"Empfehlenswertes Musical"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18 | Aktualisiert am 18.09.2020
Restaurant Riva
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Restaurant
042138039162
Konsul-Smidt-Straße 88, 28217 Bremen
"„An ihren Saucen sollt ihr sie erkennen…“ (1. Escoffier 2, 1-6)"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18 | Aktualisiert am 19.09.2020
Hitzegrad · Hitze-Frei
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Restaurant, Eventlocation
0212267600
Grünstr. 16, 42697 Solingen
"Hier würden wir gerne nochmal mit Appetit einkehren!"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18
Burgwirtschaft Schauenburg
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Restaurant, Biergarten, Ausflugsziel
078022253
Burgstraße 29, 77704 Oberkirch
"Hier gibt es immer ein auf und ab - diesmal ging es sehr ins ab"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18
Wirtshaus am Auwaldsee
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Restaurant, Biergarten, Gaststätte
084199390815
Am Auwaldsee 20, 85053 Ingolstadt
"Hier werden wir wieder kommen um die Pizza zu probieren"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18
Villa Dante
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Bar, Cafe, Trattoria
08914346137
Dantestraße 22, 80637 München
"Leider keine kleinen Kartoffelgerichte für Zwischendurch mehr in Lübeck."
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17 | Aktualisiert am 17.09.2020
Schlottmann's · Health Food
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Bistro, Imbiss, Catering
045138939830
Sandstraße 25, 23552 Lübeck
"Tohru Nakamura eröffnet Lokal im Oktober in der Münchner Innenstadt"
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17
Sternerestaurant Tohru in der Schreiberei · Fine Dining by Tohru Nakamura
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Sternerestaurant
08921529172
Burgstraße 5, 80331 München
"Eine Reise zum Mittelpunkt der ... Erinnerungen"
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17
Restaurant im Hotel Suggenbad
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Restaurant, Biergarten
076818091
Talstraße 1, 79183 Waldkirch
"Imbiss- Innenstadt"
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17
Little India
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Schnellrestaurant, Imbiss
062143751426
T2, 17, 68161 Mannheim
"Der Weg ist das Ziel! Und am Ziel werden Gäste sehr gut versorgt."
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17 | Aktualisiert am 17.09.2020
Restaurant Kloster Allerheiligen
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Restaurant, Biergarten
078041200
Allerheiligen 6, 77728 Oppenau
"italienisches Lebensgefühl"
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17
Ristorante Al dente
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Restaurant
062092489951
Hauptstr. 51, 69509 Mörlenbach
"Abenteuer Leben von Kabel 1 sucht das beste Cordon blue und Wiener Schnitzel – wir nicht !!"
Geschrieben am 16.09.2020 2020-09-16 | Aktualisiert am 16.09.2020
Pinzgauer Stub'n
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Restaurant, Take Away, Weinkeller
0621449675
Schwetzinger Straße 175, 68165 Mannheim
"Zweifacher glücklicher Besuch auf dem Land!"
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15 | Aktualisiert am 15.09.2020
Landglück
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Restaurant, Catering, Biergarten
078059164955
Nußbacher Straße 8a, 77767 Appenweier
"Ein Restaurant, dass dem Ambiente auch kulinarisch durchaus gerecht wurde."
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15
Schlossrestaurant 1745 im Schlossgut Groß Schwansee
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Restaurant
03882788480
Am Park 1, 23942 Kalkhorst
"Vorübergehend geschlossen"
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15 | Aktualisiert am 06.12.2020
Gourmet-Restaurant Clara im Kaisersaal
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Restaurant, Sternerestaurant, Gourmet
03615688207
Futterstr. 15/16, 99084 Erfurt
"Kein weiterer Besuch"
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15
Zur Guten Quelle
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Restaurant, Biergarten
03585833547
Görlitzer Straße 9, 02708 Löbau
"Vorübergehend geschlossen"
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15 | Aktualisiert am 15.09.2020
Brauhaus zum Schwanen
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Restaurant, Hausbrauerei, Eventlocation
0711353253
Franziskanergasse 3, 73728 Esslingen am Neckar
"Stadtkeller Dachau"
Geschrieben am 14.09.2020 2020-09-14
Stadtkeller
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Biergarten
Brunngartenstr. 7, 85221 Dachau
"Warum serviert man Hauptgänge wenn man gerade mit der Vorspeise angefangen hat ?"
