"New York – Rio – Hagenbach"
Geschrieben am 27.09.2026 2026-09-27 | Aktualisiert am 27.09.2026
Tokyo Tower
€-€€€
Restaurant
01638105458
Industriestraße 24a, 76767 Hagenbach
"Mittelmäßiges Essen und unprofessionelle Geschäftsführung"
Geschrieben am 27.09.2026 2026-09-27
Phamtastisch
€-€€€
Restaurant
4991229839002
Rittersbacher Straße 1, 91126 Schwabach
"Hier gibt es immer Gutes"
Geschrieben am 27.09.2026 2026-09-27
Kyffhäuser - Das GastHaus
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Restaurant
06221409886
Ladenburger Straße 38, 69120 Heidelberg
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Gut, in New York und Rio ist das bestimmt schon eine ganze Weile so und die Auswahl an panasiatischen Lokalen ist dort sicherlich riesig. In Hagenbach dagegen ist diese kulinarische Option noch recht neu. Kurz vor Weihnachten 2025 eröffnete das Restaurant Tokyo Tower in den seit Jahren verwaisten Räumlichkeiten des ehemaligen Landgasthauses der Familie Stober.
Dort wo einst Gisela (Service) und Hans-Peter Stober (Küche) jahrelang ihre Gäste mit einer – um mediterrane Einflüsse nicht verlegenen – gutbürgerlichen Frischeküche verwöhnten, wird heute neben dem üblichen, in Reisrollen verpackten „Meeresgezücht“ eine (mittlerweile viel zu häufig angebotene) europäisierte Quer-Durch-Asien-Küche ohne großen Wiedererkennungswert aufgetischt.
So weit, so erwartbar. Und dennoch liegt Hagenbach nur ein paar Kilometer von meinem Heimatort Wörth entfernt und da ich nie das Vergnügen hatte, im Stober’schen Landrestaurant einzukehren, fuhr ich Anfang März spontan mit dem Rad dort hin, um mir von dem „neuen“ Gastrokonzept im früheren „Hagenbacher Hof“ selbst ein Bild zu machen.
Der erste Eindruck war durchweg positiv. Der Empfang fiel asiatisch freundlich aus. In dem mit reichlich Holz rustikalisierten, mit bequemem Sitzmobiliar ausgestatteten Gastraum ging es erfreulich kitschbefreit zu.
Herr Quy van Nguyen – „in Vietnam ist dieser Nachname so häufig anzutreffen wie bei uns Müller oder Meier“ (Zitat) – betreibt das Restaurant zusammen mit seiner Familie. Auch der Sohnemann hilft tatkräftig mit.
Der nach dem Vorbild des Pariser Eiffelturms erbaute, rotweiße Namenspate des Lokals stellt zwar den Bezug zum angebotenen Sushi her, führt aber – was die Herkunft der Betreiber angeht – in die Irre. Keine Ahnung, warum man bei der Benennung des Restaurants dem Wahrzeichen von Tokio gegenüber dem „Landmark 81“ in Ho-Chi-Minh-Stadt (immerhin das sechzehnthöchste Hochhaus der Welt und das höchste Gebäude Vietnams) den Vorzug gegeben hat. Wahrscheinlich wegen dessen Bekanntheitsgrades…
Die Kommunikation mit den jungen Servicekräften gestaltet sich manchmal nicht ganz so einfach, da die Deutschkenntnisse der Bedienungen doch recht limitiert sind. Das führte schon mehrfach zu Missverständnissen. Ein Kollege, der hier einen Aperol Spritz bestellte, war doch einigermaßen verwundert über sein „Alkohol Pils“, das man ihm liefern wollte.
Als ich bei meinem letzten Besuch den jungen Servicemann fragte, welche Special Roll er mir denn empfehlen könne, zuckte dieser nur mit den Schultern und sagte er habe keine Ahnung. Wahrscheinlich hat er meine Frage gar nicht verstanden. Aber mit solchen Kleinigkeiten sollte man als Gast gelassen umgehen, denn die freundlichen Vietnamesen tun es ja auch.
