Himalaya
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Postkamp 18, 30159 Hannover
Restaurant Biergarten
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GastroGuide-User: ryanair456
hat Himalaya in 30159 Hannover bewertet.
vor 5 Jahren
"Himalaya-Expedition mit Messer & Gabel - OHNE YETI & SAUERSTOFFGERÄT - dass soll der Messner mal nachmachen"
Verifiziert

Geschrieben am 13.04.2015 | Aktualisiert am 18.04.2015
Besucht am 12.04.2015
Am Sonntag entschieden wir uns spontan, mal wieder indisch Essen zu gehen. Die Wahl für das Himalaya fiel uns leicht, weil wir mit den anderen hannöverschen „Indern“ weniger  gute oder nur mittelmäßige Erfahrungen gemacht haben und im alteingesessen Himalaya bis dato immer zufrieden waren.  Auf dem Weg dahin viel mir dann ein riesiges Transparent auf: MAKE  IN INDIA…shit…Hannover Messe…Indien…Partnerland…Restaurants…voll…nix  reserviert…so in etwa  gingen mir die Gedanken durch den Kopf. Egal, dachte ich, schauen wir mal, ob was möglich ist.

Gegen 19:50 trafen wir  vor dem Himalaya ein, sahen durch die Fenster:  ziemlich voll – vorwiegend mit indischen oder pakistanischen Messebesuchern. Trotzdem einen Versuch gestartet, rein ins Lokal. Der eine der beiden Inhaber (Vater & Sohn?) begrüßte uns sehr freundlich und fragte, ob wir reserviert hätten. Wir verneinten, er sagte: „ mal sehen“, dachte einen kurzen Moment nach und führte uns dann an einen Vierertisch und bat uns, dort Platz zu nehmen.  Er meinte, das würde schon gehen und die Gäste wären erst für 21:00 angemeldet, bis dahin gäbe es aber sicher für diese Gäste auch wieder einen freien Tisch (was dann auch zutraf). Das nenne ich flexibel und gästeorientiert – im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten – denn er hatte einen guten Überblick, wie weit die Gästen an den anderen Tischen mit Ihren Speisen und Getränken waren.
Es war so voll, dass zusätzlich zwei deutsche Studis als Aushilfen  engagiert worden waren, welche primär Getränke an die Tische brachten und die Tische  leer räumten. Neben den beiden Inhabern und den Aushilfen war noch einen weitere männliche, ebenfalls sehr freundliche Service-Kraft zugegen. Alle hatten sehr gut zu tun.

Das Ambiente ist einfach, mit einigen Bildern mit indischen/pakistanischen Motiven, einige Tische  (die am Fenster)  haben zwei 2er-Bänke, die Tischdecken fast sauber (einen  am unserem Tisch hatte einen kleinen Saucenfleck), nach dem Gäste gingen wurde in der Regel die Decke gewechselt, aber immer nur eine von den zwei weißen Decken – ich denke, die waren  am dem Abend „knapp“. Messer und Gabel  lagen parat, die Serviette aus  recht ordentlichem Papier, das Format aber  recht klein.

Der Service war schnell und aufmerksam – das lies trotz der teils sehr  „fordernden“ Messebesucher vom Subkontinent auch den Abend über nicht nach -, die Karte kam umgehend, nach kurzer Zeit  fragte man nach unserem Getränkewunsch: 2 gr. Alster ( 0,4 / je 3,90 €). Die Auswahl an Speisen  verlangte nach einem eingehenderen Studium der Karte.
Zur Aufnahme der Speisen bot man uns „Beratung“ an, wir lehnten dankend ab, sagten, dass uns die indische Küche nicht unbekannt sei.

Wir wählten als kleinen Start-Snack. 2 Stk. Papadam (Linsenmehl-Fladen, hauchdünn, in einer heißen Pfanne ausgebacken), sehr knusprig, mit  selbstgemachten Sweet-Chilli-  & Minz-Dip (2,00 €).

Meine Frau war für was „Warmes“ als Vorspeise:  nicht gebundene Hühner-Suppe Murgh Shorba Punjabi (3,90 €): mit Tomate, Kräutern (Korinander und andere exotischen Gewürze), dazu in sehr feine Streifen von Hühnerfleisch, etwas pikant aber rund im Geschmack.

Ich konnte mich nicht entscheiden: Gemüse oder Fleisch – also: 1x Vegetable Pakora f. 4,50 €  (in Kichererbsenteig  paniert  & ausgebackenes Gemüse. Kartoffel, Blumenkohl, Aubergine), auf einem Bett von sehr milden, nicht öligen Krautsalat. Dazu: Chicken Tikka - Hühnchenfilet, in leicht pikantem Chilli-Joghurt-mariniert und dann  im Lehmofen gegart (drei gr. Stückchen f. 7,90 €). Alles war fein exotisch gewürzt, teils  leicht pikant, das Gemüse teils noch mit Biss, das Fleisch saftig, aber  auch etwas fester von der Textur. Hier werden definitiv ganze Tiere verarbeitet, das Hühnerfleisch hat mehr Geschmack als was man üblicherweise kaufen kann, Tendenz Richtung Suppenhuhn, was in meinen Augen kein Makel ist, ich schätze schon den Geschmack des Tieres, welches man verzehrt (gut – Lamm, dass „Hammel“ imitiert brauche ich auch nicht).

Chicken Masala (12,90€) war von meiner Frau als Hauptgericht  gewählt: Hühnchen in sämiger Sauce, mit frischem Ingwer, Koriander, (TK-)Erbsen, Tomatenstückchen, Kartoffel, Kichererbsen und Cashews, pikant – aber mit süßlich-frischer Note, rund und wohlschmeckend gewürzt.
Ich entschied mich für die „scharfe“ Tour: Chicken Madras (für's Vindaloo war ich da nicht in der Stimmung), mariniertes Hühnchen, in scharfer Tomaten-Curry-Kokos-Sauce, rund & sämig, mit  spürbarer schärfe, aber auch das kein Geschmacksnerven-Killer, die Zutaten waren weiterhin geschmacklich zu unterscheiden. Das Hühnerfleisch in beiden Gerichten war zart und saftig.
Als Beilage wurde  Basmati-Reis serviert, trocken, heiß und leicht aneinander haftend, zudem  von gutem Geschmack - ja auch Reis, wenn gut, kann nach was schmecken.
Ich hatte zudem noch  ein „buttered naan“ (3,20 €) geordert, warm, leicht bebuttert,  im Lehmofen gebackenes Fladenbrot (primär aus Weizenmehl, Hefe, mit etwas Hirse. Extrem lecker mit den Saucenresten…

Anstelle eines Desserts gönnten wir uns noch einen Lassi (sämiger Trinkjoghurt): mit frischer pürierter Mango - kein Saft! (2,90 €) für  meine bessere Hälfte, für mich traditionell: „salted“ (2,50€).

Alles in allen ein schöner Abend mit leckeren und gut zubereiteten exotischen indischen Gerichten und einem sehr guten PLV mit 60,50€ für zwei (ohne Tip).
Himalaya- ohne den Yeti zu treffen (oder den Messner – oder beide – oder ist er vielleicht der Yeti?):
Auf jeden Fall wieder!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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