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GastroGuide-User: simba47533
hat Restaurant Dubrovnik in 66111 Saarbrücken bewertet.
vor 2 Jahren
""Dubrovnik" unter neuer Leitung gefällt uns noch besser als früher ........"
Verifiziert

Geschrieben am 27.01.2019 | Aktualisiert am 28.10.2019
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Besucht am 27.01.2019 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 50 EUR
Ins "Dubrovnik" sind wir immer schon gerne gegangen, auch als es noch von Familie Sandev geführt und nicht zuletzt durch die TV-Sendung "Mein Lokal", dein LokaL" bzw. auch  durch den reisserischen "BILD"-Artikel "SEK stürmte kroatisches Lokal, in dem sich bewaffneter Psycho-Täter mit Geisel verschanzt hatte" bundesweit bekannt geworden war. Dieses Lokal zählt quasi zu den gastronomischen Urgesteinen der Saarbrücker City: gute Küche, guter Service, zivile Preise. Das gefiel nicht nur den Saarbrückerinnen und Saarbrückern (den sogenannten Gender-Stern spare ich mir jetzt an dieser Stelle mal), viel Zulauf gab und gibt es auch aus dem benachbarten Frankreich.

Seit November 2018 haben hier die die Brüder Georgi und Billi Mitev das Kommando übernommen, beide sind keine Unbekannten in der hiesigen Gastroszene. Bereits seit 2008 führen sie die "Kleine Tonhalle" in der Saarbrücker City; bekannt nicht zuletzt durch die mächtigen Pasta-Portionen "Spaghetti Anfänger" (EUR 6,00),  "Spaghetti Normal" (EUR 7,00) und "Spaghetti Kämpfer" für EUR 9,00. Seither bewirtschaften die Brüder eben zwei angesagte Lokale statt nur einem. Mein ungarischer Physiotherapeut, ein ziemliches Leckermaul, hat mir gegenüber  das "neue Dubrovnik" schon mehrmals über den grünen Klee gelobt, dort auch mit seiner Belegschaft  das übliche Weihnachtsessen abgehalten, und so haben wir heute das Restaurant erstmals  in der "Nach-Sandev-Aera" besucht. Um es gleich vorweg zu sagen: weitere Besuche werden folgen.

Ambiente: Nichts, aber auch wirklich absolut nichts haben die neuen Betreiber an der Einrichtung geändert; warum auch. Der mit viel Liebe zum Detail (und auch mit Plastik bzw. "Schmiedeeisen") auf das hin getrimmt was sich Hänschenklein unter "Kroatisch" vorstellt und was offenbar nach wie vor bei den meisten Gästen Gefallen findet. Mir persönlich, früher sehr häufig Gast in Kroatien, auch als es unter Jugoslawien lief, ist es einfach zu kitschig, aber für zwei oder drei Stunden halte ich das schon aus. Schön wäre es allerdings, wenn die eigentliche Herrentoilette, die doch schon reichlich "abgewohnt"  aussieht, einer Runderneuerung unterzogen würde und die Damenabteilung, die es wahrscheinlich auch nötig hätte, gleich mit. Für das Ambiente drei Sterne.

Sauberkeit: Alles schön sauber (die von mir nicht besichtigte Damentoilette hoffentlich auch): fünf Sterne.

Service: Die junge Frau Sandev ist hier nicht mehr am Start; der ungarische Kellner ist meiner Erinnerung nach als einziger vom alten Stamm im Service unterwegs, dazu drei junge Herren. Wir wurden aufmerksam und gut umsorgt nachdem ich von meinem Beilagenteller nur den Krautsalat gegessen hatte, gab es vom ungarischen Kellner einen Tipp "aufs Haus": "Beim nächsten Besuch gleich sagen, dass nur Krautsalat kommen soll". Für den Service vergebe ich dreieinhalb Sterne.

Essen und Trinken: Averna steht hier leider nicht auf der Karte, auch nichts was in die Richtung geht; schade. Zumindest Pelinkovac oder Vlahovac sollten als Liköre auf jeder kroatische Karte vertreten sein. Also trank meine Frau, die Travarica nicht mag, nur Sprite (0,2l EUR 2,50). Ich hielt mich an Grasevina Kutje(0,2l EUR 6,00), den sehr schmackhaften Klassiker unter den kroatischen Weissweinen.

Die Karte ist erheblich kleiner geworden als sie es zu Zeiten der Familie Sandev war; das muss absolut kein Fehler sein und lässt auf frische Zutaten und nur wenig Vorgekochtes hoffen.

