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GastroGuide-User: Jenome
hat Cafe Grießbach in 01169 Dresden bewertet.
vor 3 Jahren
"Hoch droben über Dresden"
Verifiziert

Geschrieben am 02.02.2018
Besucht am 23.09.2017 Besuchszeit: Abendessen 6 Personen Rechnungsbetrag: 140 EUR
Wieder einmal stand eine Aufführung im Dresdner Boulevardtheater mit unseren Freunden und an. Wieder einmal durfte ich als GG-Kritiker die Lokalität heraussuchen. Und da ich ja hier immer wieder von neuen Lokalitäten berichten will, kann es ja nie in ein und dieselbe Gastronomie gehen. Allerdings wird es langsam schwierig, rund um das Dresdner World Trade Center eine geeignete Lokalität zu suchen. Also muss der Umkreis nach und nach größer gezogen werden. Dieses Mal viel meine Wahl auf das „Café Grießbach“ im Dresdner Süden. Der Name klingt eigentlich nicht wirklich nach gutbürgerlicher Gastronomie, aber ein Blick auf die Internetseite des Hauses ließ mich recht schnell schlüssig werden. Also ein Anruf in besagtem Haus, um Plätze zu bestellen. Aber huch, bereits eine Woche vorher waren alle Plätze belegt. Als ich aber meinte nur zum Abendessen zu kommen, und danach ins Theater zu gehen, gab es doch noch eine Chance für uns.

An besagten Samstag ging es für uns also in den Dresdner Süden, auf den Balkon von Dresden. In einer schmalen Seitengasse, hoch droben über dem Dresdner Kessel, liegt das altehrwürdige Gasthaus „Café Grießbach“, welches bereits seit 1930 existiert. Parkplätze sind einige wenige vor dem Café vorhanden, ansonsten muss man in der schmalen Gasse versuchen sein Auto los zu werden.

Wir betraten einen großen, an Wänden und Decken mit rustikalen Holz vertäfelten Gastraum. An diesem Tag war der Gastraum geschmückt als bayrisches Wirtshaus, standen doch die Oktoberfestwochen bevor. Wir sechs Leute wurden an einem großen, runden Tisch unweit der Theke platziert. Die Stühle gemütlich, am Tisch ausreichend Platz, das Ambiente wohnlich warm. Aus dem Fenster, oder von der großen, teilweise überdachten Terrasse ein weit schweifender Blick über das Dresdner Elbtal. Hier hält man es aus.

Ein junger Mann brachte uns flugs die Speisekarte, welche eine reichliche Auswahl aus Sächsischer Küche, sowie an diesem Abend auch aus der bayrischen Küche anbot. Die Preise sind Dresden typisch und liegen zwischen 11 bis 18 Euronen. Das ist für hiesige Verhältnisse ok.

Wir entschieden uns also erst einmal für die Getränke. So wählten wir ein 0,5ér Radeberger Pilsner für 3,90 €, zwei 0,5ér Dresdner Felsenkeller für je 3,70 € sowie einen 0,3ér  Schwarzen Steiger für 2,80 €. Meine Frau wählte als Wein einen Schoppen weißen „Pesterwitzer Bacchus“ für 6,80 €, meine Schwägerin wünschte einen Schoppen „Pfälzer Riesling“ für 4,30 €. Die Getränke waren sehr schnell an unserem Tisch, die Bedienung lief in dem mittlerweile immer voller werdenden Restaurant auf Hochtouren. Darauf schon mal ein erstes Prost.

So konnten wir auch nach kurzer Bedenkzeit unsere Wünsche für das Abendessen loswerden. Als Vorspeisen entschieden wir uns für die „Bayrische Leberknödelsuppe“ für 4,80 €, ein „Feines Würzfleisch im Näpfchen mit Edamer Käse überbacken und Toast“ für 4,90 € sowie für drei Tassen „Ukrainische Soljanka  mit Baguette“ für je 4,50 €. Als Hauptspeisen wählten wir einmal das „Argentinische Rumpsteak(250 gr) mit Chilibutter, Pommes Frites und Salatbeilage“ für 17,50 €, einmal den „Zarten Lammkeulenbraten gereicht mit Thymianbohnen und Kartoffelklößen“ für 12,50 €, einmal das „Schweinerückensteak au four, dazu gebutterte Erbsen und Pommes Frites“ für 12,50 €, einmal die „Forelle Müllerin Art mit Mandelbutter und Petersilienkartoffeln“ für ebenfalls 12,50 € und zweimal orderten wir noch die „Gepökelte Rinderzunge mit zerlassener Butter, Erbsen und Petersilienkartoffeln“ für je ebenfalls 12,50 €.

