"Gutbürgerliche Inselbegabung mit Anspruch"
Geschrieben am 20.09.2026 2026-09-20
Das LETL
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Restaurant
072479533820
Insel Rott 1, 76351 Linkenheim-Hochstetten
"Fleischlastiges Dönerlokal"
Geschrieben am 25.08.2020 2020-08-25
Linkenheimer Pizza- und Dönerhaus
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Imbiss, Take Away
0724785868
Karlsruher Straße 74, 76351 Linkenheim-Hochstetten
"Originelles, kleines Schmuckstück"
Geschrieben am 08.12.2015 2015-12-08
Das Fachwerkhaus
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Bistro, Cafe, Ausflugsziel
07247888307
Karlsruherstraße 61, 76351 Linkenheim-Hochstetten
"Das Restaurant mit tollen Angeboten über die ganze Woche verteilt, sehr lecker und für ein Sängerheim in super angenehmer Atmosphäre"
Geschrieben am 13.10.2015 2015-10-13
Restaurant Waldblick
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Restaurant
072473983626
Am Kirschendeich 5, 76351 Linkenheim-Hochstetten
"Einfach nur lecker!"
Geschrieben am 04.09.2015 2015-09-04
Marianne's Flammkuchen im Clubhaus des FVL
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Bistro, Biergarten
072478887556
Friedrichstaler Straße 8, 76351 Linkenheim-Hochstetten














Im Mai 2025 hat der talentierte Koch dann sein gastronomisches Comeback auf der Insel Rott gefeiert. In dem nordwestlich von Linkenheim-Hochstetten gelegenen Naherholungsgebiet in unmittelbarer Rheinnähe betreibt er nun seit eineinhalb Jahren das LETL, in dem – so das im eigenwilligen Namen abgekürzte Motto des Ladens – gerne gelebt, gegessen, getrunken und gelacht werden soll.
Statt lauwarmem Label-Rouge-Lachs mit Wasabijoghurt, Avocado und Ponzu gibt es nun Lachssteak mit Pasta an Tomatensahnesauce. Das Kalbsfilet mit sautiertem Spinat und Trüffeljus wurde von einem Kalbsgeschnetzelten in Sherry-Rahmsauce abgelöst. Die französisch inspirierte Gourmetküche ist einem gutbürgerlich geprägten „Alles-was-schmeckt-Programm“ gewichen. Herr Wilde wollte es wohl – auch auf dem Teller – etwas einfacher haben.
Dass der Mann, der in der Sylter Sansibar in die Lehre ging, sehr gut kochen kann, hat er über 10 Jahre lang in seinem Neureuter Lokal bewiesen. Da stellte sich mir die Frage, wie sich die neue kulinarische Ausrichtung auf dem Teller darstellt. Eine ausgedehnte Radtour brachte mich Ende Februar nicht ganz zufällig auf die inmitten einer idyllischen Auenlandschaft gelegene Insel Rott.
Es war noch nicht viel los in dem mit wertigem Mobiliar im Bistrostil eingerichteten Lokal.
Der Boden hell gefliest, die Beleuchtung stimmungsvoll und der Blick nach draußen aufs Altrheingewässer angenehm entschleunigend. Kurzum: das LETL machte sowohl einen sehr gepflegten als auch sehr entspannten Eindruck.
Mein saftloses Handy durfte ich gerne vorne an der Theke aufladen. Man besorgte mir sogar noch ein Ladekabel. Wäre ja auch wirklich schade gewesen, die servierten Gerichte nicht ablichten zu können…
Eine junge, noch etwas unsicher wirkende Bedienung reichte mir das bewusst reduziert gehaltene Speisenangebot, das auf eine DIN-A4-Seite passte. Wer frisch kochen möchte und die Küche so ziemlich im Alleingang wuppen muss, dem bleibt im Grunde gar keine andere Wahl.
