Besucht am 29.04.20261 Personen
Rechnungsbetrag: 8 EUR
Am Morgen ist es noch gross in der Stuttgarter Zeitung gestanden: Der Sky Beach auf dem Dach des Galeria-Kaufhof-Parkhauses in der unteren Königstrasse hat wieder geöffnet. 100 Tonnen Sand hoch über Stuttgart, mit Ausblick auf die Stadt und Umtrunk-Möglichkeit nach Gusto. Offenbar schon seit über 20 Jahren etabliert.
Genau genommen hat mich dies noch nie interessiert. Klang für mich immer nach bemühtem Strandfeeling für die armen Zuhausegebliebenen, nach fiesem Sand in den Schuhen und Horden von lärmenden Youngstern in Feierlaune. Wer will auch schon seine Einkäufe des Tages hier hochschleppen, in voller Montur in der Sonne braten?
Doch wieso sollte man sich den Ort nicht mal anschauen: möglichst zu Beginn der Saison, wenn der grosse Hype noch nicht ausgebrochen ist? Zwischen einem Mittagstermin in downtown Stuttgart und meiner Rückfahrt mit der Bahn liegt noch genügend Zeit. Und der Zugang zum Sky Beach ist tatsächlich nur wenige Schritte von der S-Bahn-Haltestelle am Bahnhof entfernt.
Die vollmundige Ankündigung, dass die Location nun wieder mit dem Aufzug erreichbar sei (was offenbar die letzten zwei Jahre nicht der Fall war), ist mit Vorsicht zu geniessen. Von drei Aufzügen, die in die vielen Etagen des Parkhauses und des Kaufhofes führen, funktioniert derzeit nur einer. Eine lange Schlange bildet sich davor, viele Kunden rollen schon entnervt mit den Augen. In der obersten Etage (D2) angekommen, blickt man erst mal auf ein blankes Flachdach – ohne Hinweis auf den Sky Beach. Zu besser frequentierten Zeiten dürfte man wohl der Menschenmenge nachgehen, an einem schnöden Mittwochnachmittag gegen 14 Uhr darf man sich selbst den Weg suchen. Der führt durch ein mit Stacheldrahtzaun umwehrtes Tor. Doch dann: Woww! Geblendet von reinweissem Sand und noch weisseren Liegenstühlen verliert man fast den Boden unter den Füssen. Tatsächlich ist der Ort beeindruckend, das muss ich unumwunden zugeben. Einzigartige Ausblicke auf die Innenstadt und auf die Höhen, inklusive Fernsehturm. Unmengen von Liegestühlen, Sonnenschirmen, Holztischchen und etwas ausrangiertem (oder nur inspiriertem?) Mobiliar vom Wiener Museumsquartier. Sogenannte „Chill-out-Betten“ können reserviert werden, aber das interessiert jetzt im späten April wohl noch niemanden. Über allem weht unaufdringliche Easy-Listening-Musik.
Denn ich kann den fast menschenleeren Sky Beach noch in voller Ruhe geniessen. Ausser mir nur zwei Rentnerpärchen und einige Spanisch sprechende Touris oder Studenten. Holzbohlen führen über den Sand bis hin zur Getränkeausgabe. Vom einfachen Mineralwasser bis zu exklusiven Cocktails ist hier alles geboten. Ich wähle ein Glas Riesling (7,80 Euro für 0,2 Liter). Ein Glas Wein oder Weinschorle kosten gleich viel. Merkwürdige Kalkulation. Hat das Wasser vielleicht die gleiche Wertigkeit wie der Wein? Eiswürfel gäbe es gratis dazu, aber für solchen Frevel bin ich nicht zu haben. Überraschenderweise kann am Tresen auch bar bezahlt werden (mit Karte sowieso), auch einen Kassenbeleg bekommt man anstandslos. 1 Euro Pfand fürs Glas ist okay.
Das Abhängen bei sommerlichen Temperaturen und frischem Wind, mit beeindruckenden Ausblicken, macht dann doch ungeahnten Spass. Als Touri fände ich Stuttgart wohl ziemlich cool. Auch wenn die Sicht auf den massakrierten Bahnhof doch sehr ernüchtert. Doch von 25 Metern Höhe blickt man auf blühende Kastanienbäume und eine wuselnde Menschenmenge auf der Königstrasse. Und keine Sorge: hier oben gibt es sogar Toiletten. Allerdings kann die Location nicht unbedingt als barrierefrei bezeichnet werden. Immer wieder gilt es Hindernisse, Stufen und Stolperfallen zu überwinden. Und eine Sonnenbrille braucht es unbedingt. Dafür kann man das Auto getrost zu Hause lassen. Denn S-Bahn- und U-Bahn-Haltestellen, sowie der Bahnhof liegen förmlich vor der Türe. Die jeweiligen Öffnungszeiten sollte man googeln. Denn die variieren je nach Wetterlage.
Am Morgen ist es noch gross in der Stuttgarter Zeitung gestanden: Der Sky Beach auf dem Dach des Galeria-Kaufhof-Parkhauses in der unteren Königstrasse hat wieder geöffnet. 100 Tonnen Sand hoch über Stuttgart, mit Ausblick auf die Stadt und Umtrunk-Möglichkeit nach Gusto. Offenbar schon seit über 20 Jahren etabliert.