Eine viertel Stunde nach unserer Bestellung trudelten dann auch schon die Vorspeisen auf unserm Tisch ein. Das Feine Würzfleisch im Näpfchen mit Edamer Käse überbacken und Toast kam mit reichlich Käse und großen Fleischstücken daher, welche hier aus Schweinefleisch bestanden. Da scheiden sich ja immer wieder die Geister, wie ein richtiges Würzfleisch sein sollte-aus Kalb, Hähnchen, Schwein oder Kaninchen. Na egal. Der Toast dazu war leider nur handelsüblich aus dem Discounter um die Ecke, dafür aber knusprig getoastet. Gespannt war ich auf die Ukrainische Soljanka  mit Baguette von meiner Frau. Diese hier war mit großen Jagdwurst-und Salamistücken versehen, sowie mit reichlich saurer Gurke und einer sehr würzigen, dunklen Soße zubereitet. Obenauf ein Klecks saure Sahne und eine kleine Scheibe Baguette rundete das ganze ab. Nicht schlecht, das kann man mal wieder Soljanka nennen. Durch meine häufigen Bayernaufenthalte hatte ich mir die Bayrische Leberknödelsuppe ausgewählt und wurde ebenfalls nicht wirklich enttäuscht. Drei große Bällchen Leberknödel schwammen in einer würzigen, sehr herzhaften Brühe mit einigen Streifen Eierstich. Mir persönlich hätten mehrere kleine Leberknödel mehr zugesagt, aber geschmacklich braucht sich das Café Grießbach hier nicht verstecken.

Eine knappe dreiviertel Stunde nach Bestellung kamen mit einem Großaufgebot aller verfügbaren Servicekräfte unsere georderten Hauptspeisen an den Tisch. Der Zarten Lammkeulenbraten gereicht mit Thymianbohnen und Kartoffelklößen kam mit zwei großen und dicken Scheiben Lammbraten daher. Das Fleisch zart mit einem leichten Lammgeschmack. Dazu hausgemachte Kartoffelklöße und knackige Thymianbohnen. Die Soße eine Mischung aus fertiger Bratensoße, jedoch mit dem deutlichen Lammbratengeschmack. Ein kleines Salatblatt mit Cocktailtomate zierte den Tellerrand. Das Schweinerückensteak au four, dazu gebutterte Erbsen und Pommes Frites war ein typisch, ostdeutsches Kneipenessen. Ein dickes, aber butterweiches und zartes Schweinerückensteak, welches mit reichlich Würzfleisch und einer dicken Schicht Käse überbacken war, nahm schon einmal ein Drittel des Tellers in Beschlag. Die beiden anderen Drittel teilten sich die krossen, aber etwas blassen Pommes mit den knackigen Tiefkühl-Buttererbsen. Auch hier wieder ein Blatt Salat und eine Cocktailtomate auf dem Tellerrand. Ein reichliches Essen. Die Forelle Müllerin Art mit Mandelbutter und Petersilienkartoffeln nahm ebenfalls fast die Hälfte des Tellers ein. Die Haut kross gebraten und gut gewürzt, im Inneren war die Forelle butterweich und die Gräten ließen sich wunderbar lösen. Die dazu gereichten Kartoffeln waren ebenfalls weich und mit frischer Petersilie bestreut. Dazu zerlassene Butter und auf dem Tellerrand das obligatorische Grünzeugs. Hier fehlte dem Besteller eine kleine Gemüsebeilage, ansonsten war er sehr zufrieden. Mein Argentinisches Rumpsteak mit Chilibutter, Pommes Frites und Salatbeilage war das Beste am ganzen Tisch. Ein dickes, auf meinen Wunsch Medium Rare gegrilltes Rumpsteak, war der Blickfang auf dem Teller. Dazu krosse und hier etwas braunere Pommes und eine große Salatbeilage aus verschiedenen (Fertig)Salaten und etwas Dressing füllten den Teller reichlich. Ein Röschen Chilibutter lag für das Rumpsteak bereit. Ein eigentlich recht einfaches, aber sooo leckeres Essen. Ich war mit meiner Wahl mehr als zufrieden. Die zwei Teller Gepökelte Rinderzunge mit zerlassener Butter, Erbsen und Petersilienkartoffeln waren identisch. Jeweils sechs dicke Scheiben butterweiche, zarte, gepökelte Rinderzunge lagen auf den Tellern. Dazu auch hier wieder die weich gekochten Kartoffeln sowie die knackigen TK-Buttererbsen. Und natürlich fehlte auch hier der obligatorische Salat auf dem Tellerrand nicht.

Insgesamt waren wir alle mit den Speisen zufrieden. Alle schmeckten gut und waren mehr als reichlich. Die Garnitur war etwas einfallslos, auch die Beilagen waren schlicht. Insgesamt ließen wir zu sechst 140 Euro im Lokal.

Fazit: ein schön gelegenes Lokal, hoch über dem Dresdner Kessel. Gute, reichliche Speisen und freundliches Personal. Was will man mehr. An der Garnitur könnte noch gefeilt werden. Die Gaststube als auch die Sanitärräume machten einen sehr gepflegten Eindruck, das Personal war flott und nett. Hier kann man einkehren.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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