Ich zählte sieben Vorspeisen, darunter etliche Klassiker wie beispielsweise Vitello Tonnato, Rindercarpaccio und Rinderkraftbrühe mit Gemüse und Flädle. Auf die fleischlos eingestellte Klientel warteten marinierte Rote Bete mit Ziegenkäse an Romanasalat und gebackene Aubergine mit Sesamcrème, Salatherzen und Granatapfel.
Meinen Lieblingssalat vom Feld hatte man auch im Repertoire.
Dieser kam vom Bauer Leicht aus dem nahegelegenen Eggenstein-Leopoldshafen und wurde mit ganz klassisch mit Speck und Croutons auf den Teller gebracht. Für 9 Euro eine mehr als anständige Portion, mit der ich mir genussvoll den ersten Hunger vertrieb. Das schmackige Joghurt-Dressing, mit dem der vor Frische strotzende Feldsalat angemacht war, bekommt an dieser Stelle ein besonderes Lob.
Den Durst des Radfahrers stillte derweil eine Flasche Mineralwasser der Marke Teinacher (0,5l für 4,50 Euro). Ein halber Liter vom naturtrüben Kräusen aus dem Hause Hoepfner (4,50 Euro) sollte bald folgen. Die „trockenen“ Wintermonate Januar und Februar gingen schließlich ihrem Ende zu.
Als Hauptgang machte das Kalbsgeschnetzelte in Sherryrahmsauce mit Spätzle vom Brett (23,50 Euro) das Rennen. Obwohl man mir den Fisch des Tages mit Fregola Sarda, Tomaten und Zucchini auch ohne Olive serviert hätte. Sauerbraten, Rumpsteak, Schnitzel und Schweinemedaillons standen als verlässliche Fleischgaranten ebenfalls auf der Karte. Mit Kartoffelrösti an gebratenem Gemüse und einer mit Couscous gefüllten Paprika hatte man auch „Fleischloses“ zum Hauptgang gelistet.
Für das Geschnetzelte hatte Kevin Wilde ein saftiges Kalbsschnitzel kurzgebraten, in mehr oder minder große Streifen geschnitten und mit kurz in der Pfanne sautierten, braunen Champignons veredelt.
Eine großzügig angegossene, fein abgeschmeckte Sherry-Rahmsauce und Spätzle wie bei Muttern komplettierten diesen Leib- und Seelenteller, der mir sehr gut schmeckte.
Saftiges Kalbfleisch traf auf eine handwerklich souverän auf den Teller gebrachte Sauce, bei der auf Helferlein schmeckbar verzichtet wurde. Zusammen mit den fluffigen Teigwaren vom Brett schickte sie mich glücklich und zufrieden in Richtung Nachtisch, den ich mit einem Schoko-Brownie mit hausgemachtem Zimteis und eingekochten Beeren (9 Euro) verbrachte.
Ein paar Extrakalorien für die abendliche Rückfahrt nach Wörth durften es an diesem Abend schon sein. Zumal der Schokokuchen schön saftig und das Zimteis für sich genommen schon großartig schmeckte.
Mir gefiel es hier übrigens so gut, dass ich ein paar Tage später nochmal zum Mittagessen dorthin radelte. Das Wetter war für Anfang März prächtig und der gebackene Kabeljau mit Pommes und Remoulade (20 Euro) konnte sich - nach einem weiteren Feldsalat - auch schmecken lassen.
Backfisch in Rheinnähe gelingt scheinbar nicht nur in Neupotz ganz vortrefflich.
Schade nur, dass das LETL von Wörth aus mit dem Auto etwas umständlich zu erreichen ist. Da bietet es sich als kulinarisches Ausflugs- oder Etappenziel im Rahmen einer Radtour schon eher an. Seine friedvolle Lage direkt am Altrhein, sein auf frischen, qualitativ hochwertigen Produkten basierendes Speisenangebot und sein freundlich-zugewandter Service machen es zu einer empfehlenswerten Adresse am rechten Rheinufer.
Und für den radelnden Pfälzer, der mit der Fähre von Leimersheim aus „rübermacht“, ist es geradezu ein Katzensprung…