hin, war eh überfällig.
 
Die telefonische Reservierung bei einer der jungen weiblichen Servicekräfte verlief problemlos und freundlich, ein fröhliches „prima, dann bis gleich Herr S.“ trällerte es mir am Ende des Gespräches entgegen, habe ich hier im Bergischen oft auch anders erleben dürfen.
 
Gegen 18 Uhr war die Parkplatzsituation auf dem das komplette Gebäude umschließenden Gästeparkplatz noch recht entspannt, Zeit für ein paar Außenaufnahmen und sich dank nicht ausgeschaltetem Blitz vor der wartenden Menge an der Bushaltestelle zu blamieren. Kommentar eines Solinger Seniors „also su schön is de aule Kasten doch och nit dat man den knipsen mut“.


 
Ich erwiderte äußerst amüsiert und gut gelaunt, „doch mut man, manowar macht dat auch mit jedem aulen Kasten“ und erntete zu Recht einen verwirrten Blick, gut, das der Bus kam. :-))
(EDIT 2019: Meine damalige Antwort entsprang in dieser „Manowar-Variante“ natürlich meiner Fantasie, schön aber zu sehen, das sich unsere wackeren Metalfans schon immer gerne der Fotografie gewidmet haben. ;-))


 
Beim Eintreten empfängt einen ein recht nett renoviertes, halbwegs stilvolles Ambiente, das allerdings in dem hinteren Gastraum doch etwas karg und kühl daherkommt. Das verstärkte sich noch dadurch, dass wir anfänglich in dem recht großen ehemaligen Gesellschaftsraum alleine waren und in einer Ecke platziert wurde, die alleine schon aufgrund der mit einer hässlichen, dunkelbraunen Jalousie verschlossenen, riesigen Durchreiche direkt neben dem Tisch sicher nicht zu den „Filet-Spots“ des Restaurants zählt.


 
Aber immerhin hatte man seine Ruhe, im vorderen Bereich was es doch sehr laut wie ich später merkte und wir hatten so auch etwas von der angenehmen, jazzlastigen Ambiente-Beschallung. Die dunklen Tische selber ohne Decke, sparsamst möglich eingedeckt, positiv fielen die bequemen Stühle auf.
 
Die Begrüßung durch eine sehr junge Dame in Chucks sehr freundlich, der Tisch wurde zugewiesen, Garderobe ist Sache des Gastes, auch die selbige des Restaurants zu finden, „klassisch“ ist hier also in erster Linie der Dekostuck an der Decke, so ein erster Gedanke.
 
Neben den beiden jungen Damen gab es noch einen freundlichen Kellner der zunächst noch eher einen „Vollzeit-Eindruck“ machte, was sich aber später bei vollem Restaurant etwas relativierte.
 
Zum Aperitif gab es keine schönen Optionen, ein Freixenet und ein Prosecco, 0,1l zu 3,00 € waren nicht das, was ich von einem ambitionierten Steakhouse erwarte. An Bieren außer Standard vom Fass (Früh, Frank N. Heim, Warsteiner) nur ein San Miguel oder Weizen aus der Flasche.
 
Ich bestellte – warum auch immer - ein kleines Kölsch statt Bier und bekam ein großes, 0,3l zu fairen 2,10 €, Madame bestellte einen Ipanema der als „Ipanena“ auf dem Beleg mit 4,10 € zu Buche schlug und recht rustikal mit bunten Strohhalmen dekoriert serviert wurde.
 
Nach Minuten der Blätterei in der gepflegten Karte in dunklem Einband dann die Bestellung, Carpaccio und Calamari vorweg, Rumpsteak und Lammkarree mittig, Dessertauswahl ggf. später.
 
Abweichend von der Online-Karte bietet das Restaurant auch eine Menüfolge an, dazu allerdings keine Weinempfehlungen o.ä., ich denke man macht das, weil so ein Einleger mit der klassischen, mit den notorischen *** in Form gebrachten vertikalen Gliederung einfach anspruchsvoll aussieht.
 
Dazu noch ein kleiner Einleger, eine Burger-Karte mit klassischen Variante mit Cole-Slaw und Wedges ab 10,50 € ist sicher für viele einen Blick wert, auch für mich ab und an wenn ich Vertrauen in ein gutes Steakhouse haben sollte.
 
 
| Gruß aus der Salatbar |
 
Der junge Kellner verkündete nach Aufnahme der Bestellung stolz, dass man sich nun mit Hilfe der sich auf den Tischen befindlichen kleinen Teller, die ich aufgrund der Größe als Brotteller verstanden hatte, einmalig an der Salatbar bedienen könne (zu den Fleischgerichten erhält man eine Beilage und den Salat dazu, Soßen und weitere Beilagen kosten je 3 € extra).
 
