Pfaffenberg
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Pfaffenberger Weg 284, 42659 Solingen
Restaurant Bistro Cafe Ausflugsziel
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GastroGuide-User: Shaneymac
hat Pfaffenberg in 42659 Solingen bewertet.
vor 2 Wochen
"Lockdown Chronicles - Das Pfaffenberg im Lieferservice: gute Produkte und grundsolides Handwerk zum ausgesprochen fairen Preis"
Verifiziert

Geschrieben am 14.02.2021 | Aktualisiert am 15.02.2021
Besucht am 12.02.2021 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 76 EUR
Über das Restaurant Pfaffenberg und seine Geschichte habe ich seit meinem ersten Besuch im April 2015 bereits mehrfach berichtet, das Niveau der meist siebengängigen Menüs in Kombination mit Preisen, zu denen man in vergleichbar angelegter Düsseldorfer Gastronomie in guter Lage mit drei Gängen beschieden worden wäre, war eine Freude für jeden, der mit gehobener, produktnaher Küche auch nur im Entferntesten etwas anfangen konnte.
 
Auch das Bistro war und ist für mich immer einen Blick wert, wenn an schönen Tagen eine Option für ein schnelles Mittagessen gesucht wurde, zumal die Anfahrt in meinem Falle nur wenige Minuten erfordert bis man den herrlichen Blick und die Ruhe vor Ort genießen kann; stets ein kleiner willkommener Kurzurlaub im mitunter hektischen Berufsalltag.
 
Das Gourmet-Restaurant im oberen Stockwerk hatte leider wegen Fachkräftemangel bereits vor Covid vorläufig schließen müssen und somit blieb ohnehin nur das Bistro, das sich nicht nur mit seinem montäglichen Sparerib Angebot viele Freunde erkocht hat.
 
Im Corona Albtraum mit seinen für mich teilweise nur noch schwer nachvollziehbaren Lockdown-„Strategien“ hat man wie fast alle anderen relativ schnell auf Abhol- und Liefer-Geschäft umgestellt und bietet neben sehr ansprechenden Do-It-Yourself Menü-Boxen mit vorgegarten Komponenten auch ein à la carte Angebot, das warm geliefert wird.
 
Auch gibt es diverse verlockend klingende eingeweckte bzw. vakuumierte Offerten wie Sauerbraten, Rinderrouladen mit Speck und Zwiebeln, geschmorte Lanmhaxe mit Heuaromen (wurde gleich mitbestellt….) oder einen marokkanischen Rote Linsen-Eintopf.
 
Warum ich hier sicher nicht zum letzten Mal bestellt habe, kann ich hoffentlich in den folgenden Zeilen angemessen transportieren, auf seine Art war dies der kulinarisch gelungenste Abend seit Beginn meiner „Lockdown Chronicles“ Anfang November, was die anderen guten Erfahrungen jedoch in keiner Weise abwerten soll.
 
Und mit diesen Vorschusslorbeeren im Gepäck wünsche ich nun viel Spaß mit schönen Produkten und grundsolidem, ehrlichem Handwerk ohne Helferlein und Convenience in den Töpfen; und das ist leider keine Selbstverständlichkeit, nicht nur in Solingen….

 
| Bestellung & Lieferung |
 
Da bei den Abholangeboten und den Boxen mehrfach darum gebeten wird, einen Tag vorher zu bestellen rief ich bereits am Donnerstag an um zu erfragen, ob diese bei mehreren à la carte Gängen gegebenenfalls auch gewünscht sei, was ein ausnehmend freundlicher junger Mann verneinte: „Wir sind gut vorbereitet, morgen Nachmittag reicht völlig aus!“ tönte es vom Pfaffenberg nach Höhscheid.
 