Ein den Currynudeln mit Hühnerfleisch, Garnelen, Gemüse und Ei stets zugeneigter Saarbrücker „Linh-Guist“ hatte einst die Worte „Don´t loose your sense of humor. It helps you through difficult situations“ auf seinem Glückskeks stehen. Wer diesen Rat befolgt, wird auch mit dem etwas verpeilten Service im „Tokyo Tower“ locker zurechtkommen.
Und irgendwie bekommt man nach der Durchsicht der überdimensioniert wirkenden Speisenkarte dann doch seine Wünsche an einen der jungen Leute aus Südostasien übermittelt. Es ist ja auch alles hübsch durchnummeriert.
Mit einer großen Flasche Mineralwasser (0,75l für 6,50 Euro) wurde der durch das Radfahren entstandene Flüssigkeitsverlust mehr als kompensiert. Dann machten – nach angenehmer Wartezeit – drei Garnelen in Panko-Panierung zusammen mit einer süß-sauren Dipsauce (4,90 Euro) den knusprigen und gar nicht mal so fettigen Auftakt.
Damit sie sich auf der hellen Holzplatte nicht ganz so alleine fühlten, wurden sie von zwei aufgeschnittenen, vietnamesischen Frühlingsrollen („Nem Hanoi“ für 4,90 Euro) begleitet.
Mit gutem Hunger und noch besserem Appetit verspeiste ich das knusprig heiße Fingerfood. In die mitgelieferten Saucen getunkt, mundeten mir diese einfachen Asia-Snacks ganz ausgezeichnet. Besonders die mit Hackfleisch, Glasnudeln, kleingeschnittenen Morcheln und Gemüse gefüllten, in krosses Reispapier gepackten Frühlingsrollen machten Laune.
Als Hauptgang genehmigte ich mir einen als „Mien Tron“ bezeichneten, lauwarmen Glasnudelsalat mit Garnelen, Erdnüssen, Röstzwiebeln, gewoktem Gemüse und frischem Koriander (17,90 Euro).
Den hätte es auch – wie bei allen anderen Hauptgerichten – wahlweise mit Tofu, Hühnerbrust, Rindfleisch, gebackener Hühnerbrust, krosser Ente oder gegrilltem Lachs gegeben. Das in asiatischen Lokalen so beliebte Durchdeklinieren der Hauptspeisen wird auch im Tokyo Tower gerne praktiziert.
Der Glasnudelsalat erfüllte die an ihn gestellten Anforderungen mit vegetabiler Leichtigkeit. Ein angenehm süß-säuerliches Dressing, eine nicht gerade homöopathische Garnelen-Dosis und ganz viel Knack und Crunch im Beifang. Nach so viel bissfester Frische waren selbst die gebackenen Bananen (5,90 Euro) zum Nachtisch ein wohltuender Ausgleich in Sachen mürber Textur.
Und einem echten „Tower-Esser“ wie mir konnten die sechs panierten Bananen-Nuggets nicht das Geringste anhaben…
Bei einer späteren Einkehr testete ich dann doch mal das Sushi. Ich orderte die Crunchy Tuna Roll in der kleineren Variante (eine in 6 Stücke zerteilte Rolle für 9,90 Euro) als Vorspeise.
Keine Ahnung, was das Plastik-Bäumchen auf der Schieferplatte zu suchen hatte, aber es stimmte mich irgendwie melancholisch, musste ich doch an das traurige „Fake Plastic Trees“ der britischen Ausnahmeband Radiohead denken. Aber für meine Assoziationen können die Leute in der Küche ja nichts. Nun, ich hätte die etwas billig wirkende Teller-Deko trotzdem nicht gebraucht.