Geschrieben am 14.09.2020 2020-09-14
Restaurant Poseidon
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Restaurant
49896926241
Säbener Straße 9, 81547 München
"Schnellimbiss?"
Geschrieben am 14.09.2020 2020-09-14 | Aktualisiert am 14.09.2020
Restaurant im Hotel Linde
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Restaurant, Hotel
078193630
Lindenplatz 1, 77770 Durbach
"Top Restaurant auf der Insel"
Geschrieben am 14.09.2020 2020-09-14
Landhausrestaurant Margaretenhof
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Restaurant, Landgasthof
0437187670
Dorfstraße 7, 23769 Fehmarn
"Himmlischer Glückstreffer!"
Geschrieben am 13.09.2020 2020-09-13 | Aktualisiert am 13.09.2020
Der Engel
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Restaurant, Hotel, Weinkeller
078413000
Talstraße 14, 77887 Sasbachwalden
"Atze´s Angelladen, in dem kann man den Erfolg essen"
Geschrieben am 13.09.2020 2020-09-13
Atze's Angelladen | Fisch-Imbiss und Räucherei
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Imbiss, Take Away, Dienstleistung
03339761623
Prenzlauer Chaussee 158, 16348 Wandlitz
"Besser geworden"
Geschrieben am 13.09.2020 2020-09-13
Ihle-Café Hochzoll
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Cafe
08212621664
Friedberger Straße 157, 86163 Augsburg
"Gute preiswerte Küche"
Geschrieben am 13.09.2020 2020-09-13
Alla Stella
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Restaurant, Pizzeria
49062459440666
Darmstädter Str.141, 68647 Biblis
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen 









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Schöne Aussicht
Burgblick
Das Glashaus
Zufahrt nach Anmeldung























Herzlicher Wasserfall
Ruine + Gaststätte
Gut beschattete Terrasse
Salat, Bibileskäs-Crepes, Räucherforellenfilet
Pfifferlinge mit Semmelknödel
Separater Gastraum
Klosterruine, rechts die Gaststätte
Allerheiligen Wasserfälle







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Linsengruß aus der Küche
Gegrillter Oktopus / Germüsecouscous / Blattsalate
Gebeizter Lachs mit Salat
Detail Rehburger
Fischvariation
Beilagen
Pfifferlinge
Tagliatelle mit Steinpilzen
Gegrillter Oktopus
Ambiente innen
Außenansicht.
Hausgemachte Brote (rechts: Baguette, Mitte: Walnussbrot, links: Focaccia) mit einem Tomaten-Dip, Butter mit Limette und Thymian, sowie Olivenöl.
"Sußkartoffelsuppe/Limette/Garnele".
"Entenleber/Schokolade/Schalotten/Traubengelee".
"Seeteufel/Spitzkohl/Orange/Risotto".
"Landuro Schweinerücken/Bauch/Kürbis/Apfel".
"Apfelküchlein/Mandeln/Sauerrahmeis".


