Derselbe nette Zeitgenosse war dann auch am Freitagnachmittag am Apparat als ich wie gewohnt für den Abend vorbestellte, das Pfaffenberg liefert nur bis 20 Uhr ließ man mich wissen, was aber auch auf der Website so kommuniziert wird. Auch dass der Mindestbestellwert von 80 Euro nicht in Stein gemeißelt sei wenn man in der Nähe wohne sagte man mir sofort, man möchte nur vermeiden, für 15 Euro nach Gräfrath fahren zu müssen. Das von mir bestellte Essen hatte einen Gesamtpreis von 91 Euro aber auch nur, weil ich für 15 Euro noch eine geschmorte Lammhaxe zum selber erwärmen mitbestellte, auf die ich mich heute Abend freue, für die sechs warmen Gänge wurden somit 76 Euro fällig.
 
Nun, für ein gutes Essen ein wenig von seinen eingefahrenen Strukturen – wir essen normalerweise erst um 21 Uhr – abzuweichen ist sicherlich ein zu vernachlässigendes Opfer, zuvorkommend beantwortete er noch ein paar kleine Fragen meinerseits und verabschiedete sich mit einem motivierten „Alles klar, wir freuen uns, bis nachher Herr K.!“.
 
Ein sympathischer Auftritt auf ganzer Linie, der sich bei der Lieferung fortsetzen sollte. Um exakt – das kann man bitte wörtlich nehmen – 20 Uhr sollte es dann klingeln und ein gut aufgelegter junger Bursche (ich nehme an, es war die freundliche Stimme vom Telefon) stand mit zwei Thermoboxen vor der Türe, in denen kalt und warm sauber separiert wurde.
 
Bis auf die Garnelenpfanne kam alles in umweltfreundlichen Verpackungen und auch Soße und Dressing schüttete man nicht einfach über die Gerichte sondern lieferte sie separat in kleinen Bechern, sehr erfreulich.
 
Bedingt durch die kurze Anfahrt waren die warmen Speisen noch regelrecht heiß, das hausgebackene Brot kam anscheinend frisch aus dem Ofen, nichts war ausgelaufen oder optisch einem allzu sportlichen Fahrstil zum Opfer gefallen, kann und sollte man so machen, was man sicher auch jetzt schon zu den Speisen sagen kann.
 
Ich bin froh, diese Bilder gemacht zu haben, bitte achtet mal auf das Schweinefilet und seinen schönen rosafarbenen „Teint“, diesen hatte es beim Warmhalten im 50 Grad warmen Ofen zumindest an der Schnittkante etwas verloren, sodass  der falsche Eindruck entstehen könnte, dieses sei etwas trocken geraten:







 
 
| Vorspeisen |
 
Ziegenfrischkäseterrine – 9,90€
Garnelenpfännchen – 15,90€
 
2019 Pardevalles Albarín, Valdevimbre, Tierra de Leon, Spanien
 
Die Ziegenfrischkäseterrine - die Wahl meiner Mitbewohnerin - mit ihrer frischen Feldsalat-Begleitung sollte optisch keine Weltsensation sein, was will man hier in einer kleinen Pappschachtel auch erreichen bzw. erwarten?

Ziegenfrischkäseterrine im Dörrobst-Pumpernickel-Mantel mit Feldsalat und Honig-Senf-Dressing
 
Auf Porzellan wirkte das schon ansprechender, wobei ich hier weder den Anspruch noch das Können habe, das ein lieber Freund aus Hannover hier regelmäßig mit seinen Do-It-Yourself Festspielen zelebriert, ich möchte die Gerichte lediglich halbwegs angemessen auf neutralen Tellern ablichten um den Lesern einen guten Eindruck zu vermitteln und auch um den Restaurants einen gewissen Respekt zu zollen.
 
Viel wichtiger sind mir dann doch Rückmeldungen wie „mein Gott ist das lecker, probier mal bitte!“ in Kombination mit einer vor die Nase gehaltenen, mit Käse und Salat bestückten Gabel; ein Angebot, dass ich gerne annahm.
 