Genau genommen hat mich dies noch nie interessiert. Klang für mich immer nach bemühtem Strandfeeling für die armen Zuhausegebliebenen, nach fiesem Sand in den Schuhen und Horden von lärmenden Youngstern in... mehr lesen
4.0 stars -
"Blinded by the light" MinitarAm Morgen ist es noch gross in der Stuttgarter Zeitung gestanden: Der Sky Beach auf dem Dach des Galeria-Kaufhof-Parkhauses in der unteren Königstrasse hat wieder geöffnet. 100 Tonnen Sand hoch über Stuttgart, mit Ausblick auf die Stadt und Umtrunk-Möglichkeit nach Gusto. Offenbar schon seit über 20 Jahren etabliert.
Genau genommen hat mich dies noch nie interessiert. Klang für mich immer nach bemühtem Strandfeeling für die armen Zuhausegebliebenen, nach fiesem Sand in den Schuhen und Horden von lärmenden Youngstern in
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Genau genommen hat mich dies noch nie interessiert. Klang für mich immer nach bemühtem Strandfeeling für die armen Zuhausegebliebenen, nach fiesem Sand in den Schuhen und Horden von lärmenden Youngstern in Feierlaune. Wer will auch schon seine Einkäufe des Tages hier hochschleppen, in voller Montur in der Sonne braten?
Doch wieso sollte man sich den Ort nicht mal anschauen: möglichst zu Beginn der Saison, wenn der grosse Hype noch nicht ausgebrochen ist? Zwischen einem Mittagstermin in downtown Stuttgart und meiner Rückfahrt mit der Bahn liegt noch genügend Zeit. Und der Zugang zum Sky Beach ist tatsächlich nur wenige Schritte von der S-Bahn-Haltestelle am Bahnhof entfernt.
Die vollmundige Ankündigung, dass die Location nun wieder mit dem Aufzug erreichbar sei (was offenbar die letzten zwei Jahre nicht der Fall war), ist mit Vorsicht zu geniessen. Von drei Aufzügen, die in die vielen Etagen des Parkhauses und des Kaufhofes führen, funktioniert derzeit nur einer. Eine lange Schlange bildet sich davor, viele Kunden rollen schon entnervt mit den Augen. In der obersten Etage (D2) angekommen, blickt man erst mal auf ein blankes Flachdach – ohne Hinweis auf den Sky Beach. Zu besser frequentierten Zeiten dürfte man wohl der Menschenmenge nachgehen, an einem schnöden Mittwochnachmittag gegen 14 Uhr darf man sich selbst den Weg suchen. Der führt durch ein mit Stacheldrahtzaun umwehrtes Tor. Doch dann: Woww! Geblendet von reinweissem Sand und noch weisseren Liegenstühlen verliert man fast den Boden unter den Füssen. Tatsächlich ist der Ort beeindruckend, das muss ich unumwunden zugeben. Einzigartige Ausblicke auf die Innenstadt und auf die Höhen, inklusive Fernsehturm. Unmengen von Liegestühlen, Sonnenschirmen, Holztischchen und etwas ausrangiertem (oder nur inspiriertem?) Mobiliar vom Wiener Museumsquartier. Sogenannte „Chill-out-Betten“ können reserviert werden, aber das interessiert jetzt im späten April wohl noch niemanden. Über allem weht unaufdringliche Easy-Listening-Musik.
Denn ich kann den fast menschenleeren Sky Beach noch in voller Ruhe geniessen. Ausser mir nur zwei Rentnerpärchen und einige Spanisch sprechende Touris oder Studenten. Holzbohlen führen über den Sand bis hin zur Getränkeausgabe. Vom einfachen Mineralwasser bis zu exklusiven Cocktails ist hier alles geboten. Ich wähle ein Glas Riesling (7,80 Euro für 0,2 Liter). Ein Glas Wein oder Weinschorle kosten gleich viel. Merkwürdige Kalkulation. Hat das Wasser vielleicht die gleiche Wertigkeit wie der Wein? Eiswürfel gäbe es gratis dazu, aber für solchen Frevel bin ich nicht zu haben. Überraschenderweise kann am Tresen auch bar bezahlt werden (mit Karte sowieso), auch einen Kassenbeleg bekommt man anstandslos. 1 Euro Pfand fürs Glas ist okay.
Das Abhängen bei sommerlichen Temperaturen und frischem Wind, mit beeindruckenden Ausblicken, macht dann doch ungeahnten Spass. Als Touri fände ich Stuttgart wohl ziemlich cool. Auch wenn die Sicht auf den massakrierten Bahnhof doch sehr ernüchtert. Doch von 25 Metern Höhe blickt man auf blühende Kastanienbäume und eine wuselnde Menschenmenge auf der Königstrasse. Und keine Sorge: hier oben gibt es sogar Toiletten. Allerdings kann die Location nicht unbedingt als barrierefrei bezeichnet werden. Immer wieder gilt es Hindernisse, Stufen und Stolperfallen zu überwinden. Und eine Sonnenbrille braucht es unbedingt. Dafür kann man das Auto getrost zu Hause lassen. Denn S-Bahn- und U-Bahn-Haltestellen, sowie der Bahnhof liegen förmlich vor der Türe. Die jeweiligen Öffnungszeiten sollte man googeln. Denn die variieren je nach Wetterlage.