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Kürzlich waren wir wieder dort – und um es vorweg zu nehmen: Diesmal war es rundum klasse. Zwar gab es auch diesmal eine größere, lautstarke Gruppe. Aber die feierwilligen Junggesellinnen hatten den Innenbereich des Restaurants für sich. Alle anderen Gäste konnten auf der Terrasse das sommerlich warme Wetter genießen, das ein mit allerlei Kräutern aromatisierter Gin-Tonic wunderbar begleitet.
Im „Tanica“ wechselt die Weinkarte alle zwei Monate komplett. War bei unserem letzten Besuch Chile das Thema, war es diesmal Österreich, eine unserer Lieblingsregionen überhaupt. Wir lassen uns eine Cuvée von Thomas Schwarz vom Neusiedler See empfehlen. „The Butcher“ kombiniert Chardonnay (80%) ungewöhnlich mit je 10% Scheurebe und Sauvignon Blanc. Das verleiht dem Wein etwas mehr Blumigkeit. Dekantiert öffnet er sich im Laufe des Abends immer weiter.
Starten tun wir mit Thunfisch, einmal im asiatischen Stil als Tatar mit Soja und Sesam gewürzt und dann mariniert mit Tomatenflocken und Rucola. Die Blätter sind zwar nicht angemacht, dienen aber wohl auch mehr der Deko. Denn der eigentliche Knaller, neben den überaus originellen Tomatenflocken, ist die etwas nach Mayonnaise anmutende grüne Creme. Der Grundgeschmack ist gar nicht einfach zu erkennen, aber in jedem Fall ergänzt sie den Fisch ausgezeichnet. Auf Nachfrage bestätigt sich, dass Rucola darin verarbeitet wurde und zwar in frittierter Form. Wie auch immer das funktionieren mag, auf dem Teller funktioniert es ganz fabelhaft.
Die Fussilloni mit weißer Kalbsbolognese kennen wir schon von unserem letzten Besuch, aber da sie so gut war, muss sie wieder her. Und auch heute ist sie großartig. Die Brösel kommen mir noch etwas knuspriger als beim letzten Mal vor. Ein absoluter Soulfood-Teller, der meinetwegen gerne seinen Dauerplatz auf der Karte behalten darf.
Ich entscheide mich für Fettuccine mit Trüffel aus den Abbruzzen. Auch dies schmeckt satt und süffig. Da der Trüffel für sich alleine allerdings nur mäßig aromatisch ist, gehe ich davon aus, dass hier ein wenig mit Trüffelöl nachgeholfen wurde. Denn der gesamte Teller atmet den Trüffelgeschmack. Wenn dem so sein sollte, hat man allerdings ein offenbar gutes Öl erwischt, das nicht, wie so häufig, einen synthetisch penetranten Geschmack aufweist. Zudem hat man klug dosiert. Auch dies also wieder ein absolutes Wohlfühlgericht.
Bei mir geht es dann mit schönem, kross gebratenen Loup de Mer auf Pfifferlingsrisotto weiter. Handwerklich gut gemacht, ohne Schnörkel auf den Teller gebracht – lecker.
Meine bessere Hälfte bekommt Spare Ribs mit Coleslaw. Die drei dicken Rippchen-Stücke sind so dermaßen butterweich, dass sie förmlich beim Angucken vom Knochen fallen. Köstlich mariniert und von einer leckeren Sauce begleitet, schaffen sie es auf Anhieb in die TOP 3 der Alltime-Spare Rib-Hitliste. Der Coleslaw ist mir persönlich ein wenig zu dicklich angemacht, aber das ist Geschmackssache. Ist ja eh nicht mein Teller und ich bin dankbar um die Fleischstücke, die ich probieren darf.
Die Torta della Nonna, eines von drei Desserts auf der Karte, hatten wir bereits beim letzten Mal. Daher entscheiden wir uns diesmal für eine Pavlova mit pochiertem Pfirsich und Himbeeren. Dieser Baiser basierte Nachtisch kommt mit einer leichten Creme und zahlreichen Früchten. Sehr schön.
Ich bekomme eine Panna Cotta, die ich so extrem luftig wohl noch nie hatte. Dazu etwas Guavensauce und Rhababer sowie ein paar Johannisbeeren. Ebenfalls sehr lecker und ein schöner Abschluss.
Das „Tanica“ hat das Zeug dazu, sich zu einem Stammlokal zu entwickeln. Die Küche, die sich eigentlich gar nicht recht einsortieren lässt, weil sie munter cross-over kombiniert, worauf sie Lust hat, ist bei allem, was wir bisher probiert haben, sehr lecker. Klug reduziert ist nicht nur die Karte, sondern die Gerichte selbst auch. Das macht sie leicht zugänglich, sorgt aber trotzdem für die ein oder andere Überraschung. Und da, wo sie nicht überrascht, überzeugt sie mit großer Geschmacksfülle.
Der Service ist charmant, locker, aufmerksam und kompetent. Was also will man mehr?
Ach ja: neugierig sein auf die nächste Weinkarte. Wir kennen das Thema jetzt bereits. Verraten es aber nicht...