Ansonsten wird diese Option mit 5,50 € berechnet was ich angesichts der Tellergröße und den Bestandteilen des Salatbuffets unangemessen finde - der größere Teller von der Salatbar kostet gar 8,50 €.
 
Die Salatbar habe ich heldenmutig abgelichtet, unter strafenden Blicken von Madame, aber manchmal ist ein Bild mehr wert als tausend meiner eh meist inflationären Worte.


 
Das war „ok“, ich mag zwar keine Salat-Buffets im Abendgeschäft, finde das hat immer was von Pauschal-Urlaub, aber die Zutaten allesamt frisch und Dinge wie Bulgur, eingelegte Artischocken und ein schmackhaftes French-Dressing stimmten mich versöhnlich.
 
Ein Foto habe ich von meinem „Arrangement“ aber besser nicht gemacht, selbst ich bin lernfähig und möchte mich nicht noch einmal dem (leider berechtigten) Spott des einzigen Helene Fischer Fans dieser Plattform ausgesetzt sehen. :-)
 
An diesem Punkt gesellte sich noch eine kühlerlose Flasche SP auf den Tisch, mit den beiden leeren Gläsern auf unserem Tisch platziert als wir an der Salatbar waren. Ich fragte eine der eiligen jungen Damen ob ich einen Kühler bekommen könne was diese gerne erledigte.



Ihre darauf folgende Frage ob sie auch einschenken dürfe sowie die folgende Erfüllung dessen war das einzige an diesem Abend was mich entfernt an wirklich guten Service erinnerte, danach durfte man selber tätig werden und froh sein in unserem Eckchen bemerkt zu werden.
 
| Vorspeisen |
 
Rinder Carpaccio mit Rucola und Parmesan – 7,90 €
 


Ein schnörkelloses Carpaccio, die Menge dem Preis angemessen, die Dicke des Fleisches perfekt.
 
Leider trug dieses Gericht kaum wahrnehmbare Geschmacksnoten in sich, kein schöner Essig oder ein Pesto, nichts was ein gutes Carpaccio ausmacht. Obenauf gab es etwas traurigen Rucola und einen lieblos geraspelten sehr hellen, weichen „Parmesan“ der eher in Richtung Grana Padano ging, um es nett zu umschreiben.
 
Eine Menage am Tisch gibt es nicht, Pfeffermühle wurde auch nicht angeboten, ich half mit Wastels Allzweckwaffen und dem Dressing meines Salates nach und bastelte mir etwas Aroma in das Gericht.
 

Tintenfischringe mit Aioli – 6,90 €
 


Ich gebe zu ich bin da etwas langweilig, wenn es Scampi mit Knoblauch, Chili und Olivenöl, in irgendeiner Form gibt bestellte ich die gerne, selbst beim Provinz-Jugoslawen. Da es hier nichts in dieser Richtung gibt meine etwas peinliche Wahl der Gummiringe aus der Tüte.
 
Aber sein wir ehrlich, wenn die Dinger gut gemacht sind und eine schöne Aioli dazukommt, sind sie doch eigentlich Leckeres aus der Kategorie Fingerfood.
 
Diese leider nicht, die schlechtesten Calamari seit Jahren, eine weiche, pappige Panade die schmeckte wie sich in seine Bestandteile zersetzendes, von Öl getränktes Panko.
 
Die Konsistenz unbeschreiblich, meine Begleitung hatte Mühe den ersten Bissen nicht wieder auf den Teller zu befördern, Gummiring al dente mit leichtem Fisch-Geschmack.
 
Die Convenience Aoili ist keiner Beschreibung würdig, wobei ich diese nicht generell verteufele, es gibt durchaus in großer Not erträgliche Marken, aber das??? Eine Mayonnaise mit einem Hauch Knoblauch, vom Original so weit entfernt wie fertiges Käsefondue vom eidgenössischen Vorbild (dagegen wäre ein Volksentscheid wesentlich angebrachter gewesen fällt mir da gerade ein!).
 
| Hauptgerichte |
 
Lammkarree mit Thymian-Rosmarin-Sauce – 24,50 €
20?? Rioja Crianza, Bodegas Marqués de Cáceres, Spanien (0,2l 6,50 €)
 


Mein Lammkarree kam in zwei Teilen – veritable Brocken statt kleiner Koteletts am Strang - mit der Alu-Hutze noch auf den sauber geputzten Knochen, auf einem großen quadratischen Teller und einem sauberen Spiegel der Sauce. Dazu ausdrücklich als „hausgemacht“ deklarierte Kroketten und etwas Lauchgemüse.
 