Vorspeisen gibt es von EUR 4,00 (Tomatensuppe) bis EUR 12,00 (Zwölf Weinbergschnecken), die Preise für Hauptgerichte bewegen sich zwischen EUR  11,50 (6 Cevapcici mit Pommes Frites und Djuwetschreis) und EUR 38,00 (Rinderfilet Rossini mit Gänseleber, Pommes Frites, geschmortem Gemüse und Djuvetschreis sowie Beilagensalat). Dessert gibt es von EUR 5,50 (Vanilleeis mit Sahne) bis EUR 11,00 (Käseteller).

Geflügel und Schwein werden ausschliesslich aus zertifizierter Freilandhaltung bezogen; das Rindfleisch kommt aus Argentinien und das Lamm aus Neuseeland. So steht es zumindest im Vorspann der Speisekarte; gute Alternativen wären hier aus meiner Sicht  Rind und Lamm aus dem Bliesgau, also fast direkt vor der Haustür. Fleisch muss nicht erst um den halben Erdball gekarrt, geschippert  oder geflogen werden um vorzüglich zu schmecken !

Ein  für mich sehr wesentliches Qualitätskriterium in kroatischen Restaurants ist der Gargrad von Leber und Cevapcici; ist die Leber von der Konsistenz her schuhsohlenartig sprich strohtrocken und sind die Cevapcici "durcher als durch" kann dieses Restaurant keinesfall mehr "mein Kroate" werden. Also gleich frei nach dem Motto "hic Rhodus, hic salta"  die Küche auf die Probe gestellt mit dem "Potpourri-Teller" für EUR 18,00. Als Vorspeise nahm ich "Weiße Bohnensuppe Dalmatinische Art mit geräucherten Speckwürfeln" (EUR 5,00). Meine Frau bestellte den "Grillteller Rovinj" (EUR 18,50). Zu beiden Gerichte gab es Beilagensalat; zu unser beider Freude kamen weder der Kraut- noch der Möhrensalat aus dem Eimer sondern war frisch geschnibbelt, frisch waren auch die übrigen Salatkomponenten. Sehr schön. Fast hätte ich den Küchengruß vergessen: Körbchen mit zweierlei Brot und ein Schüsselchen mit selbstgemachtem Ajvar. Donnerwetter; da sass kräftig was dahinter bzw. drin!

Die Bohnensuppe, schön sämig und bestens gewürzt, war ganz vorzüglich; ein paar Speckwürfel mehr hätten ihr durchaus gut zu Gesicht gestanden. Mein "Potpourri" beinhaltete laut Karte Roastbeef, Rinderleber, Pljescavica und zwei Cevapcici; dazu gab es kleingehackte rohe Zwiebel, angeschmorte grüne Paprikaspalten und Gurkenscheiben, Pommes Frites und Djuvetschreis sowie den bereits erwähnten Beilagensalat. Rinderleber und Cevapcici optimal gegart (meine Qualitätskriterien damit zu 100 % erfüllt), das "Roastbeef" ebenfalls; es war allerdings kein Roastbeef sondern ein kleines Rumpsteak. Kleiner Wermutstropfen: der breitgeklopfte Klops namens Pljeskavica war zwar auch optimal gegart und innen schön saftig, gefehlt hat aber die Füllung mit Schafskäse, die eigentlich unbedingt dazugehört. Diese Komponente kam also unter falschem Namen daher; schade, Die Pommes waren so wie sie sein sollen, der Djuwetschreis hätte aus meiner Sicht ein paar Erbsen mehr vertragen können. Jammern auf hohem Niveau.

Auf dem Grillteller meiner Frau lagen Rindersteak, Rinderleber sowie zwei panierte Schnitzel (Schweineschnitzel und Pariser Schnitzel), umrahmt von Pommes Frites und Djuwetschreis. Alles war zu ihrer vollen Zufriedenheit. Und dafür gibt es viereinhalb Sterne.

Preis/Leistungsverhältnis: Normal, wobei das Rinderfilet Rossini mit EUR 38,00 allerdings schon in Richtung "höherpreisig" geht. Vier Sterne.

Fazit: Die kleinen Namensschwindeleien ("Roastbeef" für Rumpsteak bzw. "Pljeskavica" für käselosen Fleischklops) sollten die Brüder eigentlich bei der Qualität ihrer Küche nicht nötig haben; bitte entweder als Komponente streichen oder so servieren wie es in der Karte steht und vom Gast auch erwartet wird ! Darauf einen bulgarischen "Grappa"; der war mir von meinem Physiotherapeuten wärmstens empfohlen, von mir aber heute nicht bestellt worden. Werde ich nachholen  und probieren, ebenso die mit Schafskäse gefüllten Calamari.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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