Besucht am 17.09.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 133 EUR
Prolog:
Das Amai ist im Januar 2026 eröffnet worden und hat auf den schlichten Bewertungsplattformen schon sensationell „gescored“. Mit dazu beigetragen haben mag die frühe Kritik in unserem Weser-Kurier; dort „trendig“, als am „Puls der Zeit“ seiende „urbane Kreativküche“ hoch gelobt. Mich schreckt son Gehype ja eher ab. Mein Herrenabendpartner fand aber Gefallen an dem über das Amai Gegoogelte und so trafen wir uns an einem Donnerstagabend um 18 Uhr im Amai. In dem kleinen Restaurant waren wohl noch fünf weitere Tische besetzt. Gediegenes Publikum ohne Szenebezüge.
Was ich bestätigt fand, ist die gelobte hohe Sorgfalt in der Zubereitung des Gebotenen und die geschmackliche Definition. Damit setzt sich das Amai ab von den vielen Neuversuchen mit einseitig asiatischer oder peruanischer Ausrichtung. Ein Besuch ist empfehlenswert.
Das Preisniveau ist auf den ersten Blick (https://www.restaurant-amai.de/speisekarte/) nicht auffällig hoch. Aber die Portionen sind sehr überschaubar. Die Aussage im Weser-Kurier, dass sich die Teller hervorragend „zum Teilen“ eigneten, kann ich nicht nachvollziehen; ich hätte nichts abgeben wollen! Also in jedem Falle Brot und Butter (9 Euro) mitordern, wenn man á la carte isst; bei den Menüs ist das Brot immer dabei. Für das Preis-Leistungsverhältnis belasse ich es bei vier Sternen.
Service:
Wir erlebten zwei Männer im Service, zivil schwarz gekleidet. Ab und an servierte auch ein junger Koch. Die Duzerei gegenüber zwei Herren im fortgeschrittenen Alter lasse ich mal unkommentiert. Positiv fiel mir auf, dass alle Gerichte präzise annonciert wurden und ich damit den Eindruck gewonnen habe, dass eine starke Identifikation mit dem Restaurant und seinem Anspruch besteht. Gute Laune oder gar Humor strahlten die Servicekräfte mit ihrem nüchternen Auftritt nicht aus.
Die Getränke kamen flott und die Servierintervalle passten.
Für den Service 3,5 Sterne.
Im Amai gibt es kein Fassbier. Vier Biere von der jungen Cuxhavener Craftbierbrauerei Die Bake werden angeboten. Ich wählte das IPA (0,33l für 5,20 Euro). Es wird in der Dose serviert. Ich hätte es mir kälter gewünscht. Für ein IPA keine Offenbarung, zumal ich noch das IPA des Hopfenfängers vom letzten Wochenende in Erinnerung hatte. Es gibt zwölf klassifizierte offene Weine in der Spanne von 5,50 bis 9,00 Euro für das Glas 0,2l. Wasserfreunde müssen 6,50 Euro für 0,75l hinlegen. Positiv war, dass Weißwein und Rosé gut gekühlt serviert wurden.
Ausgegeben wird im Amai nichts.
Essen:
Mein Herrenabendpartner entschied sich für das 3-Gang-Menü Veggie für 47 Euro. Ich zähle gerne die Bestandteile mit den Angaben aus der Karte auf: Amuse, Brot & Butter, Burrata à la Casanova (Rhabarber|Erdbeere|Rose|Salmorejo), Ravioli Acevichado (Zucchini|Ricotta|Tomate|Leche de Tigra|Knoblauch|Basilikum) und als Dessert Zwei Ufer (Beeren|Pfeffer). Man liest das Innovative oder gar Experimentelle heraus. Er war mit allen Tellern sehr zufrieden.
Beim (gemeinsamen) Brot, laut Karte ein Sauerteigbrot mit Butter, dazu als Spiegel auf dem Butterteller: Joghurt|Schnittlauch|Chili|Fermentierter Honig (solo für 9 Euro), waren wir uns einig. Es war sehr gut: knusprige Kruste, grobporig und haptisch leicht klebrig. Mein Partner verstieg sich sofort, dass es immer eine Korrelation gäbe: Gutes Brot = gute Küche. Meist trifft das auch zu, denn gutes Brot zeugt davon, dass die Küche gesamthaft Wert auf gute Produkte legt und sich nicht mit einem 08/15-Stangenbrot zufriedengibt.
Das AG auch nett, aber ich habe mir angesichts angeregter Unterhaltung nicht notiert, was dazu gesagt wurde. Misslich auch, dass ich meinen ersten Gang, gegrillter Pulpo (Chorizo|Süßkartoffel|Cashew-Ajoblanco) für 16 Euro, nicht abgelichtet habe. Auf einem hohen Teller, der optische wie eine Schale anmutete, lagen erinnerlich sechs Pulposcheiben vom dicken Tentakel, sehr zart auf einer sahnigen Soße. Richtig lecker, aber doch dürftig portioniert. Ebenso überschaubar mein zweiter Gang, Krone und Kokos für 23 Euro (Iberico Backe|schwarze Bohnen|Kokos|Reis). Auf den ersten Blick dachte ich an eine Schokonachspeise auf Vanillesoße. Aber das dunkelbraune in der Mitte war das Bäckchen mit Soße auf einer Mousse aus schwarzen Bohnen und dann Kokosmousse als Rand. Das war geschmacklich im Dreiklang auch eine Wucht. Dazu ein kleines Schälchen Reis. Meine Auswahl (Brot, Pulpo und Bäckchen) kam also auf 48 Euro. Ohne Brot wäre ich nach den beiden eigentlichen Gängen hungrig gegangen.
