"Ein idyllisches Fleckchen Pfälzer Gastlichkeit zum Wohlfühlen und Genießen"
Geschrieben am 07.01.2026 2026-01-07
Gasthaus Zum Logel
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Gasthaus
06323938793
Kirchgasse 1, 76835 Hainfeld
"Bei den Pommes - Daumen hoch"
Geschrieben am 07.01.2026 2026-01-07
Pommes Freunde
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Imbiss
Bahnhofplatz 9, 90443 Nürnberg
"Wenigstens gab es was"
Geschrieben am 07.01.2026 2026-01-07
Imbiss Wasner
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Imbiss
061197307271
Bahnhofplatz 9, 90443 Nürnberg
"100% Balkan"
Geschrieben am 07.01.2026 2026-01-07
VIVA
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Restaurant, Cafe
015227391801
Friedberger Straße, 125, 86163 Augsburg
"Wer um diese Jahreszeit das "Yoko" besucht, braucht sehr warme Kleidung und ausserdem Ohrenstöpsel .........."
Geschrieben am 07.01.2026 2026-01-07 | Aktualisiert am 07.01.2026
YOKO Saarbrücken
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Restaurant
Obertorstraße 3, 66111 Saarbrücken
"Christophsbräu=ein MUSS für Bierliebhaber und gutes Essen"
Geschrieben am 07.01.2026 2026-01-07
Christophbräu
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Restaurant,Hausbrauerei,Biergarten
0722570393
Alois-Degler-Str. 3, 76571 Gaggenau
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Schön, dass Inhaber Helmut Götz und sein Team seit Oktober 2020 wieder zurück in dem altehrwürdigen Gemäuer in der Hainfelder Kirchgasse sind. Nach dem verheerenden Brand Ende 2018 und der Übergangszeit im Ausweichquartier am Ortsrand (ich berichtete vor ein paar Jahren…) in der Roschbacherstraße – ach ja, die Corona-Zeit hatte man auch noch zu überstehen – ist es eigentlich ein kleines gastronomisches Wunder, dass es diese beliebte Adresse für ambitioniert vorgetragene Hausmannskost überhaupt noch gibt.
Hungrig und gespannt machten wir uns auf den Weg in Richtung Pfälzer Weinstraße, an der das schmucke Örtchen Hainfeld liegt. Das Parken im Ortskern gestaltete sich völlig unproblematisch. Vom Parkplatz aus war es nur ein kurzer Fußweg zum Lokal. Schon von außen wirkte das rebenberankte, mit jeder Menge Topfgrün geschmückte Sandsteingebäude sehr einladend.
Und auch drinnen hieß uns das „neue Logel“ auf gepflegt herzliche Art und Weise willkommen.
Doch was versteht man eigentlich unter einem „Logel“? So mancher Pfälzer Winzer trägt diese Traubenbütte bei der Weinlese auf seinem Rücken. Heute sind diese auch „Hotten“ genannten Tragegefäße aus Glasfaserkunststoff. Sie kommen bei der Handlese nach wie vor zum Einsatz. In einem Winzerdorf wie Hainfeld macht ein solcher Name für eine zünftige Weinwirtschaft natürlich Sinn und ist definitiv nicht weit hergeholt.
Freiliegende Fachwerkbalken, Boden in Holzdielenoptik und teilweise unverputzte Sandsteinwände schufen den Rahmen für ein äußerst gemütliches Weinstubenflair, das von rustikalem Holzmobiliar und geschmackvoller Dekoration adäquat verstärkt wurde.
Bereits beim Betreten dieses urigen Gasthauses war schnell klar, dass uns in diesem beschaulichen Fleckchen Pfalz das Wohlfühlen leichtfallen würde.
Sowohl drinnen als auch draußen auf der von Sandsteinmauern und grünen (nicht zu verwechseln mit den großen…) Gewächsen umfriedeten Terrasse war einiges los. Ohne Reservierung hätten wir uns den kulinarischen Freisitz wohl ins Haupthaar schmieren können. Aber wir hatten ja und wurden zügig mit der Speisenliteratur versorgt. Die Damen, die den Service mit viel Herz und sicherer Hand wuppten, schienen sehr gut aufeinander eingespielt zu sein.
