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GastroGuide-User: stekis
hat San Marco in 24103 Kiel bewertet.
vor 2 Jahren
"Klassische Pizzeria mit leichter Atmosphäre derSiebziger"
Verifiziert

Geschrieben am 20.01.2018
Besucht am 13.01.2018 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Es war schon reichlich überfällig, dieser Kieler Institution, der ältesten Pizzeria der Stadt (gegründet 1973), einen Besuch abzustatten. Die Parkplatzsituation in der nördlichen Innenstadt war schon immer schwierig, wird aber derzeit durch den kompletten Umbau des Schlossquartiers für Nicht-Anwohner praktisch auf null reduziert.

Doch Madame stand der Sinn (selten genug) nach Pizza, und so stellten wir das Gefährt im Parkhaus ab. Nach wenigen Schritten über die Dänische Straße kamen wir an den Durchgang zur Schloßstraße, in dem das Lokal recht versteckt liegt. Schon von außen konnten wir erkennen, dass nur ein einziges Paar Gäste dort saß.

Beim Eintreten wurden wir von einem Kellner (dem Inhaber?) freundlich begrüßt. Nachdem wir an einem freien Tisch Platz genommen hatten, reichte er uns sofort die Speisekarten und bat darum, möglichst zügig auszuwählen, denn die Küche wolle für die Mittagszeit Feierabend machen.

Das fiel uns nicht schwer, da die Grundsatzentscheidung für Pizza schon vorweg gefallen war. Madame entschied sich in wenigen Sekunden für die Pizza Meeresfrüchte (10,00 €), ich brauchte kaum länger für die Entscheidung zur Quattro Stagioni, die in diesem Haus auch mit Meeresfrüchten (neben Schinken, Pilzen und Artischockenböden) angeboten wird (10,00 €). Diese beiden Varianten bilden dann auch schon das preislich obere Ende der Pizza-Auswahl.

Dazu bestellten wir jeweils eine Cola light, auf die entsprechende Rückfrage des Kellners beschränkten wir uns auf die kleine Version (0,2l für 2,20 €). Die Getränke wurden dann postwendend gebracht.



Die Einrichtung im Gastraum ist verhältnismäßig einfach und spiegelt auch deutlich den Geist der Eröffnungsjahre, ohne dass irgendetwas verschmutzt oder beschädigt war. Die Stühle sind aus dunklem Holz und haben hellbeige gemusterte Sitzpolster, die Tische haben Kunststoffplatten in dunklem Holzdekor ohne Tischdecken.



Die Dekoration beschränkt sich auf je eine kleine Vase mit einigen Blüten, Salz- und Pfefferstreuer gemeinsam auf einer Serviette. Im Hintergrund erklang leise Musik, „Volare…“ und Co brachten gleich die richtige Stimmung auf.

Nach normaler Wartezeit wurden dann die Pizzen serviert, die ziemlich genau den gleichen Durchmesser hatten wie die Teller. Ein knuspriger, nicht zu dicker Rand, ein dünner Boden, der aber auch in der Mitte noch tragfähig war, und ein reichlicher Belag, das war der erste Eindruck.


Pizza Quattro Stagioni

Der Käse dünn und gleichmäßig über die ganze Fläche verteilt, mit der richtigen Menge Kräuter bestreut – der Geschmack war wirklich ausgezeichnet. Hier merkt man doch den Unterschied der langjährigen Erfahrung gegenüber einem beliebigen, austauschbaren Pizzabäcker, der womöglich aus einer ganz anderen Ecke der Welt stammt.


Pizza Meeresfrüchte

Wie erwartet gab Madame auf, nachdem sie ¾ des Teigfladens verzehrt hatte, und so kam ich auch in den Genuss des Reststücks der reinen Meeresfrüchte-Variante, der sich aber nicht wesentlich von dem entsprechenden Viertel auf meiner Pizza unterschied. So waren wir schließlich gut gesättigt und zufrieden.

In dem abschließenden Gespräch beim Bezahlen bestätigte der Kellner meine Vermutung: Auf die Frage, wie das Restaurant angesichts der Behinderungen durch die umliegenden Baustellen überleben könne, antwortete er: „Nur durch die Stammgäste, von denen es zum Glück einige gibt.“
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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