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GastroGuide-User: Lodda
hat Gasthaus Zum Tino in 63755 Alzenau in Unterfranken bewertet.
vor 7 Monaten
"Sehr gute kroatische und deutsche Küche, Plan C ging auf!"

Geschrieben am 14.01.2019
Besucht am 13.01.2019 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 32 EUR
 
Allgemein
 
Das Sportlerheim des SV Hörstein, eines Ortsteiles von Alzenau, ehemals Gasthaus Anica,. Seit Anfang September 2017 steht ein neuer Name über dem Eingang. Nämlich Gasthaus „Zum Tino“. Nada und Martin Pejic haben den Betrieb dort übernommen. Auch bei denen kommt sowohl kroatische als auch deutsche Küche auf den Tisch. Ich hatte ja schon damals geschrieben, dass ich zeitnah dort mal einkehren werde. Aber wie es so ist im Leben, es musste erst eine Odyssee per Auto durch die Gegend herhalten, dass es am gestrigen Sonntag endlich mal geklappt hat.
 
Nachdem wir unseren Biathletinnen bei der Staffel zugeschaut hatten, beschlossen wir, nach Mainaschaff zu fahren, um im Bayrischen Hof einzukehren. Ohne Reservierung betraten wir um ca. 13.30 Uhr das Restaurant. Brechend voll, leider keine Chance, wurde von der uns empfangenden Servicekraft mitgeteilt. Also Plan B, zurück in den Heimatort in den Stehkragen. Auch hier das in etwa gleiche Dilemma. Wir hätten zwar noch Platz bekommen, aber bei vollem Haus müssten wir uns auf eine Wartezeit von ca. 1 Stunde einstellen. Das war für unsere langsam knurrenden Mägen, dann doch zu lang.
 
Und jetzt kommt Plan C Zum Tino in Hörstein ins Spiel. Da er sonntags von 11.30 bis 14 Uhr Mittagstisch hat mussten wir uns sputen. Punkt 14 Uhr parkten wir direkt vor dem Gasthaus. Drei Stufen hoch und dann rein in die gute Stube.
 
 
Service ****
 
Nach dem Öffnen der Eingangstür betraten wir gespannt das Gasthaus. Eine junge Frau, die sich später während eines kleinen Smalltalks am Tisch als Tochter des Hauses heraus kristallisierte, nahm uns in Empfang und begrüßte uns freundlich. Da normalerweise nur bis 14 Uhr geöffnet ist, wurde meine diesbezügliche Frage, ob wir noch was zu essen bekommen könnten, mit den in meinen Ohren wohlklingenden Worten: Selbstverständlich, es sind ja auch noch weitere Gäste da. Wir hatten freie Platzwahl, da mittlerweile schon einige Tische wieder frei waren. Ein Vierer-Tisch mitten im Gastraum war für uns genau der Richtige.
 
Nachdem wir unsere Jacken an die dafür vorgesehenen Haken platziert hatten und Platz nahmen, kam die junge Dame mit zwei Speisekarten an den Tisch. Dabei kam auch gleich die Frage, ob wir schon einen Getränkewunsch hätten. „Ja, haben wir“: „Bitte je einen Plavac“. Den trinken wir nämlich gerne mal in einem kroatischen Restaurant.
 
Während wir die Gott sei Dank nicht so umfangreiche Speisenkarte studierten wurde unser Rotwein in einem 0,2-l-Glas wohl temperiert serviert.
 
Nach kurzer Zeit wurden dann unsere Essenswünsche entgegengenommen. Die Wartezeit war angenehm. Beide Speisen wurden gleichzeitig serviert. Beim Servieren wurde „Guten Appetit“ gewünscht. So nach und nach leerte sich die Gaststube und sie hatte gut mit dem Kassieren zu tun. Trotzdem schaute sie auch an unserem Tisch vorbei und fragte nach unserer Zufriedenheit.
 
Unser späterer Bezahlwunsch ging zügig und mit einem korrekten Bon über die Bühne. Ein heißer Slivowitz aufs Haus wurde kredenzt.
Heißer Slivo

Da wir die wirklich großen Portionen nicht schafften, wie etliche andere Gäste auch, wurde uns das übriggebliebene Fleisch in einen Doggy Bag zum Mitnehmen gepackt. Es hat heute Mittag zu Hause im Backofen aufgewärmt noch eine schmackhafte kleine Mahlzeit bei uns zu Hause ergeben.
 
 
Essen ****

Ich hatte mal wieder Lust auf ein schönes Pljeskavica mit Schafskäse gefüllt. Dazu Pommes, Duvec-Reis, und Aivar. Für 10,50 € kam dann ein großes Kaliber auf den Teller. Die deutlich zu sehenden Röststellen bewiesen, dass es sich nicht um ein industrielles Produkt handelte, wie mittlerweile sooft bei den Balkan-Restaurants, sondern um ein handwerklich gut gemachtes Unikat handelte. Alle Komponenten, auch die Beilagen, waren stimmig. Geschmacklich einwandfrei. Leider kam mein Sättigungsgrad zu früh, aber dies war leicht zu verschmerzen (siehe meine Anmerkung beim Service).
Pljeskavica Pula

Meine charmante Begleiterin hatte Appetit auf die Schweinlendchen in Pfefferrahmsauce mit Bratkartoffeln (12,50 €). Auch hier eine opulente Mahlzeit. Fünf dicke Medaillons lagen auf dem Teller. Alle fünf zart und innen noch rosa (was in Balkan-Restaurants selten ist). Zusammen mit der wirklich guten Pfefferrahmsauce, die aber wahrscheinlich aus der Tüte kam und vor Ort etwas geschmacklich verfeinert wurde, war sie sehr zufrieden mit ihrer Bestellung. Da die Bratkartoffeln auch eine ordentliche Portion abgaben musste für die letzten zwei Medaillons auf dem Teller der Doggy Bag herhalten. Auch diese Stücke schmeckten heute Mittag nach entsprechender Temperatur im Ofen noch gut und waren sogar noch saftig.
Schweinelendchen

Zu beiden Gerichten gab es einen kleinen Beilagensalat, der überwiegend auch in der Küche selbst geschnippelt worden ist und noch vor den Hauptgerichten serviert wurde.  Das leicht säuerliche Dressing haben wir mit dem Einsatz der sich auf dem Tisch befindenden Pfeffermühle kompensiert, und schon kommt der auch in die Kategorie gut.
Beilagensalat

 
Ambiente ****
 

Das Gasthaus erstrahlt nach einer gründlichen Renovierung in neuem Glanz. Neu möbliert, der Fußboden, die Küche und auch die Beleuchtung wurden erneuert. Die ganzen Räume wirken deutlich heller.
 
Die Toiletten sind leider im Keller, also für körperlich Gehandicapte wohl eher schwierig. Auch zum Eingang ins Restaurant sind 3 Treppenstufen zu bewältigen.
 
 
Sauberkeit *****
 
An der Sauberkeit im Lokal gibt es nichts zu bemängeln.
 
 
Fazit:
 
Unser Plan C wird in Zukunft öfter mal Plan A heißen. Denn unser erster Besuch machte Lust auf mehr. Also: Mit gutem Gewissen eine Empfehlung von mir.
 
 
Deshalb mein Gesamteindruck:
 
4 – gerne wieder
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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