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GastroGuide-User: stekis
stekis hat Pearls of Asia in 36433 Bad Salzungen bewertet.
vor 7 Jahren
"Scheinbar bester Asiate der Stadt"
Verifiziert

Geschrieben am 08.11.2015
Besucht am 27.10.2015
Wieder einmal hatten meine dienstlichen Obliegenheiten mich in den Wartburgkreis geführt und ich übernachtete wieder in Bad Salzungen. Auf einen erneuten Besuch im Restaurant des Hotels hatte ich keine Lust, auch wenn das angebotene mediterrane 3-Gänge Menü sicherlich verlockend klang. Ich hatte jedoch Lust auf ein schönes Thai-Curry und ging daher zu diesem Restaurant, das mir von den drei örtlichen Asiaten am besten aussah.
 
Bedienung
 
Beim Betreten des Restaurants sah ich zunächst nur zwei Personen, die in der Nähe der Küche standen und offensichtlich Essen abholen wollten. Doch kurz darauf kam eine jüngere Asiatin aus der Küche begrüßte mich freundlich und bedeutete mir, dass ich mir einen Tisch frei wählen könne. Im hinteren Bereich des Lokals waren nur zwei Tische besetzt, ich nahm an einem freien Tisch im Hintergrund Platz. Sofort kam die Bedienung, reichte mir die Speisekarte und zündete das auf dem Tisch stehende Teelicht an.
 
Während meiner gesamten Anwesenheit im Restaurant war sie stets freundlich und zuvorkommend, musste allerdings wohl für den Lieferdienst in der durch eine große Scheibe einsehbaren Küche mit anfassen und konnte daher mir wie auch den anderen Gästen nicht ganz die gebotene Aufmerksamkeit widmen. So hatte ich, als sie an meinen Tisch kam um zu fragen, ob alles in Ordnung sei, bereits über die Hälfte des Essens verzehrt. Meine Bemerkung, dass das Essen entgegen der Beschreibung in der Karte überhaupt nicht scharf sei, erklärte sie wie üblich damit, dass die meisten Deutschen eben nicht scharf essen wollten und man müsse dann bei der Bestellung „extra scharf“ ordern.   
 
Essen
 
Das Speisenangebot umfasst Gerichte aus der chinesischen und der thailändischen Küche, wobei die Vorspeisen und Suppen noch gemeinsam gelistet werden, die Hauptgerichte aber säuberlich nach der Küchenart getrennt. Ich habe keine eigene Homepage des Restaurants finden können, lediglich die von einem Lieferdienst gesponsorte, auf der auch das komplette Speisenangebot zu sehen ist: 
 
http://www.pearlsofasiabadsalzungen.de/
 
Lediglich die Preise im Lieferdienst sind anders als im Restaurant.
 
Im Prinzip wusste ich ja schon, was ich essen wollte, und so bestellte ich nach kurzer Überlegung „Tom Yam Gung, thailändische Suppe mit Königskrabben und Champignons“ (3,00 €), und als Hauptgericht „Geang Pha Nuer, Rindfleisch mit rotem Curry, Bambus, Paprika und frischem Thai-Basilikum, scharf“ (10,50 €). Dazu bestellte ich ein Hefeweißbier  (0,5l für 2,90 €). Das wurde umgehend serviert und erwies sich als sehr gut temperiert.  
 
Nach einer angesichts des kaum besetzten Restaurants relativ langen Wartezeit, während derer immer wieder Essen zur Abholung bereit gestellt wurden, brachte die Bedienung die Suppe. Die war heiß, aber nicht zu heiß, und enthielt in einer durchaus geschmackvollen leicht sauren Brühe zwei Krabben, zwei große Champignonstücke und ein Stück Tomate.
 
Nachdem ich die Suppe aufgegessen hatte, dauerte es nur wenige Minuten, bis die Bedienung einen Rechaud mit Teller darauf und eine Schale mit Reis auf den Tisch stellte, um dann im zweiten Gang die Platte mit der Fleisch-Gemüse-Mischung zu bringen, worauf sie mir „Guten Appetit“ wünschte.
 
Auf den ersten Blick war erkennbar, dass die dampfende Masse nicht nur die deklarierten Gemüse enthielt, sondern auch noch Stücke von Brokkoli und Möhren. Ich füllte mir Reis und von der Mischung auf und begann zu essen. Das Fleisch war gut aber nicht sehr zart, die Gemüsestücke waren frisch und hatten Biss, aus der Sauce schmeckte man die Kokosmilch -  aber es war nicht ein bisschen scharf! Ein gutes Thay-Curry sollte immer mehr oder weniger scharf sein, diese Schärfe fehlte komplett. Einigermaßen enttäuscht benutzte ich großzügig das auf dem Tisch bereit stehende Sambal Oelek zum Nachschärfen, bis dann die Bedienung kam und fragte, ob alles in Ordnung sei. Danach kam auch der Chef des Hauses an den Tisch und versuchte eine Erklärung, brachte mir dann aber schließlich ein Schälchen mit frischen gehackten Chilies.
 
Ambiente
 
Die Wände des Gastraums waren zum Teil in Rot, zum Teil in zartem Gelb gehalten, auf dem Fußboden lag ein Nadelfilz in rotbrauner Farbe. Die Stühle waren aus rot getöntem Holz mit Sitzpolstern in verschiedenen Rot- und Goldtönen. Die Tische hatten kräftige Beine aus dunklem Holz und waren mit Stofftischdecken in Gelb mit goldener Stickerei bedeckt. Darauf lagen Platzdecken aus Papier jeweils mit Gabel und Löffel und roter oder gelber Papierserviette. Außerdem gab es auf jedem Tisch noch eine Menage mit Salz- und Pfefferstreuer, einer Flasche mit Sojasauce und ein Behältnis mit Sambal Oelek, außerdem noch das Teelicht in einem Acrylblock mit eingelaserter Rose.
 
Die Säulen im Raum waren mit Bambusrohren von ca. 8 – 10 cm Durchmesser verkleidet, an den Wänden gab es Holzwandlampen im asiatischen Stil und mehrere hochformatige Bilder in dunklen Holzrahmen. Die offensichtlich abgehängte Decke war mit quadratischen weißen Schalldämmplatten verkleidet, darin waren etliche Halogenstrahler, die Lautsprecher der Musikanlage sowie die Auslassöffnungen der Lüftungsanlage eingelassen.
 
Sauberkeit
 
Der Gastraum wirkte gut gepflegt und sauber, auch bei Gläsern, Tellern und Besteck gab es keinen Grund zu Beanstandungen. Bei näherem Hinsehen entdeckte ich jedoch mehrere Flecken unterschiedlichen Alters auf der Tischdecke.
 
Die Toiletten sind anscheinend vor nicht allzu langer Zeit renoviert worden, die Installationen sind technisch auf aktuellem Stand und die Fliesen haben ein modernes Design in Weiß und Grau. Jedoch schienen meine Gummisohlen am Boden zu kleben, und im reflektierten Lampenschein waren auf dem Boden sehr starke Putzschlieren erkennbar, so dass der Schmutz hier wohl eher verteilt als entfernt worden war.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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