"Wiener" Schnitzel mit Pommes und Gemüse
Rehsteak, Pfifferlinge, Marktgemüse, Spätzle
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Gemütliche Plätze
Weinumrankte Südterrasse
Amuse
Kräuterquark und Brot
Frischer Beilagensalat
Frische Pfifferlinge und Spätzle
Bergkäseravioli, Blattspinat, Pfifferlinge


Auf das Riva bin ich durch MarcOs etwas ältere Kritik gestoßen, als ich ein lohnendes Endziel für das diesjährige „Biwak“ unserer sog. Reservistenkameradschaft suchte. Tatsächlich handelt es sich um nur noch drei Herren im gesetzten Alter, die sich einst in der „Schule der Nation“ kennenlernten und nun ihre regelmäßigen Treffen bei gutem Essen und Wein mit einer eigentlich nicht erwähnenswerten sportlichen Aktivität tarnen. Wobei im letzten Jahr der Marsch von Konz über den Kanzemer Altenberg mit Besuch einiger nicht völlig schlechter Weingüter in Wiltingen und weiter zum Scharzhofberg bei über 30 Grad schon herausfordernd war. Bremen verwöhnte uns heuer regional-typisch mit Nieselregen, aber durch den ungenauen Marschbefehl des gastgebenden Schreibstuben-Muckels gerieten die 6 Kilometer Flachetappe in unter einer Stunde doch recht schweißtreibend...
Nun, nach einer kleinen Nacht-Zielübung (aka Schwarzlicht-Minigolf) schlenderten wir die letzten 1500 Meter durch das Ende der Überseestadt, einem 300 Hektar großen Stadtentwicklungsprojekt im größten Teil der ehemaligen städtischen Hafengebiete. Wohnen, Büros und trotz teilweise zugeschütteter Hafenbecken auch Gewerbebetriebe befinden sich hier seit über 10 Jahren in einem beständigen Wandel und natürlich gibt es auch schon die ersten Klagen von neuen Bewohnern, die tatsächlich überrascht sind, dass ein Großmarkt vor 5 Uhr morgens von LKW angefahren wird...
Die unterschiedliche, wachsende Gastronomie richtet sich überwiegend an young urban professionals und ist in allen ihren Facetten das kulinarischen Pendant zum Musical, wie ich es bereits an anderer Stelle beschrieben habe: Ein zeitgemäßes, durchgestyltes, professionell dargebotenes Produkt zum Preis der Hochkultur, aber eben ohne tatsächlich die ganz große Oper zu sein.
Man merkt, nach wie vor sind diese Konzepte nicht wirklich meine Herzensküche. Aber das Riva hat in dem, was es bieten will, überzeugt. Es ist das Vorzeigeobjekt der Q1-Gruppe, die mit einem halben Dutzend Läden der oben beschriebenen Art in der Innenstadt, aber eben bevorzugt im hippen Hafenrevier präsent ist. Im Erdgeschoss des Landmark-Towers (mit seinen sehr gut situierten Bewohnern) fast an der Spitze des Molenkopfes liegt es direkt am Fluss, was die Terrasse bei besserem Wetter zu einem place-to-be besonders beim Sonnenuntergang macht. Für mich ein persönlicher Reiz, da ich vis-a-vis des Stromes direkt hinter dem Deich meine Jugendjahre verbrachte und am Flussufer allerlei Dummheiten „fabrizierte“ (ohne mich allerdings von Binnenschiffen mitziehen zu lassen!)
Die Reservierung über das Ordersystem war einfach und es kam eine Erinnerungsmail einen Tag vorher. Reserviert wird nur zum Essen und vor 20:45 Uhr auch lediglich für 2 Stunden, bei späterer Ankunft ohne Zeitlimit bis Küchenschluss.
Das Ambiente wurde von MarcO wunderbar beschrieben. Inzwischen ist die Kombi aus dunklem Holz, Nischen, bequemen Sesseln und einem Lichtkonzept Standard in vergleichbaren Restaurants und Hotels, aber ich fühle mich darin immer noch wohl. MarcO fragte, wie wohl abends die Stimmung sei: Nun, irgendwann nach 21:00 wurde das Licht dunkler und farbiger, Deep House und Stimmengewirr lauter, so dass etwas Club-Feeling aufkam. Ein eventueller Auftritt der Schönen und Reichen wurde verpasst, da wir ja auch den Heimweg - mit kleinem Absacker an der Schlachte, der heimischen Partymeile - ebenfalls auf Knobelbechern vor uns hatten (Die Truppe wollte meutern und den weißen Kübel rufen, aber DerBorgfelder vom Dienst war unerbittlich!)
