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Dass ich genau einen Monat nach der Eröffnung schreibe, ist ein Glück für den Betreiber. So ist meine erste Empörung versiegt und die Anfangsprobleme haben sich etwas gelegt. Dass ich jetzt erst schreibe, liegt auch daran, dass man hier prinzipiell „vergisst“, dem Kunden einen Beleg auszuhändigen und ich erst heute die Nerven hatte, darauf zu pochen. Nun gut: hoffen wir, dass sich die Anlaufschwierigkeiten nun legen.
Das grosszügig konzipierte Gebäude kann vom Aldi-Parkplatz aus angesteuert werden. Der Andrang der ersten Wochen hat oft dazu geführt, dass die eigentlichen Aldi-Kunden keinen Parkplatz mehr gefunden haben. Wochenends kommen nun auch viele mit dem Fahrrad, die den Padeffke-Besuch als Ausflug ansehen – oder zu Fuss von den umliegenden Vierteln. Besonders gern werden hier die Frühstücksarrangement genutzt, im grossen Freundes- oder Familienkreis, als ob dieser Ort ein ausgelagertes Wohnzimmer wäre. Das liegt auch an der grosszügigen Möblierung und der einladenden Terrasse.
Die Kundschaft scheint also weniger das Mitnahmeangebot der Bäckerei (Brot, Brötchen, Kuchen und Torten) zu nutzen, als den Ort als Café zu nutzen. Dabei ist das Angebot nicht so dolle. Die Frühstücksarrangements (um die 10 Euro) beinhalten Heissgetränk, Orangensaft. Brötchen und einen Teller mit fertig abgepackten Wurst – und Käsescheiben (oder veganen Alternativen). Ist schon allein optisch nicht der Hit. Irgendeine besondere Leistung, wie warme Eierspeisen o.ä. konnte ich nicht finden. Die meisten Backwaren, die ich bislang probiert habe, wirkten altbacken, trocken, geschmacklos, wie zu lange im Ofen belassen. Dinkelprodukte sind rar. Als ich kürzlich für Besuch zuhause Kuchen kaufen wollte, waren nur Erdbeerkuchen und Sahnetorten im Angebot. Hinzu kommen strukturelle Schwierigkeiten in der Anfangszeit: überfordertes (aber stets um Freundlichkeit bemühtes) Personal, unkoordinierte Abläufe, Ware ohne Preisauszeichnung, unabgeräumte Tische, überall Brösel und leere Saftflaschen…
Nun zu meinem heutigen Konsum. Da inhouse nur eine Einheits-Kaffeegrösse angeboten wird (die kleine Portion), habe ich eine mittlere Grösse im Pappbecher zum Mitnehmen erworben (aber vor Ort konsumiert): 3,25 Euro. Schön, dass an der Theke neben Normalmilch und Kaffeesahne auch Hafermilch zur Verfügung steht. Das oben beschriebene Frühstücksangebot lockt mich nicht, attraktive andere Angebote gibt es nur wenige. Das Fladenbrot mit Tomate und Mozzarella (4,85 Euro) war bei meinem letzten Besuch noch bockelhart, altbacken und dümpelte eindeutig schon zu lange in der Auslage. Heute endlich Besserung: frisch gebacken, frisch belegt, mit etwas Frischkäse (oder Salatsauce?) aufgepeppt. Auf meinen Wunsch erhalte ich Pfeffer und Salz dazu – komme aber ohne aus.
Bislang bin ich nur auf der Terrasse gesessen. Das macht sonntags Spass – unter der Woche herrscht hier jedoch Mordsverkehr. Dass die Damen- und Herrentoiletten nur ein gemeinsames Waschbecken vorgelagert haben, ist wohl am falschen Platze gespart. Die Pflege und Wartung der noch neuen Toiletten scheint schon jetzt nicht immer gut zu funktionieren. Am Abräumen der Tische und an der Sauberkeit arbeitet man noch – so sehr, dass der Herr mit dem Abräumwagen allzu lange den einzigen Ausgang zur Terrasse blockiert und es leider auch nicht bemerkt. Nun gut: wir werden noch Gelegenheit haben, die weitere Entwicklung zu verfolgen. Begeistert bin ich jedoch nicht.