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GastroGuide-User: Jenome
hat Ali Baba in 01127 Dresden bewertet.
vor 5 Jahren
"Orientalisches Restaurant in der Dresdner " Leipziger Vorstadt" mit Parkplatzproblemen"
Verifiziert

Geschrieben am 17.12.2015 | Aktualisiert am 17.12.2015
Besucht am 12.12.2015
Allgemein:

 
Es stand mal wieder Kultur auf dem Samstagsabendplan. Zum Oberprimaner Hans Pfeiffer(mit drei f) sollte es gehen. Also mussten wir auf dem Weg zum Dresdner WTC was passendes zum Speisen finden, denn ordentlich gesättigt schaut sich doch so ein Theaterstück viel entspannter an. Durch die Schwärmereien einiger Kollegen haben wir uns entschlossen, dem Ali Baba auf der Weimarschen Straße einen Besuch abzustatten. Paar Tage vorher telefonisch einen Tisch bestellt, was sich letztendlich als richtig erwies. Am Samstagabend nun mit dem Auto in die „Leipziger Vorstadt“ von Dresden gefahren, und erst einmal auf Parkplatzsuche gegangen. Im Bereich des Ali Baba sind genau diese absolute Mangelware. Besser ist man hier mit den ÖPNV dran, der ganz in der Nähe Bus-und Tramhaltestellen vorhält. Nach mehrmaligen umkurven der Blocks aus den späten 20´er Jahren und noch immer erfolgloser Suche wagten wir es schließlich unser Fahrzeug  „im nicht genehmigten Raum“  abzustellen. Mit etwas mulmigen Gefühl, die Dresdner Ordnungshüter sind wachsam, zog es uns sodann zum Ali Baba.
Angekommen im Restaurant, welches im orientalischen Charme ausgestattet ist,  wurden wir vom Chef südländischer Herkunft begrüßt und zu unserem reservierten Tisch geleitet. Das Restaurant noch leer, aber innerhalb der nächsten halben Stunde sollte sich das Lokal bis auf den letzten Platz füllen. Die Karten wurden noch schnell gereicht, sodann machte sich Chefe schon mal auf den Weg in die Küche. Hinter dem Tresen erschien eine junge Dame im typischen arabischen „Design“. Nachdem wir die Getränkekarte durchstöbert hatten kam die junge Dame an den Tisch und fragte in tiefstem sächsisch: „Nu was woll´mer denne?“   Fragende Augen auf unserer Seite, ein kleines Grinsen konnten wir uns ebenfalls nicht verkneifen, bestellten wir uns drei große Pils a´ 3,40 € sowie einen trockenen, türkischen Rotwein „Villa Doluca“ a´4,50 € für meine Herzensdame.  Die Getränke waren schnell serviert, währenddessen hatten wir noch immer mit der umfangreichen Karte zu kämpfen. Was uns hier nicht so gefiel, die Speisen waren nicht wirklich geordnet. So kamen Suppen, kalte und warme Vorspeisen, Hauptgerichte mit Fleisch, dazwischen mal Fisch und dann wieder Gerichte vom Grill etwas durcheinander. So dachte unsere Begleitung zum Beispiel daß ja nach den Fischgerichten Schluss ist, aber da waren ja dann noch die Speisen vom Grill, für die kleinen und auch diverse Beilagen versteckt. Inclusive der Vorspeisen, ohne diverse zusätzliche Beilagen, stehen in der Karte 96 Speisen zur Auswahl.

Das Essen:
 
Wir wählten als Vorspeisen einmal Mouchallal Flefle helue (sauer eingelegte milde Peperoni) für 3,00 € sowie einmal Mouhammara (scharfes Püree aus rotem Paprika, Walnüssen, Granatapfelsaft
und Olivenöl) für 4,50 € sowie frittierte Käsebällchen mit Oliven für 4,50 €. Die kleinen Leckereien kamen nach einer kurzen Wartezeit an unseren Tisch. Die Peperoni nicht unbedingt was Besonderes, eher wie beim türkischen Händler auf dem Wochenmarkt. Das scharfe Püree wurde mit Fladenbrot gereicht. Das Püree cremig angerichtet, herzhaft im Geschmack, im Nachgang ordentlich scharf. Die Schale als Vorspeise fast schon etwas zu groß. Die frittierten Käsebällchen traumhaft. Im Inneren mit einer grünen Olive, außen herum zarter Schafskäse frittiert. Lecker…..
Als Hauptspeisen wählten wir dann  eine
·       Fakhd-Ghanam (gebackene Lammkeule mit grünen Bohnen und Knoblauch, dazu Reis und gemischter Salat) für 12,50 € ,