Nie hatten wir das Gefühl, dass es irgendwo klemmte oder durch die hohe Auslastung des Lokals das Stresslevel bei den Servicekräften stark ansteigen würde. Die Mädels machten das alle ganz klasse. Da fällt dann auch ein in Vergessenheit geratenes Dessert nicht weiter ins Gewicht. Zumal die ehrlich gemeinte Entschuldigung nicht lange auf sich warten ließ. Also: Schwamm drüber.
Wir studierten ausgiebig die im Querformat gedruckten Speisenkarten, die eine hübsche Auswahl an bodenständigen Hausmannsköstlichkeiten bot. Bei den Vorspeisen wurden auch mal ein paar mediterrane Töne angestimmt, aber spätestens bei den Fleischgerichten setzte man voll und ganz auf herzhaft Bekanntes aus der Pfanne. Daneben kündeten sechs verschiedene Fischteller (Lachs, Forelle, etc.) von der Affinität für zünftige Gerichte rund ums Grätentier.
Dass Gastgeber und Küchenchef Helmut Götz zusammen mit seinem Team nicht nur mit gutbürgerlicher Tradition punkten wollen, zeigte bereits der Blick auf die Schiefertafel mit den Tagesempfehlungen, die man neben unserem Tisch platziert hatte. Von ihr sendeten Matjes (als Filet oder als Tatar), Zanderfilet vom Grill auf Spaghetti mit Kräuterpesto und in Butter gebratene Filets vom Lengfisch auf Kartoffel-Salicorne-Stampf sommerliche Grüße, die wir jedoch geflissentlich ignorierten, da uns das Standardprogramm komplett „catchte“.
Viermal Fleisch und einmal Fisch standen letzten Endes auf unserem Bestellzettel. Das Ganze um fünf kleine Beilagensalate (zu jeweils 5,40 Euro) erweitert. Der Blick auf die Portionsgrößen an den Nachbartischen machte jegliche Vorspeisenabsicht zunichte. Die gut bemessenen Hauptgerichte würden zusammen mit dem Blattgrün sicherlich zur vollständigen Sättigung beitragen. Die Dessertfrage ließen wir noch offen. Mal schauen, ob am Ende noch ein süßer Abschluss gehen würde…
Wie schön, dass sich der Service bald unserem mitgebrachten Durst widmete. Die beiden Fahrer delektierten sich zeitnah an einer großen Maracuja-Schorle (0,5l für 4,50 Euro) und einer Flasche Mineralwasser (0,75l für 4,90 Euro). Im Laufe des Abends kamen noch zwei weitere Flaschen „Sprudel“ hinzu. Einer der Kollegen schloss sich mir an und orderte auch einen Aperol Spritz (0,2l für 5,80 Euro) zum „Reinkommen“.
Ein Schoppen Riesling-Schorle (5 Euro), der sommerliche Pfälzer Durstlöscher schlechthin, durfte selbstverständlich nicht fehlen. Wir saßen ja schließlich in Hainfeld, wo die Kleins, Kochs, Glasers und Scherrs ganz vorzügliche, trockene Tropfen keltern. Nach meinem Aperol riskierte ich sogar den feinherben Riesling 55° vom Weingut Klein aus der Nachbarschaft (0,25l für 6,40 Euro).
Jener im Kabinett-Stil ausgebaute Riesling, dessen Trauben von der mit 55° Hangneigung gesegneten Steillage „Burrweiler Altenforst“ stammen, brachte eine beeindruckende Aromenfrische ins Glas. Seine dezente Restsüße wurde von einer feinen Säure begleitet. Keine Frage, der gefiel auch einem ausgewiesenen Trocken-Trinker wie mir.
So ein gut gekühlter Aperol Spritz weiß ja besonders an einem warmen Sommerabend zu gefallen.
