"Das hätten wir uns sparen können"
Geschrieben am 24.03.2026 2026-03-24
Treasure African Restaurant | Nigerianische & Westafrikanische Spezialitäten
€-€€€
Restaurant, Catering
02118892905
Mettmanner Straße 1, 40233 Düsseldorf
"Unser fall war´s nicht beim essen"
Geschrieben am 24.03.2026 2026-03-24
Café Lederer im Donaueinkaufszentrum
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Cafe
094146461480
Weichser Weg 5, 93059 Regensburg
"Immer wieder empfehlenswert"
Geschrieben am 24.03.2026 2026-03-24
XIAO
€-€€€
Restaurant
023656995035
Herzlia Allee 129, 45770 Marl
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Erst einmal stand jedoch am Abend das neue Musical an. Wir haben unser Hotel in der Nähe des Capitols bezogen, und wollten natürlich vorher noch schön Essen gehen. Also schaute ich vorab nach Restaurants in der Nähe, die fußläufig vom Hotel zu erreichen sind, und dann auch nicht allzu weit weg vom Capitol sind. Fündig wurde ich wie so oft beim großen Onlinekartenanbieter. Dabei fiel mir das Treasure African Restaurant in einem Wohngebiet unweit vom Hotel und Theater ins Auge. Da wir hier in Dresden schon ewig nicht mehr afrikanisch essen waren, und mit der Küche eigentlich immer zufrieden waren, beschlossen wir, in Düsseldorf dieses Restaurant aufzusuchen.
Nach einer viertel Stunde Fußmarsch wurden wir hier in einer kleinen Seitenstraße fündig, das Haus des Treasure African Restaurant, welches auch schon deutlich in die Jahre gekommen ist, ragte wie ein Schiffsbug zwischen zwei Straßen hervor.
Das Restaurant machte mit reichlich Leuchtreklame auf sich aufmerksam, eine Speisekarte hing draußen in zwei Schaukästen an der Tür. Von außen würden wir glatt sagen, das ist eine urige, deutsche Kneipe, mal sehen, was uns im Innenraum erwartet.
Nachdem wir das Lokal betraten, wurden wir von einer dunkelhäutigen Dame, welche gleich am ersten Tisch saß und an ihrem Handy spielte und telefonierte, freundlich begrüßt, und uns wurde frei Platzwahl gelassen. Es war kurz vor halb sechs am Abend, das Lokal so gut wie leer, nur zwei weitere Tische waren mit einem jungen Pärchen und einem älteren, einzelnen Herrn besetzt. Wir wählten also einen Platz am Fenster, in der Mitte des Raumes, sodass wir einen guten Überblick hatten.
Das Restaurant war schon heftig in die Jahre gekommen, das Interieur entsprach einer deutschen Kneipe der achtziger Jahre. Dementsprechend sahen auch Stühle, Tische und Bänke aus, und hatten deutliche Abnutzungserscheinungen.
Hier ist die letzten 30 Jahre nichts passiert. Wenigstens die Sitzkissen, auf denen man saß, waren nicht so alt, denn die haben wenigstens ein bisschen den Hintern gepolstert. Auch die Fenster und die übrige Wandverkleidung, welche teilweise aus Holzpaneelen gehalten war, versprühte den Charme der 80íger Jahre. Unpassend war dann doch hier und da Werbeaufsteller (warum eigentlich) Werbeaufsteller von irgendwelchem Onlinebanking.
In einer weniger genutzten Ecke des Lokals stapelte man die überflüssigen Stühle, welche man dann scheinbar für die hier stattfindenden regelmäßigen Veranstaltungen benötigt. Von der letzten Veranstaltung hatte man wahrscheinlich noch die Lautstärke am Radio gelassen, denn gemütlich und in Ruhe essen war nicht.
Nachdem wir eine Weile saßen, und sich nichts tat, bequemte sich die Dame dann mal auf, ging hinter den Tresen, pfiff dort die beiden jungen, ebenfalls dunkelhäutigen Herren an, und bequemte sich wieder auf ihren Platz, um weiter am Handy zu spielen und zu telefonieren. Einer der Herren brachte uns dann die Speisekarte, von der wir bereits am Umband und den einzelnen Blättern die hiesigen Gerichte erkennen hätten können, so fettig und schmutzig war diese.
Später war uns dann auch klar warum. Hier schauten wir uns schon an, und überlegten doch das Lokal zu verlassen. Allerdings hätten wir es dann nicht mehr geschafft eine andere Gastronomie aufzusuchen. Also galt nun Augen zu und durch.
Die Getränke waren schnell gefunden, allzu viel Auswahl bestand ja da auch nicht. Auch gab es alle angebotenen Biere nur als Flaschenbiere, obwohl auf dem Tresen eine große Zapfanlage vorhanden war. Aber vielleicht besser so. Also orderten wir:
Getränke:
• 1x 0,33ér Coca Cola für 2,50 €
• 1x 0,5ér Frankenheim Alt für 4,00 €
Bei den Speisen mussten wir dann doch noch überlegen, da war die Auswahl dann doch schon sehr groß, standen doch 46 Hauptspeisen zur Wahl. Natürlich alles auf afrikanische Art, aber oftmals, wie beim Inder auch, die gleiche Grundsubstanz, und dann halt nur zur Auswahl, ob man Tilapia, Ziegenfleisch, Schaffleisch oder Rindfleisch möchte, oder dann doch die vegetarische Variante wählt.
