"Bleibt ein erfreulicher Ort zur Einkehr"
Geschrieben am 08.03.2026 2026-03-08 | Aktualisiert am 08.03.2026
Restaurant Antama in Buchners Hotel
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Restaurant, Hotel
099622035107
Hauptstraße 20-22, 94559 Niederwinkling
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Ich kam bei schönstem Frühlingswetter an und checkte ohne großen Aufwand ein. Die Zimmer sind ganz nach meinem Geschmack. Sehr schlicht, aber geschmackvoll mit geölter massiver Eiche eingerichtet, fühle ich mich hier immer sehr wohl. Ein paar Mails warteten noch auf ihre Bearbeitung, dann war es 18:30 Uhr und ich machte mich auf den Weg zum Restaurant. Die Karte lässt sich auf der HP einsehen. Nach einer Woche sehr leckerer, aber eher bodenständiger österreichischer Kost war mir danach, ein wenig feiner zu dinieren. Da ich nicht sicher war, wie spät ich ankommen würde, hatte ich nicht im Sterne Restaurant reserviert, es gibt ein Transferangebot dorthin aus dem Hotel, stattdessen gedachte ich im Antama zu speisen. Im Vorfeld hatte ich mir schon einen Plan zurecht gerückt, von dem ich hoffte, dass Service und Küche ihn mir erfüllen würden.
Es war nicht viel los in dieser ersten Märzwoche 2026 und ich durfte mir einen Tisch aussuchen. Speisen und Weinkarte wurden gereicht und ich schaute nach was passendem zu obigen Plan. Das fand sich dann auch und die freundliche Dame aus dem zweiköpfigen Serviceteam wurde mit meinem Wunsch konfrontiert. Ich fragte, ob es für die Küche okay sein würde, mir aus den 5 angebotenen Vorspeisen ein Menü in 4 Gängen zusammen zu stellen. Kurze Rückfrage, alles klar war die Antwort! Ich hatte vermutlich auch ein bisschen Glück, dass so wenig los war. Zum erfüllten Menüwunsch erwählte ich mir diesen grünen Veltliner aus Loiben in der Wachau als Begleitung.
Zur näheren Info auch die Rückseite. Familie Knoll führt eines der renommiertesten Weingüter in der Wachau und dieser Federspiel ( bei uns in etwa erste Lage / premier cru ) aus der Lage Kreutles war eine Neuentdeckung für mich! Der wird sicher noch den Weg in meinen Weinkeller finden.
Nun denn, bevor alle weg klicken, weil ich wieder schwafle, auf zum wichtigsten, den Speisen. 5 Vorspeisen fanden sich in der Karte, aus vieren hatte ich mir ein Menü zusammengebastelt. Heraus fiel dabei ein Gericht mit Entenleber. Die fand sich dann aber in einem Gruß der Küche wieder.
Dazu reichte der Service dann auch zweierlei Brot, sehr gute Qualität, mit einer perfekt abgeschmeckten Salz Butter und Olivenöl, dass frisch in eine Schale mit Salzkristallen gegossen wurde. Schon jetzt setzte die Küche klare Statements in Sachen Qualität und es wurde sehr deutlich, dass man keineswegs daran dachte, sich schlechter zu präsentieren als die Kollegen im Nachbarort. Mir sollte es recht sein, ich freute mich auf meinen ersten Gang.
Der wurde dann in Präsentation und Geschmack eines der Highlights dieses Abends! WILDGARNELE | Shiso | weiße Tomate | Koriander | Miso hatte die Karte das Gericht benannt. Heraus kam roh marinierte Garnele, die sich wunderbar in einem recht sauren Sud selbst garte. Meine Küche, Meeresfrüchte mit japanischen Geschmacksbildern und mutiger Säure, ich liebe es. Ein tolles Gericht, dass lange in Erinnerung bleiben wird. Von Null auf 100 in weniger als 5 Sekunden würde der Petrolhead sagen. Ich hoffte, dass das Niveau anhalten würde. Aber anstatt meines zweiten Gangs schob die Küche noch das hier ein.