Mit ihm und den entspannten Gesprächen am Tisch stieg der allgemeine Wellness-Faktor. Mit einem leckeren, in Gasthäusern dieser Art eigentlich unüblichen Küchengruß überbrückte man uns die Wartezeit aufs Handfeste. Die Tranche vom hausgebeizten Lachs mit schmackig angemachtem Kartoffel-Gemüse-Salat fand jedenfalls großen Anklang in unserer Runde und war blitzschnell verputzt.
Bald fanden dann auch fünf mit Joghurtdressing angemachte Beilagensalate den Weg auf unseren Tisch.
Unter dem knackfrischen Blattgrün lauerte kleingehäckselte Rohkost. Radieschen-Schnipsel sorgten für noch mehr Knack und Biss. Die sommerliche Vitaminspritze tat richtig gut und machte gleichzeitig Appetit auf die ein oder andere Fleischerscheinung.
Und jene sollten zeitnah folgen. Einer von unserer Tafelrunde hatte es mit zwei panierten Schweine-Schnitzeln an Champignonrahmsauce mit hausgemachten Spätzle (15,90 Euro) zu tun, während sich ein anderer an einem vorbildlich der Bratpfanne entstiegenen Cordon Bleu (vom Schweinerücken) mit Kroketten (17,90 Euro) „abarbeitete“.
Dem perfekt medium gebratenen Rumpsteak aus dem fernen Argentinien wurde nicht nur eine hübsche Kräuterbuttermütze verpasst, sondern auch eine tiefgründige Burgundersoße beigegossen.
Sehr zur Freude des Kollegen, der sich den stattlichen Rindfleischquader zusammen mit erstklassig gebrutzelten Bratkartoffeln schmecken ließ.
Optisch am eindrucksvollsten präsentierte sich zweifellos der mit drei Sorten Fischfilet und einem Garnelen-Spieß ausgestattete Grillfischteller (25,50 Euro) mit gedämpftem Brokkoli und Kartoffelgratin, den sich der einzige Fleischverzichter am Tisch hatte kommen lassen. Das sah jedenfalls alles nach fundiertem Handwerk und guten Produkten aus.
Manchmal liegt das gutbürgerliche Glück in Bulettenform vor einem und buhlt herzhaft gewürzt um die Aufmerksamkeit seines Verputzers. Mich hatten von Anfang an die Hacksteaks mit Champignon-Rahmsoße und Spätzle (14,80 Euro) am meisten angesprochen. Ein Kindheitsteller wie er im Speisenbuche stand.
Die beiden Pfalz-Bifteki fielen wunderbar mürbe aus. Sie badeten in einer fein abgeschmeckten Pilzrahmsoße, die zusammen mit den kurz in der Butterpfanne geschwenkten, selbst durch die Presse gejagten Spätzle auch meinem Töchterchen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hätten. Was soll ich sagen? Ich schwelgte dahin im siebten Soßenhimmel, der diesmal voller Spätzle hing.
Zufrieden und gut gesättigt bestaunten wir die Schiefertafel, die eine Handvoll verlockend klingender Desserts listete. Die frischen, leicht karamellisierten Erdbeeren, die Küchenmeister Götz mit Orangenlikör flambiert und mit Balsamico-Essig ablöscht, hätten aber irgendwie schon noch reingepasst. Zumal sie mit Joghurt-Sauerrahmeis serviert worden wären.
Egal, ich hoffe, dass ich das verpasste Dessert beim nächsten Besuch im Sommer nachholen kann. Wobei das noch gar nicht sicher ist, denn Helmut Götz wird – wie mir zu Ohren kam – wahrscheinlich in diesem Jahr in seine wohlverdiente Rente gehen.
Ob dann das „Logel“ für immer seine Pforten schließt oder ein Nachfolger das heimelige Gasthaus übernimmt, wird man sehen. Für die gutbürgerliche Gastronomie der Pfalz wäre eine Schließung dieses geschichtsreichen Traditionslokals jedenfalls ein herber Verlust.