Wir hatten uns dann entschlossen, und so wählten wir:
Vorspeisen:
• 1x Cow-Tail-Pepper-Soup - Ochsenschwanzsuppe mit afrikanischem Pfeffer für 7,00 €
Hauptspeisen:
• 1x Jellof Rice with Plantain & Beef – Roter Reis mit frittiertem Fleisch in einer Soße aus frischen Tomaten und frittierten Kochbananen für 17,00 €
• 1x Edikaikong with goat meat: Afrikanisches Kürbisgemüse mit Ziegen- oder Schaffleisch für 15,00 €
5 Minuten nach unserer Getränkebestellung standen dann unsere beiden Flaschen auf dem Tisch. Ich frag mich zwar, warum man bei einem leeren Lokal so lange benötigt um zwei Flaschen zu öffnen, aber egal.
Nach weiteren 10 Minuten war dann auch schon meine Vorsuppe, die Cow-Tail-Pepper-Soup am Tisch. Aber bevor dies kam, wurde ein leere Teller und eine Blechschüssel mit Wasser gebracht. Solche eine Schüssel hat unser Vierbeiner zu Hause als Futternapf.
Wir schauten uns wieder an, wussten nicht, ob wir lachen oder weinen sollten. Aber wenige Augenblicke später wusste ich warum In einer Schale wurde die Suppe gereicht, und in der Suppe waren zwei große Rücken- bzw Beinstücke vom Rind. Dazu gab es nur einen Löffel, und um den Fleischstücken aus der Suppe zu bekommen, sollte man die Hand benutzen. Na großartig, wir wollen ja hinterher nur ins Musical. Und nun wussten wir auch, warum die Speisekarten so aussehen.
Die Suppe selbst hielt, was sie versprach, denn sie war nicht nur heiß, sondern auch verdammt scharf. Mit afrikanischem Pfeffer hat man hier nicht gespart, und so musste ich dann doch manchmal nach Luft japsen und husten. Ich war tapfer, die Freude wollte ich den Herren hinter der Theke, die mich ausgiebig beobachteten, nicht geben. Mit dem Fleisch hatte ich aber meine liebe Mühe, denn das war so fest und zäh, dass es sich kaum vom Knochen lösen ließ. Um mich nicht zu besudeln, ließ ich dann davon ab.
Keine 10 Minuten später standen dann auch schon unsere Hauptspeisen am Tisch. Wie kann man die so schnell fertig haben? Wir ließen uns überraschen.
Meine Frau hatte sich für das Edikaikong with goat meat, das Afrikanisches Kürbisgemüse mit Schaffleisch entschieden. Auf den ersten Blick sah das Afrikanisches Kürbisgemüse eher wie frischer Spinat aus, kennen wir den Kürbis doch als gelbes Gemüse.
Davon war aber keine Spur hier. Meine Frau wählte das Kürbisgemüse, da dies ja eigentlich doch sehr mild ist, aber nicht hier. Bereits nach den ersten Bissen leierte sie mit den Augen, nach 2 weiteren legte sie ihr Besteck zur Seite. Zu scharf, deutlich und ordentlich mit Pfeffer gewürzt, es nahm sich fast nichts mit meiner Vorsuppe. Und das war ja nun gar nichts für meine Frau.
So versuchte sie sich wenigstens am mitgelieferten FouFou, welcher ja ein sehr stärkehaltiger Brei aus Maniok und Kochbananen ist, und zur Küche in Westafrika gehört. Aber auch dieser Brei hier war nicht wirklich essbar. Er wurde im Mund immer mehr, und schmeckt, um es gelinde zu sagen, nach nichts.
Um wenigstens etwas von dem Gericht zu retten, klaubte ich mir die wenigen Fleischstücken heraus, aber auch die waren, wie schon bei meiner Vorsuppe, so fest, dass man Muskelkater beim Kauen bekam.
Ich hatte mir das Jellof Rice with Plantain & Beef ausgesucht. Schon beim ersten Anblick war ich mehr als enttäuscht, denn vom Beef war da nicht viel zu sehen.
Es lag zwar ein riesiger Haufen vom Roten Reis auf dem Teller, aber der kleine Klecks vom frittierten Rindfleisch in der Soße aus Tomaten war verschwindend gering. Letztendlich waren es drei größere Stücken Fleisch, welches ebenso fest und zäh war, wie dies aus meiner Vorsuppe, allerdings fehlte hier fast jegliche Würze, so war das Fleisch als auch die Soße sehr mild.. Die Soße war gut aber viel zu wenig, so war auch der Reis am Ende zu trocken, und die Hälfte des Reises blieb auf dem Teller, was ja sonst so gar nicht mein Fall ist. Die frittierten Kochbananen waren nun auch überhaupt nicht mein Fall, dafür hatte meine Frau wenigstens etwas kleines zum Essen.
Nach einer dreiviertel Stunde waren wir dann fertig, zahlten und verließen enttäuscht das Lokal Richtung Capitol. Dort war dann unser erster Gang zur Toilette, um die Hände richtig zu waschen, denn das wollten wir uns im afrikanischen Restaurant nicht auch noch antun, wer weiß was uns dort noch erwartet hätte.
Unser Fazit: wir ließen zu zweit 45,50 € im Treasure African Restaurant in Düsseldorf. Wir freuten uns eigentlich auf dieses Restaurant, gehen wir doch in Dresden dann doch gern mal in solche eine Lokalität. Aber hier waren wir von Anfang bis Ende enttäuscht, sei es vom Ambiente, der Sauberkeit, der Bedienung oder dem Essen. Mehr als einen Stern können wir aus unserer Sicht nicht hierlassen.