Unser großer runder Tisch stand etwas mittig im Raum, was für unsere kleine Gruppe gar nicht schlecht war. Wir bekamen guten Blick auf das Geschehen, eine Servicekraft war auch außer der Reihe immer greifbar und wir hatten genügend (Corona-)Abstand zu den anderen Gästen (fast alles junge schicke Pärchen), auch zu mehreren - gesitteten - „Mädelsgruppen“. Das Zeitlimit wurde nicht exekutiert, da unser Tisch nicht neu belegt wurde. Fein, ohne Zeitdruck haben wir gern noch eine Flasche bestellt und blieben am Ende fast 4 Stunden.
Im Service lief alles wie erwartet: In der Ansprache berufsjugendlich, aber professionell. Natürlich auf amerikanische Art pseudo-persönlich, „unser“ Pascal (natürlich mit Kärtchen) hat den Beruf vielleicht nicht gelernt, arbeitet aber jetzt hauptberuflich in der Gastro. Locker, dabei nicht übergriffig. Aufmerksam oder ansprechbar, gut geschult im Rahmen des Konzepts. Auch der Restaurantleiter, der uns schon am kleinen Empfangstresen etwas überherzlich begrüßt hatte, war den ganzen Abend vor Ort. Erbetene Pausen wurden beachtet. Ein Gang auf die Terrasse mit kurzfristig bestelltem Crémant rosé (6,5€) war zeitlich kein Problem. Das Ausheben des Geschirrs von einzelnen Gästen, während andere noch am Essen sind, mag ich nicht so. Aber das System muss am Samstag eben möglichst reibungslos funktionieren. Einen unangenehmen Zeitdruck haben wir trotzdem nicht gespürt.
Die Corona-Auflagen wurden durchweg eingehalten. Nur eine Serviette unter der Patschehand beim Brot schneiden, die hätte ich mir doch gewünscht. Aber das nicht erst seit diesem Jahr...
Die Küche hat insgesamt ordentlich abgeliefert, die Produkte waren durchweg von guter Qualität, handwerklich kam alles ohne größere Fehler und ein paar eigene Ideen waren auch dabei.
Nach den ersten Getränke-Bestellungen (Selters 6,5€/0,75l, Radeberger 3,3€, Weißer Port 4,5€) kam schnell Baguette in Standardausführung, immerhin knusprig. Dazu mit u.a. Zitronengras aromatisiertes Olivenöl, das der Anpreisung nach in einer Liga mit Ambrosia hätte spielen müssen. Das Öl war ohne eigene Ecken und Kanten, die Kräuter jedoch zu erschmecken. Ein etwas sparsames „Amuse“, später bekamen wir auf Anfrage problemlos zusätzliche Scheiben.
Ein Kamerad war mit seinem Mare e Monti von Boudin Noir und Jakobsmuschel (13,5€)
höchst zufrieden, der andere „Reservist“ (tatsächlich vom KvD zum nachträglichen KDV mutiert) stöhnte ein wenig, als er der Menge seiner gemischten Antipasti (13,9€) gewahr wurde. Überhaupt waren alle Portionen reichlich bemessen, das PLV viel besser als befürchtet.
Ich hatte mich für Ceviche vom Wolfsbarsch (15€) entschieden, das auf Süßkartoffelspalten angerichtet war.
Das schob den Geschmack ungewohnt auf die süße Seite, wofür auch die nur zurückhaltende Limetten-Säure verantwortlich war. Hinzu kam ein fast völliger Verzicht auf Schärfe, so dass der Teller etwas brav blieb, mehr Mitteleuropa als Südamerika. Immerhin war der Koriander nicht zu dominant. Der Wolfsbarsch hatte kaum angezogen, vielleicht als Folge der geringen Säure oder zu kurzer Standzeit. Allerdings konnte dadurch der ja weitgehend rohe Fisch bei Zimmertemperatur tatsächlich einen Eigengeschmack entwickeln.
