"Ein wunderschünes, nostalgisches Café im alten Bahnhof von Wolkenstein"
Geschrieben am 03.06.2026 2026-06-03 | Aktualisiert am 03.06.2026
Nostalgiecafé Alter Bahnmeister
€-€€€
Cafe
03736988782
Am Bahnsteig 10, 09429 Wolkenstein
"Kleine gemütliche Eckkneipe mit deftiger Küche - aber alles in Tapas"
Geschrieben am 03.06.2026 2026-06-03 | Aktualisiert am 03.06.2026
Flüsseviertel
€-€€€
Restaurant
042143300554
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So kamen wir auch in dem kleinen Örtchen Wolkenstein vorbei. Der erzgebirgische Ort ist aber nicht nur durch sein Schloss Wolkenstein bekannt, sondern auch durch das Zughotel. Hier kann man in einem ausrangierten Zug nächtigen, eine angeschlossene Gaststätte versorgt die Hotelgäste und Wanderer.
Da wir zu einer ungünstigen Zeit kamen, und gerade eine große Gruppe Motorradfahrer die Gaststätte und den Außenbereich in Beschlag genommen hatten war also auch diese Option für uns gestorben.
Aber wir hatten beim großen Onlinekartendienst hinter dem Zughotel, im alten Bahnhof von Wolkenstein das Café "Alter Bahnmeister" entdeckt.
Hinweisschilder wiesen uns den Weg, und so stellten wir unseren vierrädrigen Untersatz auf dem zugehörigen Parkplatz ab.
Die letzten Meter ging es zu Fuß zum alten Bahnhof, und bereits, als wir den kleinen Vorraum betraten, sahen wir, das hier mit viel Liebe der Eisenbahn gehuldigt wird. Alte Uniformen und Bahnschilder, Bilder und Modellbahnen und diverse Relikte aus vergangenen Zeiten zierten den Raum.
Aber es sollte noch besser werden, denn nachdem wir durch die Tür ins Café gingen, offenbarte sich uns ein Raum, in dem wir uns locker 70 Jahre zurückversetzt fühlten. Keine Ahnung welche Funktion diese Räume früher mal hatten, aber die großen Bogenfenster brachten viel Licht in die beiden Räume. Hier glänzten auf den alten, dunklen und schweren Tischen die verschiedensten Sammeltassen samt zugehöriger Teller mit ihrem Goldrand. Wo gibt es denn sowas noch?
Auch die großen, mit weichem, rotem oder grünem Plüsch überzogenen Stühle trugen zum alten Charme bei, genau wie die dunkle Anrichte im Hintergrund, die Standuhr, die großen, gemütlichen Sofas als auch der Gold glänzende Kronleuchter. Das I-Tüpfelchen war aber, das in jedem Raum, kurz über der Tür, ringsum eine kleine Bahnstrecke aufgebaut war, auf der ein Zug unermüdlich seine Runden drehte.
Eine dunkle Holzvertäfelung rundete das alles ab. Allein für dieses wundervolle Café reichen 5 Sterne beim Ambiente definitiv nicht aus.
Da wir aber am heutigen Tage mit unserem Vierbeiner unterwegs waren, und die Wirtin aufgrund des Interieurs nicht wünschte das Hunde in das Café kommen, gingen wir auf die Terrasse, welche früher der Bahnsteig war. An diesem wunderschönen Frühlingstag genossen wir die Sonne, und auch alle anderen Gäste zogen es vor, die ersten Sonnenstrahlen hier zu erhaschen.
Auch hier wieder altes Gestühl, aber hier dann eher aus verschiedenen Epochen zusammengetragen. Auch hier war wieder mit den verschiedenen Sammeltassen eingedeckt. Und auch hier fuhr, zur Freude der Kinder, ein Zug an den Tischen entlang.
Die freundliche Wirtin führte uns an einen freien Tisch, Hundi konnte hier bequem darunter liegen, und hätte auch, wenn wir dies gewünscht hätten, etwas zu trinken bekommen.
Die Speisekarte war gleichzeitig zur Hand, und so konnten wir erst mal schauen. In der Speisekarte stehen neben den ganzen Kaffeespezialitäten auch die verschiedenen Eisbecher, welche im Preis zwischen 7 und 9 Euro liegen. Weiterhin werden selbst hergestellte Windbeutel mit diversen Füllungen angeboten als auch ein paar herzhafte Kleinigkeiten. Natürlich dürfen auch Torten nicht fehlen, da kann man sich an der Theke die aktuellen Tagestorten in einem gläsernen Kasten aussuchen. Unsere Wünsche waren schnell zusammengetragen, und so orderten wir:
Getränke:
Speisen:
Nach etwas mehr als 10 Minuten waren unsere Speisen du Getränke am Tisch. Und da gab es schon das nächste Erstaunen, denn der Kaffee wurde ganz klassisch aus einer Kaffeekanne eingegossen.
Ich fühlte mich wie bei Oma am Kaffeetisch. Schön. Der Filterkaffee war natürlich frisch aufgebrüht, der Cappuccino kam aus dem Kaffeeautomaten.
Die Eisbecher waren gut, auf Wunsch gab es, wie bei meiner Frau, statt Vanilleeis ebend Schokoeis zum Eisbecher „Heiße Schiene“. Klar war das Eis nicht selbst hergestellt, sondern von einem großen Eislieferanten, aber das Eis war schmackhaft. Die heißen Himbeeren wurden in einem extra Schälchen serviert.
Unsre Freundin hatte sich dem Schwedeneisbecher verschrieben. Anders als wir es sonst kennen, war hier das Apfelmus nicht auf, sondern unter und neben dem Eis. Obenauf eine große Portion Schlagsahne, in welcher dann ein Becher Eierlikör stand. Auch hier Apfelmus als auch Eierlikör Convenience.
Der Fitnessbecher war mit fruchtigem Joghurteis angerichtet, als frisches Obst wurden Trauben, Mandarinen, Ananas und Nektarine verarbeitet. Zusätzlich ein Müsli und viel Honig, welcher den Becher dann doch fast zu süß machte. Und statt Schlagsahne gab es hier einen Sahnedip, den man auch als verunglückte Schlagsahne bezeichnen könnte, denn es war eigentlich nichts anderes als nicht steif gewordene Sahne.
Ich freute mich auf den riesigen Windbeutel, der mir da auf einem goldigen Teller serviert wurde. Zwischen beiden Hälften war hier viel frische Sahne eingebracht, in dieser wiederrum war dann die frische Kirschgrütze als auch die Kugel Eis versteckt.
Unser Freund hatte ebenfalls einen Windbeutel, allerdings mit Schokoeis und reichlich Eierlikör. Auch der Windbeutel war gut.
Zum Schluss verspürten unsere Freunde noch einen kleinen Heißhunger auf ein Stück Torte, und so teilten sie sich ein Stück der Mandarinen-Sahne-Torte, welche wohl auch sehr lecker gewesen sein soll.
Unser Fazit: wir zahlten zu fünft 72,90 € im Café „Alter Bahnmeister“ in Wolkenstein. Es ist etwas versteckt, aber gut ausgeschildert findet man im alten Wolkensteiner Bahnhof das Café „Alter Bahnmeister“. Ein wunderschön eingerichtetes, nostalgisches Café, selbst beim Einschenken des Kaffees wird aufs Detail geachtet. Die Wirtin freundlich, die Windbeutel sind ne Wucht (nicht nur für die Hüften), der Kuchen lecker. Auf alle Fälle lohnenswert.