Das Fleisch noch am Knochen, das Auslösen war allerdings aufgrund der guten und scharfen Steakmesser kein Problem. Gargrad des Fleisches ganz hervorragend, saftig und aromatisch ein erster Biss ohne Sauce. Fleisch kann man hier, irgendwo müssen die guten Meinungen ja herkommen! Die Sauce selber mir ein wenig zu auffällig glatt, diese Konsistenz kenne ich nur aus sehr guten Häusern oder aber mit Hilfsmitteln.
 
Dafür spricht auch der Geschmack, sehr intensiv und durchaus schmackhaft, sollte dies tatsächlich 100% selbst produziert worden sein frage ich mich warum man dann an anderen Details so spart, der Aufwand passt in Relation nicht, ich glaube es daher nicht.
 
Die Kroketten sehr geschmacksneutral und nach einigen Minuten auf dem nicht vorgewärmten Teller Dum-Dum-Geschoss taugliche Konsistenz annehmend, das Lauchgemüse eine unspektakuläre aber willkommene Aufmerksamkeit der Küche, ich hatte schließlich vergessen noch eine Gemüsebeilage zu ordern und mein untertassentauglicher Salatteller war bereits geleert.
 
Der begleitende Rioja erfüllte seinen Zweck, besaß aber bei weitem nicht die Komplexität und Struktur die man an einer guten Crianza schätzt. Geschmacklich bleiben nur Barrique und recht gut eingebundene Tannine hängen, für einen offenen Wein akzeptabel, allerdings sicher auch keine vinophile Sternstunde.
 
Hätte ich nur dieses Gericht gegessen wäre ich beim Essen trotzdem auf einer knappen Vier gelandet, das war durchaus „gut“ und schließlich ist das Fleisch die Hauptsache im Steakhouse.
 
 
Argentinisches Rumpsteak Piccolo (200g) – 17,50 €
 


Auch die Wahl von Madame wusste grundsätzlich zu überzeugen, die begleitende Folienkartoffel mit Sour Creme so wie erwartet, das Fleisch neben der riesigen Kartoffel ein geradezu niedlicher Anblick.
 
Der Gargrad „medium rare“ hat sich nun auch bis zu ihr herumgesprochen und der Wunsch hiernach wurde tadellos erfüllt. Das Fleisch hatte schöne „grillige“ Röstaromen und war von guter Qualität, die Kräuterbutter keine Offenbarung aber durchaus schmackhaft.
 
Auch hier muss man klar sagen, für sich betrachtet ein „gutes“ Steak, ohne Wenn und Aber und eine Wiederholung wäre für mich nach Probieren des selbigen durchaus eine Überlegung wert.
 
Die Gerichte verspeist hatten wir danach noch gute 20 Minuten etwas von unseren Tellern, der junge Herr schien bei sich füllendem Lokal etwas überfordert ohne weiteres Personal.
 
Eigentlich wollten wir die Dessertkarte sehen, das dauerte allerdings so lange mit dem Service das ich es vorzog mit dem Handy die PDF von der Webseite runterzuladen was deutlich schneller ging.
 
Das Grandioseste war - nachdem wir ca. schon 10 Minuten fertig waren und ich ihn schon mehrfach lächelnd angeschaut hatte damit er uns bemerken möge – er an unseren Tisch kam und frage ob alles gut war und nach unserer positiven Antwort freudig wieder entschwand und erst nach weiteren 10 Minuten auf mein Gewinke reagierte, das schon an das nautische Flaggenalphabet erinnernde Ausmaße angenommen hatte.
 
Ich sagte ihm wir seien doch schön etwas länger fertig und das wir gerne noch zwei Desserts ordern würden, gesagt getan:
 
 
| Dessert |
 
Da ich mit „gebackenem Vanilleeis“ etwas potentiell Zeitkritisches hatte und Madame noch kurz vor die Türe wollte fragte ich, ob noch genug Zeit sei, was man mir bejahte und anbot, Bescheid zu sagen, falls es doch schneller gehen sollte. Nur wenige Minuten später kehrten wir zurück und fanden beide Desserts bereits mittig auf dem Tisch platziert vor, danke für nichts, denn mein
 
