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GastroGuide-User: Schwalmwellis
hat HEat im Radisson Blu Hotel in 10178 Berlin bewertet.
vor 1 Jahr
"Fast perfekt, wenn da nicht die hohen Preise wären!"
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Geschrieben am 04.07.2018
Besucht am 04.07.2018 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 39 EUR
Am heutigen Tag standen Berliner Dom und Nikolai-Viertel auf unserem Plan.
Dass man so viel Zeit im Dom verbringen kann hatten wir nicht erwartet, und so war es auch schon Mittagszeit, als wir den Dom verließen.
Vorher baten wir noch um einen Einkehr-Tip beim Domshop- Personal. Und der war „eine Pizzeria mit Spreeblick“ über die Brücke rechts. Nur gab es dort nichts.
Wir gingen über die Brücke links und fanden das „HEat“, ein dem Radisson Blu Hotel angeschlossenes mediterran angehauchtes Restaurant.

Eingang zum HEat

Da es auch hier eine Terrasse mit Blick auf die Spree gab gehen wir davon aus, dass die „Empfehlerin“ nur rechts und links verwechselt hat.
Wenn nicht, dann gibt es noch ein weiteres empfehlenswertes italienisches Restaurant auf der anderen Seite :-).
Letztendlich egal, denn ich kann vorweg nehmen: wir waren zufrieden!

Ich hatte mich vorweg schon ein wenig über Restaurants im Umkreis erkundigt und die Bewertungen des HEat waren mir als nicht besonders gut in Erinnerung. Aber ich behielt es für mich und wir nahmen am letzten noch durch Sonnenschirm geschützen Tisch Platz.

Terrasse des HEat Richtung Spree

Während wir uns die Speisekarte anschauten sah ich am Nebentisch ein Pärchen, das seine Mahlzeit schon beendet hatte und Frau X spielte mit den Lappen ihrer nur zur Hälfte gegessenen Pizza und tat so wohl ihrem Begleiter kund, dass der Boden nicht durch und nur labberig war.
Pizza hätte ich auch wählen wollen.
Also fasste ich Mut und sprach sie an, ob die Pizza nicht empfehlenswert sei?
Große Augen guckten mich an: „english?“
Ok, das Ganze nochmal in englisch.
Genauso war es, Boden noch roh und nicht unbedingt zu empfehlen.
Ich sagte, dass ich auch eine Pizza bestellen wollte und beide sagten „good luck“ und zeigten mir ihre gedrückten Daumen.
Nett, nicht wahr?

Ich war also vorgewarnt und teilte der jungen netten Dame im Service mit, dass ich zwar eine Pizza bestellen wolle, diese aber nicht so labberig wie die der Dame am Nebentisch sein solle. Ob man darauf achten könne.
Natürlich, so war die Antwort, und wenn ich sie immer noch als zu wenig gebacken empfinden würde, dann würde der Koch sie auch nochmal in den Ofen werfen (wie bitte?).

Gut, das war also schon einmal geklärt.

Und der Doc wird sich freuen, endlich einmal bezahlen wir in Berlin mehr für unser Essen. Sorry, den Insider konnte ich mir nicht verkneifen.

Das war Preisrekord heute! 0,5 l Weizenbier für 5,80 €!
Vorgestern im Co Chu hatten wir für 0,5 l nur 3,50 € bezahlt. Sagenhafte 2,20 € weniger!
Mit 13,90 € war auch die Pizza mit nur zwei Belägen rekordverdächtig.
7,50 € hatten wir noch vor zwei Tagen im Sotto Sopra bezahlt. Aber auch mit entsprechendem Ausgang.

Meine Liebste im übrigen hatte sich bei der angehenden Hitze wieder einmal für einen Salat entschieden und ich achtete nicht weiter darauf.
Bis ich dann große Augen bekam, als er geliefert wurde!

Sommerlicher Salat

Wow, auch ich war beeindruckt. Diverse Salatsorten mit Nüssen, Quinoa und Avocado. Und Himbeeressig ist soundso Lieblingsessig meiner Holden.
Und schließlich stellte sie später gar das Blütenmeer fest, das Bestandteil des Salates war:

Stiefmütterchen-Blütenmeer im Salat

Nicht zu vergessen: kurz nach Lieferung des Salates fragte ein netter Herr im Service meine Liebste, ob sie vielleicht etwas Brot zum Salat möge?
Daraufhin wurde ein Körbchen mit sieben kleinen Brötchen gereicht und dazu eine Flasche Olivenöl:

Brötchenbeilage zum Salat

Um mit dem Salat zum Ende zu kommen: Meine soeben gestellte Frage, wie denn nun der Salat heute Mittag geschmeckt hätte wurde beantwortet mit „dem gebe ich fünf Sterne, die hat er auch verdient“. Ui! Und das war nicht im Schlaf gesprochen!

Meine Pizza war ja nun auch nicht übel! Das Pärchen am Nebentisch hatte sogar noch so lange ausgeharrt, um zu schauen, wie meine Pizza wohl gelungen sei.

Milano Crust

Ich zeigte den Boden der Pizza und hob den Daumen und erhielt einen hochgestreckten Daumen zurück. Völkerverständigung.

Die Pizza war wirklich gut und beim Aufsuchen des Erfrischungsraums konnte ich im Innenraum eine Speisekarte entdecken, auf der man lesen konnte „Die beste Pizza an der Spree. Aus dem Steinofen“.
Machte das den Preis aus? Für den Nebentisch war das ganz sicher nicht die beste Pizza gewesen!

So kann es gehen. Alles subjektiv, alles eine Momentaufnahme. Aber die Statistik sollte es zu Tage bringen, was dahinter steckt. Ausreißer gibt es überall.

An den sanitären Anlagen konnte man wieder einmal sehen, wie sich die Kombination Hotel und angeschlossene Gastronomie oft bemerkbar macht: perfekt sauber! Duftseife und Handlotion. Das WC als Wellness-Tempel?

Wenn da nun nicht diese von uns bis dahin noch nicht erlebten völlig überzogenen Preise (5,80 € für ein Weizenbier!) wären, dann wären 5 Sterne schon nahe. Aber so kann es nicht mehr als „nur“ 4 geben.

Das Verzehrte so wie es in der Karte steht:

Pizza Milano Crust, Mailänder Salami/Rote Zwiebeln - 13,90 €
Sommerlicher Salat: Pflücksalat/ Avocado/ Kräuter/ Nüsse/ Quinoa/ Himbeerdressing - 9,50 €
Apfelschorle 0,2 l - 4,00 €
Weizenbier 0,5 l - 5,80 €
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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