Was wieder zeigt, wie sehr sich ambitionierte Menschen in der Gastronomie freuen, wenn sich Kunden über ihre Anstrengungen freuen und das Kund tun. Die Freude bescherte mir einen zweiten Küchengruß in Form eines gebeizten Lachs, der noch Tataki Style angebrannt wurde. Der badete wiederum in einem Sud, der geschmacklich an Kefir erinnerte, fermentierte Milcharomen zeichneten den aus. Dazu wieder Säure, etwas Schärfe und Crunch, wieder sehr gut! Jetzt aber freute ich mich auf Gang zwei meiner Wahl ( die Reihenfolge hatte ich mir so erbeten ).
Die Küche hatte das KRUSTENTIERSCHAUMSUPPE mit Schneekrabbe | Kerbelknolle | Limetten- Koriander- Mayonnaise genannt. Der Fond wurde am Tisch um eine krosse Krokette mit dem Krabbenfleisch gegossen. Und natürlich ging das arme Ding in dem wunderbaren Fond unter. Ich bedauerte das nicht, sondern erfreute mich an einer herzerwärmenden, hervorragenden Suppe! Perfektes Handwerk in Nachschlag Qualität. Nach diesem warmen Intermezzo gab es noch einen kalten Gang.
BLUEFIN THUNFISCH mit Sesam Dashi | Schwarzrettich | Buchenpilz | Yuzu ging aromatisch wieder in Richtung der ersten beiden Gänge. Die Küche spielte die feine Aromaten-Klinge und so schmeichelte der Teller in einem geschmeidigem Spiel aus Fettigkeit, Säure, Salzigkeit und gut abgewogenen Umami! Ja, wer kann, der kann, die drei Fisch-Meeresfrüchtegänge zeigten es, hier liebt es jemand, Meeresbewohner äußerst gut auf den Teller zu bringen. Zum Schluss aber wollte ich aber noch mal kräftig in den Aromen-Topf langen. Es gab als vierten Gang KALBSBRIES mit Schmorlauch | Sellerie | Buchweizen | Périgord Trüffel.
Die feine Klinge war weg, jetzt kam der Vorschlaghammer in Form von Trüffel, und von einer sehr tiefen, aromatischen Jus! Das Bries fand sich zwischen Pasta ( Lasagne ) Blättern in Schichten ( mille fieulle in herzhaft ), und nach jeder Schicht wurde das Umami dicker und dicker! Gut, dass ich das als Abschluss erwählt hatte. Warmer, wahrer Höhepunkt des Menüs! Aber Dessert ging noch, also wurde nach mal nach der Karte gefragt.
PANNA COTTA kombiniert mit Orange | Kalamansi | Mandarine | Pampelmuse klang ( psychologisch ) ausreichend leicht, um noch bewältigt zu werden und Zitrusfrüchte sind gesund sagt meine Frau! Schmeckte aber gar nicht so, sondern sehr gut! Begleitet von einem ordentlichen Espresso schloss ich ein ausnehmend gutes Menü ab.
Die Küche hatte geliefert, was ich mir erhofft hatte. Ich hätte über dieses Menü auch nicht gemeckert, wenn es mir in einem Sterne Restaurant serviert worden wär. Chapeau, liebes Küchenteam vom Antama, ihr habt mir einen tollen, genussreichen Abend bereitet. Und in dieses Lob schließe ich die Dame und den Herrn ein, die über den Abend den einsamen Reisenden am Tisch immer im Auge hatten.
Ich komme sicher wieder, wenn ich an der A3 zwischen Nürnberg und Linz eine Übernachtung brauche. Und empfehle das Hotel und Restaurant der Familie Buchner in Niederwinkling auch für alle Leser dieses Berichts.