·         das  Kafta bil Dagag (Hähnchenfleisch mit frischen Tomaten- und Kartoffelscheiben in Tomatensauce gebacken) für 10,00 €,


·         den Lahme Ghanam Mischwi (gegrillter Lammfleischspieß mit Zwiebel und Tomate, Kichererbsenpüree, frittierte Kartoffelscheiben, Fladenbrot, dazu gemischter Salat) für 13,00 €
 
·         sowie die Sahen Mischwi Mschakkal (gegrillte Spieße von Kalb- und Lammfleisch,
Hähnchenbrustfilet und Hackfleisch vom Lamm, Kichererbsenpüree, frittierte Kartoffelscheiben und Fladenbrot, dazu gemischter Salat) für 14,50 €
 
 
Alle vier Teller waren reichlich bestückt, frisch zubereitet und heiß. Die Fakhd-Ghanam Lammkeule zart und angenehm aber nicht aufdringlich mit Knoblauch gewürzt, die Bohnen knackig im Speck gebraten, statt Reis wählten wir frittierte Kartoffelscheiben. Einzig der Salat war nicht unbedingt herausragend. Paar Scheibchen Gurke, noch weniger Tomate, dafür viel grüner Salat. Das ganze recht herzhaft, fast schon scharf mit reichlich Öl angerichtet.  Der Kafta bil Dagag wurde in einem Pfännchen serviert, das Hähnchenfleisch zart und angenehm gewürzt, die Kartoffelscheiben und Tomaten noch bissfest, die Tomatensoße mit einer angenehmen Knoblauchnote. Der Lahme Ghanam Mischwi genannte Lammfleischspieß(2 Stück) mit Zwiebel und Tomate war ebenfalls zart, dazu ein Fladenbrot, frittierte, bissfeste Kartoffelscheiben und das Erbsenpüree waren ebenfalls lecker. Dazu wieder der oben genannte Salat. Die drei Spieße von Kalb, Lamm und Hühnchen als Sahen Mischwi Mschakkal waren ebenfalls zart und gut durchgebraten, angenehm mit Knoblauch und anderem, mir unbekannten aber leckeren orientalischen Gewürzen versehen. Auch hier wieder bissfeste, frittierte Kartoffelscheiben, das Erbspüree, ein Fladenbrot und der „tolle“ Salat. Alles in allem waren wir mit den Speisen sehr zufrieden, der Salat verdient aber einen halben Punkt Abzug.
 
Bedienung:
 
Freundliche und junge Dame, schwer zu erkennen ob arabischer Herkunft, jedoch mit einem wunderbaren und nicht erwarteten sächsischen Dialekt. Sie hatte alleine das vollkommen besetzte Lokal wunderbar im Griff, reagierte sofort auf den kleinsten Wink, fragte auch noch zwischendurch ob alles ok ist, und beräumte zügig den Tisch von leeren Tellern. Da kann sich so manche Bedienung mal was „abschneiden“…..
 
Ambiente:
 
Etwas abseits der Leipziger Straße in einer Seitengasse gelegen mit einer sehr schlechten Parkplatzsituation ist dieses Restaurant aber gemütlich eingerichtet und versucht durch diverse Einrichtungsgegenstände orientalisches Flair zu verstrahlen. In einer kleinen, abgetrennten Ecke kann, wer dies unbedingt probieren will, Sisha genießen.
 
Sauberkeit:
 
Restaurant und Toilette ordentlich gepflegt.
 
Resultat:
 
Wer ausländische Küche liebt, für den ist dies ein Insgesamt zu empfehlendes Restaurant. Bei etwas mehr Zeit, kann man Samstagabend auch Bauchtänzerinnen zuschauen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist top. Bestimmt gern mal wieder.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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