Dem cremigen, aromatischen Ziegenfrischkäse bester Qualität hatte man einen Dörrobst-Pumpernickel-Mantel verpasst und in Kombination mit dem köstlichen Honig-Senf-Dressing ergab sich ein perfektes Spiel von Säure und leichter Süße, das zusätzlich mit den leicht erdigen Noten der Sprossen und des Brotes angereichert wurde: auf seine Art ein starker Gang. 
 
 
Mein „Garnelenpfännchen“ wurde nicht weiter ausgeführt in der Karte und ich war gespannt, was man hier für 15,90€ bieten würde, ich liebe Meeresfrüchte-Vorspeisen sehr.

"Garnelenpfännchen"
 
Und schon das Öffnen der Packung ließ mich große Vorfreude verspüren, Noten eines guten Pastis stiegen mir in die Nase, dazu sechs große Garnelen, die mich optisch sehr an die argentinischen Wildfang-Rotgarnelen erinnerten, die ich immer als 2 Kilo TK Paket bei ISB Seafood kaufe.
 
Im Restaurant serviert man tatsächlich in einer kleinen Pfanne ließ man mich am Telefon wissen und ich dachte eigentlich eine größere Cazuela (die spanischen Tapas Tonschalen) könnte reichen, entschied mich dann aber doch dazu einen großen tiefen Teller vorzuwärmen und tat gut daran, die Menge war doch überraschend üppig.
 
Auf den Fotos leider schlecht zu erkennen, der mehr als ausreichend vorhandene köstliche Sud auf Basis eines Krustentier-Fonds, der mit Pastis und fein gearbeiteten Streifen von Lauch, Karotte, Paprika und Fenchel und einem Hauch Safran in etwa den Charakter einer Bouillabaisse besaß, auch wenn man in dieser ja nur mit Weißwein oder Wermut arbeitet wenn ich richtig informiert bin.
 
Es hätte für mich noch etwas intensiver sein dürfen, aber es war auch in dieser Form schon ein Hochgenuss und eine positive Überraschung: da war sie, die schöne Brasserie-Küche die ich in Solingen höchstens noch von entsprechenden Tagesangeboten des Gräfrather Kaffeehaus am Markt kenne, leider.
 
Die Garnelen selbst ideal gegart mit den so von mir geschätzten, leicht süßlichen Noten, die ich so in dieser Form nur von guter Wildfang-Qualität kenne.
 
Das dazu gelieferte, hausgebackene Brot optisch etwas blass aber dennoch köstlich, in der Krume wurde mit Kürbiskernen gearbeitet.
 


Die Cocktailsoße tat mir an diesem Abend fast schon ein wenig leid. Sie war der Beweis dafür, wie gut einfache Rezepte schmecken können, wenn man beste Produkte verwendet und sich Mühe gibt, besser kann man so etwas nicht zubereiten und abschmecken.

Cocktailsauce
 
Aber ich probierte nur wenig davon, es schmeckte auch ohne hervorragend, sodass der Rest am Samstagabend zu einigen Garnelen aus der heimischen Küche mehr als gut passen sollte.
 
Gut passen sollte auch der gut gekühlte spanische Weißwein aus dem Tierra de León, Albarín ist eine alte, autochthone lokale Rebsorte, die außer der Namensähnlichkeit nichts mit der galizischen Rebe Albariño zu tun hat.

Passte hervorragend!
 
90 Parker Punkte und viel Lob aus der Weinwelt sagen erst einmal nicht viel, aber in diesem Fall teile ich die Begeisterung, eine bessere Wahl zu meiner Vorspeise hätte ich kaum treffen können. Hochzufrieden dippte ich Garnelen in Sud und spülte mit dem klaren frischen Albarín und seiner feinen Säure nach, ein sehr genussvoller Moment. 
 
 
| Hauptgerichte |
 
Kanadisches Rumpsteak – 19,90€
Schweinefilet im Speckmantel – 14,90€
 
2009 Terra d´Uro Uro, Tinta de Toro, Valladolid,  Toro, Spanien
 
Meine Lebensgefährtin mag Schweinefilet sehr und freute sich über den Eintrag auf der Karte, eine Beilagenänderung von Rosmarin- zu Röstkartoffeln war kein Problem und führte zu keinem Aufpreis.

