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Das Café Dreiklang schließt Ende April nach 17 Jahren. Eine Nachricht, die bei Mitarbeitern, Betreibern und Besuchern Trauer auslöst. Für einige ist das Aus der Zusammenbruch einer scheinbar heilen Welt, sie verlieren ein Stück Zuhause. Denn das Inklusioncafé von der Salzstraße galt als Besonderheit in Werl: als Ort der Beschäftigung behinderter Menschen, als Ort der Begegnung. Zuletzt schien die Lage stabiler, es ging aufwärts. Aber Fakt ist auch, dass die Einrichtung immer zu kämpfen hatte, häufiger auf der Kippe stand.
Nun gab es gleich mehrere Faktoren, die den Alleingesellschafter „vita communis e. V.“ dazu brachten, den schweren Entschluss zur Aufgabe zu treffen: ein permanenter und quasi von Beginn an problematischer Mangel an Anleitungspersonal, zuletzt befeuert durch den Beschluss der Gastronomieleiterin, sich beruflich verändern zu wollen. „Wir konnten kein ausreichend qualifiziertes Personal finden“, sagt Geschäftsführerin Katja Kurte.
Hinzu komme, dass die Summe aus Zuschüssen und dem erzielten Gewinn für den Betrieb schlicht „nicht auskömmlich ist“, wie Wilhelm Günther als Vertreter der Betreibergesellschaft sagt. Er ist überzeugt: „Für so einen kleinen Betrieb wie das Dreiklang ist das Konzept Inklusionsunternehmen heute nicht mehr machbar.“ Dafür seien die Personalkosten zu hoch. Wohl aber ist er sicher: Als „normales“ Café ohne den Anspruch der Integration Behinderter in den Arbeitsmarkt – was einen hohen Personalschlüssel vom behinderten und nicht behinderten, anleitenden Mitarbeitern nötig macht und damit hohe Kosten – würde sich das Dreiklang tragen. Daher hoffen Günther und Kurte auch, dass sich womöglich jemand findet, dem sie den Taktstock zum Führen weiterreichen können. Fakt ist aber: Als Inklusionsbetrieb ist das Dreiklang Geschichte.
Dass die Probleme nicht hausgemacht sind, verdeutlicht das Duo mit dem Hinweis darauf, dass das „Dreiklang“ das letzte Inklusionscafé in Westfalen-Lippe sei. „Wir haben also am längsten durchgehalten“, sagt Kurte; andere Einrichtungen hätten schon früher die Reißleine gezogen. Daher habe den Landschaftsverband das Aus nicht überrascht. Das Inklusionsamt bedauere die Schließung ausdrücklich und hebe „wertschätzend hervor, dass das Café Dreiklang eines der Inklusionscafés mit der längsten Bestandsdauer war.“
Quelle: https://www.soester-anzeiger.de/lokales/werl/das-cafe-dreiklang-in-werl-macht-nach-17-jahren-dicht-94146002.html