Im Glas schmeckte der fruchtige Chardonnay von Jermann (42€), später wechselten wir kompromisshalber zu einer apulischen Cuvée Primitivo/Negro Amaro (29,75€), die mit 15 Umdrehungen all jene Lügen strafte, die mir eine Vorliebe für Rotweinschorle andichten. Ha! Der Aufschlagfaktor gegenüber den Netzpreisen liegt bei 2,5 bis 3; im Norden liegt das im Vergleich zwischen normal und günstig. Sinnvoll fand ich das Angebot, alle offenen Weine auch als 0,1 Pfützchen zu bekommen, zum Preis von 60% des „falschen Viertele“. So können auch die Chauffeure mehr als einen Wein bestellen.
Während meine zwei Begleiter noch glaubten, mit zwei Gängen durch den Abend zu kommen, ließ ich mir einen Caesar‘s Salad (8,5€) schmecken.
Ohne eine erneute Diskussion über Originalrezepte loszutreten, irritierten doch die Karottenstifte und halbe Kirschtomaten. Immerhin, es schmeckte ein knackfrischer Römer-, nicht Eisbergsalat, die Baconchips waren knusprig und (zwei) Anchovis waren auch zu finden. Sauce kräftig, Croûtons gerade richtig im Biss, Padano statt Parmiggiano unauffällig, Kapern“Äpfel“ zum Selbstschneiden etwas unelegant .
Nachdem wir in der einbrechenden Dunkelheit auf der Terrasse die Lichter der Stadt genossen und dem kalten Wind genug getrotzt hatten, ging es an die Hauptgänge.
Die Tagesempfehlung Rinderfilet und Garnelen
schlug mit 36,9€ ordentlich zu Buche, Sashimi-Tataki mit kaltem Kalbsbraten als eigenständiges Vitello Tonnato wurde mit 24,5€ berechnet und meinen RIVA Fischtopf gab es für 40 Cent mehr.
Die Fischsuppe überzeugte vom Start weg mit einem kräftigen, tomatisierten Fischfonds, Streifen von Chilischote sorgten für eine pikante Note. Anisette war nicht zu schmecken. Sehr gut, um Längen besser als im Chapeau La Vache. Auch die reichhaltige Einlage gefiel mir: Jakobsmuschel, Oktopus, Wolfsbarsch, Lachs und Kabeljau, alles vernünftig große, weitgehend saftige Stücke mit klarem Produktgeschmack, an denen nur die Haut störte. Gemüse-Juliennes sorgten für einen angenehmen Crunch. Obwohl kein namentlicher Bezug zu südfranzösischen Suppen-Klassikern hergestellt wurde, gab es warmes Weißbrot, knusprig, aber ohne wahrnehmbare Röstung und dazu eine sogenannte Sauce Rouille, die mir aber eher Paprika-Mayo zu sein schien.
Für meinen Geschmack außerdem zu wenig Knoblauch und kaum Wumms. Etwas schade, auch hier vorsichtiger Mainstream. Aber das stärkste Gericht des Abends für mich.
Eine Käseauswahl wurde nicht angeboten. Deshalb dreimal das am spannendsten klingende Dessert: Lavendel-Crème brûlée mit Erdbeersalat und Rhabarber-Sorbet.
Das säuerliche Eis war auch der Temperatur geschuldet geschmacklich zu schwach, um gegen die süßen Komponenten durchzudringen. Denn die Erdbeeren waren nicht nur kräftig süß, sondern auch aromatisch. Und auch der Lavendelgeschmack der recht lockeren Crème gelang der Küche ganz prima. Deutlich, aber nicht zu seifig. Natürlich ist es noch schöner, wenn die Crème à la minute karamellisiert wird und dann direkt zum Gast geht, oben warm und unten kühl. Aber das ist unter Vollast am Sonnabend schon recht schwierig. So blieb es ein guter Abschluss.
Mangels Süßweinen stießen wir erst mit Frangelico (3€), Calvados (4€) und Averna (3€) zufrieden auf einen insgesamt auch kulinarisch erfreulichen Abend an und endeten mit einem Café Crema (2,7€), bevor es ins Nachtleben ging.
And now back to Garmisch...