Schweinefilet im Speckmantel mit Rahmkraut, Röstkartoffeln und Senfsauce
 
Zu diesen gesellten sich noch Rahmsauerkraut und Senfsauce und die Szene aus dem Kapitel Vorspeise sollte sich alsbald Déjà-vu-artig wiederholen: „Wow, ist das gut, probier mal bitte!“ (wieder baumelte eine prass gefüllte Gabel vor meiner Nase).
 
Sei es das perfekt gegarte Fleisch mit schöner Röstung, das aromatische Kraut mit noch leichtem Biss oder die nicht nur optisch überzeugenden Kartoffeln: so geht gelerntes, tadelloses Küchenhandwerk.
 
Aber wie schrieb ich kürzlich mal leicht witzelnd in einem etwas abgewandelten Bibel-Zitat in einem Titel einer Kritik zu einem „hitzigen“ Ohligser In-Treff, der zu einem Steak eine derartige Unverschämtheit als „Cognac Peffer Sauce“ servierte, dass es mir fast die Sprache verschlug: „An ihren Saucen sollt ihr sie erkennen…“ (1. Escoffier 2, 1-6)"
 
Und ja, hier habe ich sie erkannt, die richtigen, guten Köche, die Soßen ohne Helferlein kochen, Soßen, die selbst nach fast 25 Minuten im Ofen noch optisch überzeugen, Soßen, die einem beim ersten Löffel einen wohligen Schauer über den Rücken jagen, Soßen, die man ohne zu Zögern solo löffeln könnte; eine Wonne.
 
Mit dem kanadischen Rumpsteak sollte es nicht viel schlechter aussehen, ganz im Gegenteil sogar.

Kanadisches Rumpsteak mit hausgemachten Wedges und Ofengemüse
 
Ich habe als bekennender Steak-Nerd lange gehadert, ein Steak im Lieferservice zu bestellen, mir sind hier viele Details wichtig und die Chance enttäuscht zu werden leider immens groß.
 
Optisch gefiel es mir schon vor dem Anschnitt gut, schöne Röstung, etwas Fleur de Sel und Pfefferkörner die mich auch geschmacklich an fermentierten Kampot-Pfeffer erinnern sollten.       
 
Auch wenn ich gestehe, das meine Steakmesser auch zum Rasieren taugen würden, war ich beim Anschnitt doch sehr überrascht, das hatte in der Textur mehr etwas vom Zerteilen eines Marzipanbrotes, derart zart war das Fleisch.
 
Ich glaube nicht, dass es Sous-Vide zubereitet wurde, das Canadian Heritage Angus Beef ist magerer als Hereford bspw. es kommt dem irischen näher als bspw. die am Ende der Zucht mit Mais gefütterten amerikanischen Zuchten aus Nebraska (GOP). Und mageres Fleisch aus dem Sous-Vide hat immer eine leicht trockene Angewohnheit, ich denke daher man hat es im Ofen auf ca. 53 Grad (ich hatte medium rare bestellt) gar ziehen lassen nach dem Anbraten.
 
Es war trotz der Warteschleife im Ofen bemerkenswert saftig mit den leicht grasigen, erdigen Noten eines hervorragenden Steaks von einem Tier, das ein gutes Leben hatte, ich tranchierte eine Hälfte und gab noch etwas "Hamburger Steakpfeffer" von Ankerkraut obenauf, nachdem ich probiert hatte.


 
Wie man Fleisch von dieser Qualität zu diesem Preis im Lieferservice anbieten kann und dann derart abliefert ist mir einerseits ein Rätsel, andererseits war ich hocherfreut über das, was sich da auf meinem Teller und meinem Gaumen tat.
 