Gebackenes Vanilleeis zu 5,50 €                                                                                             
 


war bereits eiskalt, und zwar dermaßen eiskalt das ich glaube das der umschließende Nuss-Mandel-Teig eigentlich nie richtig warm war. Die erhoffte kalt-warme Erfreulichkeit von etwas Fruchtigem begleitet war das leider nicht. Ein vorgefertigtes, eiskaltes, pappiges Bällchen mit geschmacklich wenig überzeugendem Eis, das optische Lowlight war die halbe Erdbeere mit dem oberen, noch grünen Viertel. Zudem in dem trichterförmigen Eisbecher eher schwierig zu essen…
 
 
Crème brûlée zu 4,50 €
 


Das war ok, das kann man nicht anders sagen. Preislich ok, geschmacklich auch, keine kulinarische Heldentat, aber meine Begleitung war zufrieden und beglückt - simple pleasures! Die 4,50 € finde ich subjektiv angemessener als die 5,90 € die man hier sich traut für Bruschetta zu verlangen!
 
 
Ich musste wie immer fahren, ein Digestif lehnte ich ab (mir gegenüber, danach gefragt wurde ich nicht) und da es vom Aussprechen des Bezahlwunsches bis Begleichung der Rechnung nochmal fast 20 Minuten dauerte war ich rückblickend beinahe froh über diese Zeitersparnis.
 
 
Fazit
 
Ein wenig mehr Personal und bessere Organisation würde der Sache gut tun, ein wenig Deko und Ausstattung im kalten hinteren Bereich sicher auch. Der Service und das Ambiente sind daher mit drei Sternen fair bewertet, Freundlichkeit war immer vorhanden, die Personaldecke und –qualität ist das Problem, nicht die Menschen. Auch wenn ich einige Dinge erwähnt habe, die nicht gerade gut waren, ein denkbar knappes OK für den Service aufgrund einer ehrlichen Grundfreundlichkeit und Mindest-Empathie.
 
Vorspeisen und Dessert zeigten deutliche Schwächen und bilden aber, und sei es nur Aioli, genau die Details die gute Steakhäuser von mittelmäßigen unterscheidet. Denn das die meisten ihren Grill gut im Griff haben versteht sich ja meist von selbst wenn man vorher ein wenig schaut wie ein Haus ankommt.
 
Und in dieser Hinsicht schwächelt das Restaurant deutlich, für feine Zungen- mit jedem noch so unscharfen Mindestblick für Details - ist das keine Adresse, wohl aber für ein gepflegtes unkompliziertes Steak mit Freunden und Familie in halbwegs gepflegter Atmosphäre, daher drei Sterne sicher eine angemessene und tendenziell wohlwollende Bewertung der Küchenleistung.

Das Fleisch können sie und das hat überzeugt, ebenso der Jus, daher eine knappe Empfehlung als reines Steakhaus, ich persönlich werde dem Don Camillo treu bleiben, nicht merklich viel teurer aber deutlich überlegen.
 
 
P.S.
 
Für Insider ein paar Worte zur 50.:
 
Allen treuen Freunden und Lesern möchte ich herzlich danken für den langjährigen, witzigen Zuspruch und Eure wachen, bereichernden Kommentare und vielen privaten Zuschriften (sieht man mal von Firsts ehrenrühriger Modern Talking Rufmord Propaganda ab). :-)
 
Ich bin zwar schon seit 2007 dabei, habe jahrelang eher wenig geschrieben und nur viel gelesen. Erst 2011 hat x2x mit einer Verlinkung meiner Kritik  zu einem Remscheider Balkanladen (ich hatte damals nicht einen einzigen RK Freund) für sehr viel witziges Feedback gesorgt.
 
Das war das erste Mal das ich merkte, dass hier doch so etwas wie eine Community agiert und bin seitdem auch als Schreiber viel mehr aktiv und das macht mir Freude.
 
Und da seid Ihr natürlich der Hauptgrund für, es motiviert immer sehr zu sehen, dass es Leute gibt die mein Geschwafel zu schätzen wissen, wohlwissend das solche detaillierten Kritiken nicht von jedem gemocht werden, und dafür herzlichen Dank nochmal.
 
 
Abschließend wiederholt ein dringender Appell nach HH:
 
BIIITTEEEEEE endlich halbe Punkte zulassen, alleine dieser Fall hier es mir in einigen Disziplinen wieder unheimlich schwer gemacht!
(EDIT 2019: Es ist ein Segen jetzt, das war früher immer die Hölle: Drei? Ah zu schlecht… Vier? Ne so gut auch wieder nicht….)
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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