Genauso wenig wie den Saucen-Overkill auf meiner frittierten, mit Lachs, Avocado, Gurke und Frischkäse gefüllten Sushi-Rolle, die ansonsten von ordentlicher Machart war. Zum Hauptgang hatte ich bei diesem Besuch die gebratenen Reisbandnudeln, zu denen ich mir als Topping die gebratene Entenbrust (17,90 Euro) ausgesucht hatte, gewählt.
Auch dieser, durchaus sättigende Teller bot solide Asiakost. Das Entenfleisch fiel nicht zu trocken aus und die „Tokyo-Tagliatelle“ kam auch nicht übergart auf die Keramik. Kann man so machen bzw. essen.
Als ich vor ein paar Monaten an einem lauen Sommerabend den Weg ins Hagenbacher Industriegebiet fand, waren es die knackig frischen, mit einer süßlichen Erdnuss-Sauce servierten Sommerrollen (5,90 Euro), die mich vorweg am meisten ansprachen.
Und da eine Vorspeise ja bekanntlich keine ist, ließ ich mir noch vier im Bambuskörbchen servierte, gedämpfte Garnelen-Dumplings (5,90 Euro) kommen.
Mit dem darauffolgenden, aus acht Stücken einer Inside-Out-Roll, drei Nigiri und sechs „Crunchies“ bestehenden Fukada Set (19,90 Euro) zum Hauptgang hatte ich mich mengenmäßig dann doch etwas übernommen,
zumal man die Crunchy Roll mal wieder gnadenlos „zugesoßt“ hatte. Mein Fehler, ich hatte der Bedienung vergessen zu sagen, dass im „Roll-House“ kein „Saucen-Rocker“ sitzt.
Aber mehrere Versuche machen ja bekanntlich noch klüger. Und so durfte ich vor ein paar Tagen nach dem Verzehr der Tokyo Tower Vorspeisenplatte (15,90 Euro), die vor Edamame, Dumplings, Frühlingsrollen und Wantans nur so strotzte,
das wohl beste – da komplett soßenfreie – Sushi genießen, das ich bisher hier vorgesetzt bekommen habe.
Es handelte sich um eine mit Avocado umwickelte Inside-Out-Roll, deren Innenleben sich aus Thunfischtatar, Gurke, Avocado und Frischkäse zusammensetzte und in der Karte unter dem Namen Tuna Special Roll (15,90 Euro) firmierte. Die Sushi-Achtel ließ ich der Reihe nach in einer mit Wasabipaste geschärften Soja-Sauce baden, um meinem Rohfischerlebnis zum Lunch noch etwas mehr Nachdruck am Gaumen zu verleihen.
Fazit:
Die verlässliche oder besser gesagt: vorhersehbare Asia-Fusion des „Tokyo Towers“ wartet auf ein risikoscheues Publikum von Redundanzessern, zu denen – zugegebenermaßen – auch ich manchmal zähle.
Das Restaurant ist von Wörth aus schnell zu erreichen und es gibt dank des großen Parkplatzes direkt neben dem Haus kein Problem mit dem Abstellen des Wagens. Trotz der rustikalen Einrichtung möchte sich im großräumigen Speisesaal keine rechte Gemütlichkeit einstellen. Jedoch sitzt man auf den bequemen Polsterstühlen sehr komfortabel.
Der Service kann mit der Qualität des Essens leider nicht ganz mithalten. Nur mit vietnamesischer Freundlichkeit wird man die Gäste auf Dauer nicht zufriedenstellen können. Man sollte auch miteinander kommunizieren können (Stichwort: Sprachkenntnisse!) und etwas mehr Ahnung von dem haben, was man seinen Gästen vorsetzt.
Die Preise sind auf unauffälligem Normalniveau. Nicht wirklich günstig, aber auch nicht überzogen. Mit rund 40 Euro ist man hier pro Person (inkl. Getränk) dabei. Ein Tipp für Nachahmer: die Sauce(n) zum Sushi im Vorfeld abbestellen, falls man etwas von den akkurat gerollten Reishäppchen schmecken möchte.