Die hausgemachten Kartoffelspalten aus dem Ofen und das bunte Ofengemüse auch sehr gelungen, ich mochte besonders die süßlichen, leicht karamellisierten Möhrenscheiben sehr. Das Restaurant bezieht übrigens bis zu 40 verschiedene Obst- und Gemüsesorten aus dem eigenen, 250m² großen Garten.
 
Die angekündigte Kräuterbutter hat man leider vergessen, ich ersetzte sie mit vor ein paar Tagen selbst gemachter (schöne Variante u.a. mit viel frischen Kräutern, Knoblauch und feinem, mit der Micro-Plane hergestelltem Zitronenabrieb) solcher, brauchte sie aber aufgrund des hervorragenden Eigengeschmacks des Fleisches dann eigentlich doch nicht; aber sie stand nun mal auf der Karte.
 
Ist mir dieses Vergessen einen Abzug wert in der Gesamtschau? Ganz sicher nicht, nur unerwähnt wollte ich es auch nicht lassen.
 
Das Fleisch sollte einen mehr als würdigen Begleiter bekommen, einen aus der Abteilung schwere spanische Artillerie: „reine Handlese, 20 Monate malolaktische  Gärung in bester Allier-Eiche, der Wein wird ungeklärt und ungefiltert in Flaschen gezogen. Dickflüssig und schwarz wie die Nacht tröpfelt dieser Tinta de Toro aus der Flasche; Gesamtproduktion: zwei Barriques, 600 Flaschen.“ (Text Christian Fenske)

Pures Toro Dynamit!
 
Den Wein habe ich bereits mittags dekantiert und je nachdem wer ihn googelt könnte mich für einen dekadenten Schnösel halten, aber für mich sind solche Weine bewusst genossene Glücksmomente und ich hatte eine beruflich fordernde wie erfolgreiche Woche hinter mir, ein wenig Belohnung im tristen Corona Alltag darf und muss auch sein.
 
 
 
| Dessert |
 
Zitronen-Tartelett - 8,90€
Zitronensorbet – 140ml zu 3,90€
Kirschstreusel – 2,90€
 
Sorbets und Eis produziert man im Pfaffenberg schon länger nicht mehr selbst sondern verlässt sich auf eine lokale Eismanufaktur, die sich bester Zutaten und Liebe zum Handwerk rühmt, kurzentschlossen bestellte ich noch ein Sorbet dazu, ich liebe schließlich gute Sorbets.
 
„Bleib ruhig sitzen, ich hole das Dessert.“ hörte ich freundlicherweise von Madame und ich fragte ob sie mir eine schöne Nocke vom Sorbet neben mein Zitronen-Tartelett geben könne.

Zitronen-Tartelett mit Zitrusragout und Basilikum (+Zitronensorbet)
 
Ich endete dann zwar mit einer „Nocke“, über die sich rein optisch sicher jede von Munitionsmangel geplagte Besatzung eines Flak-Geschützes sehr freuen würde, das geschmacksintensive Sorbet war jedoch glücklicherweise gänzlich untauglich als Geschoss, cremig weich und nicht im Ansatz kristallin, ein erfreulicher „Spontankauf“.
 
Den Mürbeteig des Tarteletts hatte man mit nicht zu bitterer Schokolade ausgegossen, um sein Aufweichen zu verhindern, nachdem man ihn mit der hervorragenden Zitronen-Creme füllte.
 
Dazu gab es ein Zitrusragout sowie unglaublich saftige, penibel gearbeitete Orangenfilets mit leicht alkoholischer Marinade, am Rand noch ein zimtiger Crumble mit leicht weihnachtlichen Noten.
 
Erfrischend auch das Basilikum, alles in allem ein sehr schönes Dessert aus solider Patisserie, würde ich jederzeit wieder bestellen.