Eine gute Pfeffermühle wurde uns auf Bitte hin gebracht.
Für das Essen sind in toto 4,5 Sterne gerechtfertigt.
Ambiente:
Das Amai liegt nur ein paar hundert Meter von der Sielwallkreuzung entfernt, dem Szenehotspot im Bremer Ausgehviertel Ostertor/Steintor. Eine Graffitiwand im Restaurant greift diese Szenenähe auf (vollgeschmierte, beklebte und plakatierte Wände!).
Im Amai geht es von der Ausstattung her schlicht bis minimalistisch zu. Blanke und recht klein dimensionierte Zweiertische stehen auf großen Steinfliesen. Am Stuhl habe ich eine Armlehne vermisst. Die Abstände zwischen den Tischen überwiegend ausreichend, um die Intimität des Tischgespräches zu wahren. Zur Straße hin bodentiefe Fenster in der Altbaufassade. Davor genügend Raum auf dem Trottoir, um eine Reihe von Tischen bei gutem Wetter zu bespielen.
Zu den Toiletten hin eine lobenswert großzügige Garderobe.
Am Anfang vernahm ich dezenten Hip Hop und späterhin eher Loungiges als Hintergrundmusi.
Sauberkeit:
Nichts auszusetzen. Das Herren-WC besteht aus einem Klosett.
Prolog:
Das Amai ist im Januar 2026 eröffnet worden und hat auf den schlichten Bewertungsplattformen schon sensationell „gescored“. Mit dazu beigetragen haben mag die frühe Kritik in unserem Weser-Kurier; dort „trendig“, als am „Puls der Zeit“ seiende „urbane Kreativküche“ hoch gelobt. Mich schreckt son Gehype ja eher ab. Mein Herrenabendpartner fand aber Gefallen an dem über das Amai Gegoogelte und so trafen wir uns an einem Donnerstagabend um 18 Uhr im Amai. In dem kleinen Restaurant waren wohl noch fünf weitere... mehr lesen
4.0 stars -
"Innovativ, handwerklich präzis und schmackhaft – zum Sattessen gibt es gutes Brot!" Hanseat1957Prolog:
Das Amai ist im Januar 2026 eröffnet worden und hat auf den schlichten Bewertungsplattformen schon sensationell „gescored“. Mit dazu beigetragen haben mag die frühe Kritik in unserem Weser-Kurier; dort „trendig“, als am „Puls der Zeit“ seiende „urbane Kreativküche“ hoch gelobt. Mich schreckt son Gehype ja eher ab. Mein Herrenabendpartner fand aber Gefallen an dem über das Amai Gegoogelte und so trafen wir uns an einem Donnerstagabend um 18 Uhr im Amai. In dem kleinen Restaurant waren wohl noch fünf weitere
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Das Amai ist im Januar 2026 eröffnet worden und hat auf den schlichten Bewertungsplattformen schon sensationell „gescored“. Mit dazu beigetragen haben mag die frühe Kritik in unserem Weser-Kurier; dort „trendig“, als am „Puls der Zeit“ seiende „urbane Kreativküche“ hoch gelobt. Mich schreckt son Gehype ja eher ab. Mein Herrenabendpartner fand aber Gefallen an dem über das Amai Gegoogelte und so trafen wir uns an einem Donnerstagabend um 18 Uhr im Amai. In dem kleinen Restaurant waren wohl noch fünf weitere Tische besetzt. Gediegenes Publikum ohne Szenebezüge.
Was ich bestätigt fand, ist die gelobte hohe Sorgfalt in der Zubereitung des Gebotenen und die geschmackliche Definition. Damit setzt sich das Amai ab von den vielen Neuversuchen mit einseitig asiatischer oder peruanischer Ausrichtung. Ein Besuch ist empfehlenswert.
Das Preisniveau ist auf den ersten Blick (https://www.restaurant-amai.de/speisekarte/) nicht auffällig hoch. Aber die Portionen sind sehr überschaubar. Die Aussage im Weser-Kurier, dass sich die Teller hervorragend „zum Teilen“ eigneten, kann ich nicht nachvollziehen; ich hätte nichts abgeben wollen! Also in jedem Falle Brot und Butter (9 Euro) mitordern, wenn man á la carte isst; bei den Menüs ist das Brot immer dabei. Für das Preis-Leistungsverhältnis belasse ich es bei vier Sternen.