 
Der Kirschstreusel war an diesem Tag der einzige verfügbare Kuchen, aber meine Lebensgefährtin war in Tortenlaune und dass man im Pfaffenberg backen kann, wissen wir aus der Vergangenheit.

Kirschstreusel
 
Und auch hier wieder „Boa, probier mal bitte!“ und ja: Boa! Das hatte mit Omas Kirschstreusel vom Blech, der nur nach Zucker und preiswerten Schattenmorellen aus dem Glas schmeckt nichts zu tun.
 
Ich tue mich selten schwer damit, Geschmack in Worte zu gießen aber hier fällt es mir schwer, was auch immer man an Früchten verwendete und mit in den gelierten Saft gab, man tat das Richtige.
 
Auch wenn das Stück vielleicht keinen Beauty-Preis verdient hat, geschmacklich könnte jede gute Konditorei stolz auf einen solchen Kirschstreusel sein, für 2,90€ war da jemand SEHR glücklich mit ihrem Nachtisch.
 
 
 
An diesem Abend hatte ich ein wenig das Gefühl, eine Mischung aus Restaurantbesuch und eigenem Zutun im eigenen Wohnzimmer erlebt zu haben, ein schönes Gefühl das mich jedoch umso mehr daran erinnert, was ich immer mehr und mehr vermisse: geöffnete Restaurants in denen Gastronomen mit Perspektive freundlich grüßen, wenn man durch die Türe kommt.
 
 
 
Fazit
 
Ich muss nochmal daran erinnern, dass ich immer relativ zum Preis und dem eigenen Anspruch des Restaurants bewerte und wer mir u.a. für 19,90€ ein solches Steak serviert, hat für Produkte und Handwerk 5 Sterne mehr als verdient. Zu diesem Preis erhält man in Solingen argentinische Billigware mit einem Salat vom Buffet im Balkanrestaurant, aber diese Relationen sehen ja die wenigsten, was ich traurig finde. Aber auch die anderen Gerichte waren für sich genommen allesamt eine große Freude.
 
Den (Liefer-)Service kann man nicht verbessern, Auftreten, Pünktlichkeit und Verpackung tadellos, volle 5 Sterne auch hier.
 
Zum Thema Preisleistungsverhältnis ist wohl schon alles gesagt, auch hier bin ich bei 5 Sternen.
 
 
Und noch ein kleines Nachwort, auch an das Restaurant, das in der Vergangenheit stets mitgelesen hat, ob auf TripAdvisor oder hier auf dem kuscheligen GastroGuide:
 
Diese Lieferservice-Bewertungen und deren Verlinkung in den großen Solinger Facebook Gruppen sind mein Beitrag zur Unterstützung der örtlichen Gastronomie und ich bewerte nur, wenn mich ein Restaurant überzeugt hat. Mir würde nie einfallen, dabei die Wahrheit zu verzerren und habe daher auch schon auf Bewertungen verzichtet, da sie nicht schmeichelhaft gewesen wären.
 
Eine gewisse, hauchzarte „Lockdown Milde“ darf man mir aber im Einzelfall in den letzten Wochen aber dennoch nachsagen und fünf Sterne waren auch öfter im Spiel, daher zur besseren Einordnung meine Botschaft an das Restaurant und alle Leser:
 
Wenn diese Bewertung bzw. das Geleistete ein Wurf einer Bowling-Kugel wäre, so wäre das Ergebnis ein Strike, nachdem man die Pins danach aus der rückwärtigen Wand der Bowling-Halle meißeln müsste, wohingegen sich in den letzten Wochen meist alles sehr brav wieder aufrichtete nach einem Strike; ich hoffe ich habe das verständlich ausgedrückt, möge es erfreuen und motivieren.
 
Zur Nachahmung wärmstens empfohlen; gönnt Euch etwas liebe Solinger!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
keine Wertung
Essen
Ambiente
keine Wertung
Preis/Leistung


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