Service:
Wir erlebten zwei Männer im Service, zivil schwarz gekleidet. Ab und an servierte auch ein junger Koch. Die Duzerei gegenüber zwei Herren im fortgeschrittenen Alter lasse ich mal unkommentiert. Positiv fiel mir auf, dass alle Gerichte präzise annonciert wurden und ich damit den Eindruck gewonnen habe, dass eine starke Identifikation mit dem Restaurant und seinem Anspruch besteht. Gute Laune oder gar Humor strahlten die Servicekräfte mit ihrem nüchternen Auftritt nicht aus.
Die Getränke kamen flott und die Servierintervalle passten.
Für den Service 3,5 Sterne.
Im Amai gibt es kein Fassbier. Vier Biere von der jungen Cuxhavener Craftbierbrauerei Die Bake werden angeboten. Ich wählte das IPA (0,33l für 5,20 Euro). Es wird in der Dose serviert. Ich hätte es mir kälter gewünscht. Für ein IPA keine Offenbarung, zumal ich noch das IPA des Hopfenfängers vom letzten Wochenende in Erinnerung hatte. Es gibt zwölf klassifizierte offene Weine in der Spanne von 5,50 bis 9,00 Euro für das Glas 0,2l. Wasserfreunde müssen 6,50 Euro für 0,75l hinlegen. Positiv war, dass Weißwein und Rosé gut gekühlt serviert wurden.
Ausgegeben wird im Amai nichts.
Essen:
Mein Herrenabendpartner entschied sich für das 3-Gang-Menü Veggie für 47 Euro. Ich zähle gerne die Bestandteile mit den Angaben aus der Karte auf: Amuse, Brot & Butter, Burrata à la Casanova (Rhabarber|Erdbeere|Rose|Salmorejo), Ravioli Acevichado (Zucchini|Ricotta|Tomate|Leche de Tigra|Knoblauch|Basilikum) und als Dessert Zwei Ufer (Beeren|Pfeffer). Man liest das Innovative oder gar Experimentelle heraus. Er war mit allen Tellern sehr zufrieden.
Beim (gemeinsamen) Brot, laut Karte ein Sauerteigbrot mit Butter, dazu als Spiegel auf dem Butterteller: Joghurt|Schnittlauch|Chili|Fermentierter Honig (solo für 9 Euro), waren wir uns einig. Es war sehr gut: knusprige Kruste, grobporig und haptisch leicht klebrig. Mein Partner verstieg sich sofort, dass es immer eine Korrelation gäbe: Gutes Brot = gute Küche. Meist trifft das auch zu, denn gutes Brot zeugt davon, dass die Küche gesamthaft Wert auf gute Produkte legt und sich nicht mit einem 08/15-Stangenbrot zufriedengibt.
Das AG auch nett, aber ich habe mir angesichts angeregter Unterhaltung nicht notiert, was dazu gesagt wurde. Misslich auch, dass ich meinen ersten Gang, gegrillter Pulpo (Chorizo|Süßkartoffel|Cashew-Ajoblanco) für 16 Euro, nicht abgelichtet habe. Auf einem hohen Teller, der optische wie eine Schale anmutete, lagen erinnerlich sechs Pulposcheiben vom dicken Tentakel, sehr zart auf einer sahnigen Soße. Richtig lecker, aber doch dürftig portioniert. Ebenso überschaubar mein zweiter Gang, Krone und Kokos für 23 Euro (Iberico Backe|schwarze Bohnen|Kokos|Reis). Auf den ersten Blick dachte ich an eine Schokonachspeise auf Vanillesoße. Aber das dunkelbraune in der Mitte war das Bäckchen mit Soße auf einer Mousse aus schwarzen Bohnen und dann Kokosmousse als Rand. Das war geschmacklich im Dreiklang auch eine Wucht. Dazu ein kleines Schälchen Reis. Meine Auswahl (Brot, Pulpo und Bäckchen) kam also auf 48 Euro. Ohne Brot wäre ich nach den beiden eigentlichen Gängen hungrig gegangen.
Eine gute Pfeffermühle wurde uns auf Bitte hin gebracht.
Für das Essen sind in toto 4,5 Sterne gerechtfertigt.
Ambiente:
Das Amai liegt nur ein paar hundert Meter von der Sielwallkreuzung entfernt, dem Szenehotspot im Bremer Ausgehviertel Ostertor/Steintor. Eine Graffitiwand im Restaurant greift diese Szenenähe auf (vollgeschmierte, beklebte und plakatierte Wände!).
Im Amai geht es von der Ausstattung her schlicht bis minimalistisch zu. Blanke und recht klein dimensionierte Zweiertische stehen auf großen Steinfliesen. Am Stuhl habe ich eine Armlehne vermisst. Die Abstände zwischen den Tischen überwiegend ausreichend, um die Intimität des Tischgespräches zu wahren. Zur Straße hin bodentiefe Fenster in der Altbaufassade. Davor genügend Raum auf dem Trottoir, um eine Reihe von Tischen bei gutem Wetter zu bespielen.
Zu den Toiletten hin eine lobenswert großzügige Garderobe.
Am Anfang vernahm ich dezenten Hip Hop und späterhin eher Loungiges als Hintergrundmusi.
Sauberkeit:
Nichts auszusetzen. Das Herren-WC besteht aus einem Klosett.